Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 19:59 Keine Lust mehr auf Schattenflotte - Kamerun streicht 39 Tanker aus Schiffsregister +++

02.07.2026, 00:01 Uhr

Wegen eines härteren Vorgehens der EU gegen die russische Schattenflotte streicht Kamerun 39 Tanker aus seinem Schiffsregister. Die Regierung des Landes teilt mit, ihre Flagge werde missbräuchlich verwendet. Moskau verurteilt das Vorgehen der EU. Brüssel bereitet für Mitte Juli weitere Sanktionen vor, die sich gegen die Schattenflotte richten. Die EU-Marinemission IRINI kann seit Anfang Juni Schiffe im Mittelmeer anhalten und durchsuchen, die im Verdacht stehen, unter Umgehung von Sanktionen russisches Öl zu transportieren. Russland nutzt für die Transporte eine sogenannte "Schattenflotte" aus älteren Schiffen, die oft unter der Flagge anderer Staaten wie Kamerun fahren, um ihre Herkunft zu verschleiern.

+++ 19:22 Opferzahl in Kiew steigt nach russischem Großangriff +++

Die Totenzahl in Kiew steigt weiter. Nach Angaben der Behörden werden durch den russischen Großangriff in der Nacht mindestens 21 Menschen getötet, 85 weitere Menschen werden verletzt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigt Vergeltung an. Moskau seinerseits will indes den "Druck" auf Kiew noch weiter erhöhen.

+++ 18:49 Indische Raffinerie verkauft zehntausende Tonnen Benzin an Russland +++

Benzin aus der indischen Raffinerie Nayara Energy wird zwei Insidern zufolge von Händlern an Russland verkauft. Der russische Ölkonzern Rosneft hält 49 Prozent an Nayara. Indiens Ölminister Hardeep Singh Puri erklärt, indische Unternehmen verkauften keinen Treibstoff direkt an Russland. Es sei jedoch möglich, dass Moskau diesen über Zwischenhändler beziehe. Eine Stellungnahme von Nayara liegt zunächst nicht vor. Die Nachrichtenagentur Reuters meldet unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten Branchenvertreter, es seien mindestens 60.000 Tonnen Benzin von Indien nach Russland verschifft worden. Einer weiteren mit dem Vorgang vertrauten Person zufolge seien zwei Tanker mit jeweils 30.000 bis 40.000 Tonnen auf den Weg gebracht worden.

+++ 18:13 Analyse: Russland spioniert in ganz Europa - besonders in Deutschland +++

Drohnen über Flughäfen, Militärbasen und sogar Einrichtungen der nuklearen Teilhabe: Der Analyse einer britischen Denkfabrik zufolge überzieht Russland ein Dutzend Nato-Staaten über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren weitgehend unbehelligt mit einer Drohnenkampagne. Gestartet wurden die unbemannten Flugobjekte demnach von Tankern der russischen Schattenflotte, Frachtern in Küstennähe und kleineren Wasserfahrzeugen. In dem Bericht des International Institute for Strategic Studies (IISS) werden 144 Vorfälle in 13 Ländern zwischen August 2024 und Februar 2026 beleuchtet. Obwohl nicht jeder einzelne Vorfall von Moskau ausgegangen sein dürfte, sehen die Experten ein klares Muster, heißt es in einer Mitteilung zu der Analyse. Offiziell bestätigt habe das bisher aber keine westliche Regierung. Hintergrund für die Kampagne dürfte demnach unter anderem eine russische Spionagetätigkeit sein, die seit dem Beginn des Kriegs in der Ukraine und der Ausweisung vieler russischer Diplomaten stärker auf von Drohnen gesammelte Informationen angewiesen ist. Es sei auch darum gegangen, die Reaktionsfähigkeit der Nato-Staaten zu testen. Dem Bericht zufolge zeigte die Kampagne deutliche Schwächen in der europäischen Flugabwehr auf, die noch immer auf herkömmliche Bedrohungen ausgerichtet sei. 

+++ 17:42 Analyse: Auf ein ukrainisches Opfer entfallen acht russische +++

Die Verluste der russischen Streitkräfte in der Ukraine sind laut einer neuen Analyse des in Washington ansässigen Center for Strategic and International Studies (CSIS) in den letzten Monaten stark angestiegen. Das liege vor allem an dem zunehmenden Einsatz von Kampfdrohnen durch die Ukraine. Die Studie schätzt, dass Russland seit Beginn seiner groß angelegten Invasion im Februar 2022 rund 1,4 Millionen Kämpfer verloren hat, darunter Gefallene, Verwundete und Vermisste. Der Analyse zufolge ist das Verhältnis der russischen zu den ukrainischen Opfern, das während des größten Teils des Krieges im Allgemeinen zwischen 2:1 und 3:1 lag, in der ersten Hälfte des Jahres 2026 auf fast 8:1 gestiegen. Sprich: Auf einen ukrainischen Verlust entfallen acht russische. Die Forscher führen diese Verschiebung in erster Linie auf den zunehmend ausgefeilten Einsatz von Drohnen durch die Ukraine zurück, der ihrer Meinung nach die Dynamik auf dem Schlachtfeld erheblich verändert hat.

+++ 16:57 Moskau schießt in Kiew vor allem auf Wohnhäuser +++

Es sind die heftigsten Angriffe auf die ukrainische Hauptstadt seit Beginn des Kriegs. Hunderte Drohnen und zig Raketen feuert Moskau auf Kiew. Auch wenn der Kreml, es bestreitet: Ziel, sind offensichtlich Wohnhäuser. Experten sehen dahinter eine widerwärtige Taktik.

+++ 16:21 Drohnen treffen Bus in Belarus - Ukraine spricht von False-Flag-Aktion +++

Bei einem mutmaßlichen ukrainischen Drohnenangriff sind in einem belarussischen Reisebus im russischen Grenzgebiet zwei Menschen verletzt worden. Der Vorfall habe sich am Grenzübergang Krasny Kamen in der Region Brjansk ereignet, wie staatliche Medien des Landes unter Berufung auf die Regionalregierung berichten. Bei den Verletzten handele es sich um die beiden Fahrer des Busses, der auf dem Weg von Minsk in den Badeort Anapa am Schwarzen Meer war. Die Ukraine weist die Vorwürfe zurück. Der Leiter des ukrainischen Zentrums zur Bekämpfung von Desinformation, Andrij Kowalenko, spricht von einer Provokation Moskaus und einer Operation unