Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 09:31 Ukrainische Drohne trifft russische Ölraffinerie in 1700 Kilometern Entfernung +++

12.02.2026, 00:01 Uhr

Die Ukraine hat eine Ölraffinerie des russischen Konzerns Lukoil in Uchta mit Kamikazedrohnen getroffen. Die Stadt befindet in der Region Komi und damit mehr als 1700 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Videos in sozialen Medien zeigen eine Drohne, die durch eine winterliche Landschaft fliegt. Zudem ist eine riesige Rauchsäule zu sehen, die ein Feuer in der Raffinerie zeigen soll.

+++ 09:07 Bericht zu Sanktionsumgehung: China exportiert westliche Autos nach Russland +++

Zehntausende Autos werden im Rahmen von "Graumarktgeschäften" von China nach Russland exportiert. Damit werden die Sanktionen westlicher und asiatischer Regierungen sowie die Verpflichtungen der Autohersteller zum Rückzug aus dem russischen Markt umgangen. Dies geht aus Registrierungsdaten hervor, die von Reuters geprüft wurden, sowie aus Interviews mit fünf Personen, die an diesem Handel beteiligt sind. Die Sanktionen und Unternehmenszusagen waren eine Reaktion auf die Vollinvasion Russlands in der Ukraine. Doch der florierende Handel mit diesen Fahrzeugen, darunter auch deutsche Luxusmodelle geht teilweise über informelle Netzwerke weiter, wie die Interviews und Daten des russischen Forschungsunternehmens Autostat zeigen. Die meisten werden in China hergestellt - wo viele internationale Marken gemeinsam mit lokalen Partnern Fahrzeuge bauen - oder nach der Fertigung an anderen Standorten dorthin verschifft. Eine wachsende Zahl davon sind "Gebrauchtwagen" ohne Kilometerstand - Neuwagen, die von Händlern oder Zwischenhändlern in China als verkauft registriert, dann aber als Gebrauchtwagen neu klassifiziert und exportiert werden. Gebrauchtwagen ohne Kilometerstand werden in China oft stark rabattiert angeboten. In Russland erzielen sie jedoch Preise, die denen von nie zugelassenen Neuwagen ähneln.

+++ 08:38 Kreml blickt auf Nato-Treffen: "Zwei Dinge ganz wichtig" +++

Wenn die Nato über künftige Ukraine-Hilfen berät, richtet sich auch Moskaus blickt nach Brüssel. Über einen Umstand freut man sich im Kreml jetzt schon. ntv-Korrespondent Rainer Munz berichtet über die russische Sicht auf das Treffen.

+++ 08:06 Neben Kim, Xi und Putin? - Kreml-Sprecher spekuliert über Trump-Besuch am 9. Mai +++

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow spricht in einem Interview mit der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass vom Besuch internationaler Gäste am 9. Mai - dem "Tag des Sieges" anlässlich des Endes des Zweiten Weltkriegs. Auf die Frage, ob auch US-Präsident Trump dabei sein werde, sagt Peskow demzufolge: "Wir werden zumindest anfragen, oder er teilnehmen kann oder nicht".

+++ 07:38 Russland attackiert wieder ukrainische Energieanlagen - mehrere Verletzte +++

In der Nacht greift Russland die Ukraine erneut mit Drohnen und ballistischen Raketen an. Schwere Schäden und Verletzte gibt es Behördenangaben nach in der Hauptstadt Kiew und im Schwarzmeerhafen Odessa. Zwei Menschen seien bei dem Raketenangriff auf Kiew verletzt worden, einer davon schwer, teilt Bürgermeister Vitali Klitschko bei Telegram mit. Nach Klitschkos Angaben sind erneut Infrastrukturobjekte Ziel der Raketenangriffe. Es habe aber auch Einschläge in privaten Wohnhäusern gegeben. Kiew kämpft wegen der ständigen russischen Luftangriffe seit Wochen mit Problemen bei der Energieversorgung - sowohl beim Strom als auch bei der Heizung. Einen Verletzten gibt es auch in Odessa nach einem massiven russischen Drohnenangriff. Weiteren 23 Personen werde psychologische Hilfe nach einem Einschlag in einem neunstöckigen Wohnhaus geleistet, schreibt Gouverneur Serhej Lyssak bei Telegram.

+++ 07:11 Meta wettert gegen "Komplett-Blockade" von Whatsapp in Russland +++

Der Chatdienst WhatsApp wirft der russischen Regierung den Versuch einer Komplett-Blockade vor. Über 100 Millionen Nutzer von sicherer und privater Kommunikation auszuschließen, werde zu weniger Sicherheit für die Menschen in Russland führen, kritisiert eine Sprecherin der zum Facebook-Konzern Meta gehörenden App. Man werde alles Mögliche unternehmen, damit die Nutzer weiterhin verbunden blieben. Die russische Regierung schränkt bereits seit einiger Zeit nach und nach die Funktionen internationaler Messenger-Apps ein. Bei WhatsApp etwa waren Anrufe bereits nur noch über VPN-Verbindungen (Virtual Private Network) möglich. Eingeschränkt wurden auch Telegram und der Apple-Dienst iMessage. WhatsApp hat eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, was bedeutet, dass nur die beteiligten Nutzer Beiträge im Klartext sehen können - aber nicht WhatsApp als Betreiber. Die russischen Behörden hatten seit Beginn des Angriffskrieges in der Ukraine die Kontrolle und Zensur im Internet noch einmal drastisch verschärft. Während ausländische Dienste eingeschränkt werden, wurde in Russland der einheimische Messenger Max auf den Markt gebracht.

+++ 06:40 Ukrainische Drohnen treffen Fabrik für russische Raketensysteme +++

Unabhängige Medien und lokale Behörden berichten, dass ukrainische Drohnen in der Nacht ein russisches Militärwerk in Michurinsk im Gebiet Tambow und eine Einrichtung des Verteidigungsministeriums in Kotluban im Gebiet Wolgograd angegriffen hätten. Der Telegram-Kanal Astra berichtet unter Berufung auf Anwohner, dass das Werk JSC Progress in der Stadt Michurinsk und benachbarte Gebäude in der Nacht unter Beschuss geraten seien. Der Gouverneur des Gebiets Tambow, Jewgeni Pervyschow, berichtet, dass bei dem Angriff zwei Menschen verletzt wurden und "mehrere Gebäude" sowie ein Lebensmittelgeschäft beschädigt wurden, äußert sich jedoch nicht zum Zustand des Waffenwerks. Das JSC Progress Plant produziert Hightech-Luftfahrt- und Raketensteuerungssysteme sowie Ausrüstung für Gas- und Ölpipelines. In Kotluban sei eine "Einrichtung des Verteidigungsministeriums" infolge herabstürzender Trümmer einer abgeschossenen Rakete in Brand geraten, behauptet Gouverneur Andrej Bocharow.

+++ 06:11 Lawrow behauptet: Kennen 20-Punkte-Friedensplan bis heute nicht +++

Washington hat Moskau noch keinen neuen Plan zur Beendigung des Krieges vorgelegt, erklärt der russische Außenminister Sergej Lawrow gegenüber russischen Medien. Lawrow behauptet, der Kreml habe den 20-Punkte-Plan zur Beendigung des Konflikts, den das Weiße Haus im Januar 2026 mit Kiew und Europa vereinbart hatte, nicht erhalten. Er sagt, die USA hätten den Plan nicht an Russland weitergeleitet, behauptet aber gleichzeitig, das Dokument entspreche nur den Interessen Kiews und Europas. Das deutet darauf hin, dass Moskau mit dessen Inhalt zumindest vertraut ist. Im Gespräch mit russischen Journalisten beruft sich Lawrow erneut auf den "Geist von Anchorage", der seiner Meinung nach "einen Weg zum Frieden eröffnet" habe. Im August 2025 traf sich der damalige Präsident Donald Trump mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Anchorage, Alaska. Die beiden diskutierten unter anderem die Bedingungen für ein Ende des Krieges gegen die Ukraine. Vereinbart wurde nichts, westliche Regierungen kritisierten jedoch, dass Trump hernach lange Zeit nahezu ausschließlich russische Positionen vertrat.

+++ 05:41 Umfrage: Mehrheit für Gespräche zwischen Merz und Putin +++

Eine große Mehrheit der Deutschen ist für direkte Gespräche zwischen Bundeskanzler Friedrich Merz und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über ein Ende des Ukraine-Kriegs. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sagen 58 Prozent der Befragten, dass sie solche Gespräche eher oder sogar voll und ganz befürworten würden. Nur 26 Prozent sprechen sich dagegen aus. Besonders groß ist der Wunsch nach direkten Kontakten zwischen Merz und Putin im eigenen Lager des CDU-Chefs Merz. Von den Wählern der Union sind der Umfrage zufolge 64 Prozent dafür, besonders niedrig ist die Zustimmung bei den Anhängern der Linken mit 47 Prozent. Angesichts der bisher erfolglosen Vermittlungsbemühungen der USA dringt Frankreichs Präsident Macron auf direkte Gespräche der Europäer mit Putin. Merz hat sich dazu skeptisch geäußert.

+++ 03:52 Massiver Luftangriff auf Kiew +++

Russland greift Kiew in der Nacht massiv mit Raketen und Drohnen an. Bürgermeister Vitali Klitschko spricht von Treffern in Wohn- und Geschäftsgebäuden auf beiden Seiten des Flusses Dnipro. Die ballistischen Raketen hätten Infrastruktur der Stadt zum Ziel gehabt. Der Angriff auf die Hauptstadt dauere an, teilt er mit. Reporter berichten von Explosionen in der Stadt. Das Ausmaß der Schäden ist bislang unklar.

+++ 02:00 Selenskyj will Datum für EU-Beitritt der Ukraine +++

Der ukrainische Präsident Selenskyj fordert, dass ein mögliches Abkommen zur Beendigung des Ukraine-Kriegs ein konkretes Datum für einen EU-Beitritt seines Landes enthalten soll. Für die Ukraine sei es wichtig, alles dafür zu tun, bis 2027 für einen EU-Beitritt bereit zu sein, schreibt er in den sozialen Medien. Zumindest die wichtigsten Schritte werde sie erreichen. "Ich will ein genaues Datum", so Selenskyj. Wenn in dem Abkommen, das die USA, Russland, die Ukraine und Europa unterzeichnen sollen, kein genaues Datum stehe, werde Russland alles dafür tun, um den Beitrittsprozess zu blockieren. Russland werde das nicht selbst, sondern über bestimmte europäische Vertreter tun. Die EU sei für sein Land eine Sicherheitsgarantie.

+++ 23:45 ISW: Russland institutionalisiert Drohnenangriffe auf Zivilisten +++

Der britische Thinktank "Institute for the Study of War" (ISW) schreibt in einer Analyse, die russische Armee institutionalisiere die "Schädigung von Zivilisten als kriegerisches Mittel". Russland erhöhe mit der Entwicklung seiner Drohnen das Potenzial für zivile Schäden. So würden die Grenzen zwischen militärischen und zivilen Zielen verwischt. Das ISW warnt, die russischen Praktiken seien leicht nachzuahmen und würden "wahrscheinlich die Wechselwirkung zwischen militärischen Operationen und dem zivilen Leben in zukünftigen Kriegen grundlegend prägen".

+++ 22:11 Ukraine meldet russischen Vorstoß über gefrorenen Fluss +++

In der Ostukraine sollen russische Truppen den zugefrorenen Fluss Siwerskyj Donez überquert haben und sich in der Ortschaft Zakitne am Südufer festgesetzt haben. Das meldet die Nachrichtenagentur Ukrinform. In den vergangenen Tagen hätten "mehrere kleine Gruppen" der russischen Armee den Fluss überquert, sie würden von ukrainischen Truppen gesucht.

+++ 21:41 London verdoppelt Zahl der in Norwegen stationierten Soldaten +++

Großbritannien wird angesichts der zunehmenden Bedrohung durch Russland die Anzahl seiner in Norwegen stationierten Soldaten verdoppeln. "Die Zahl der in Norwegen stationierten britischen Soldaten wird binnen drei Jahren von 1000 auf 2000 verdoppelt", teilte der britische Verteidigungsminister John Healey mit. "Die Anforderungen an die Verteidigung steigen, und Russland stellt seit dem Kalten Krieg die größte Bedrohung für die Sicherheit der Arktis und des hohen Nordens dar", betonte Healey in einer Erklärung.

+++ 21:12 Russische Soldaten leiden unter Telegram-Einschränkungen +++

Russische Soldaten scheinen derzeit mit Kommunikationsproblemen zu kämpfen. Der "Guardian" zitiert den Kreml-treuen Kanal "Dva Majora", Telegram sei das einzig verbliebene Mittel der Abstimmung zwischen verschiedenen Einheiten. Die Einschränkung könne zu Problemen bei der Drohnenabwehr führen. Der russische Unternehmer und Blogger Iwan Utenkow schrieb auf Telegram: "An der Front herrscht das totale Chaos! Die Starlinks sind ausgefallen, und jetzt stören sie sogar Telegram! Wie sollen wir denn kämpfen? Mit Brieftauben?" Der Messenger Telegram steht in Russland unter Druck. Die Aufsichtsbehörde Roskomnadsor drosselt offenbar die Geschwindigkeit, mit der auf Telegram kommuniziert werden kann.

+++ 20:33 Video zeigt, wie Sprengsatz russischen Raketenwerfer trifft +++

Eine ukrainische Drohneneinheit will einen russischen Raketenwerfer zerstört haben. Videos zeigen, wie ein Sprengsatz abgeworfen wird und dann an dem BM-27-System detoniert.

+++ 20:05 Nato-Beamter: Zusammenbruch der ukrainischen Verteidigung dieses Jahr eher unwahrscheinlich +++

Ein ranghoher Nato-Beamter hat die Lage für die ukrainischen Streitkräfte als "weiter schwierig" bezeichnet. Russische Kräfte machten entlang mehrerer Abschnitte der Front weiterhin schrittweise Geländegewinne, erklärte er. Zu den begrenzten russischen Erfolgen im vergangenen Monat habe neben dem für Russland günstigen Kräfteverhältnis sehr wahrscheinlich auch das schlechte Wetter beigetragen. Dieses habe die Wirksamkeit der ukrainischen Abwehrdrohnen reduziert.

"Russische Truppen halten den Druck auf ukrainische Kräfte durch den massiven Einsatz von Drohnen und Artillerie aufrecht und setzen auf zermürbende Taktiken", sagte der Beamte. Ihre operative Wirksamkeit werde allerdings durch die Qualität des Personals, logistische Belastungen und Anpassungen der gegnerischen Kräfte begrenzt. Deshalb bleibe ein vollständiger Zusammenbruch der ukrainischen Verteidigung trotz begrenzter Reserven und dünner Verteidigungslinien in diesem Jahr eher unwahrscheinlich.

Alle früheren Entwicklungen können Sie hier nachverfolgen.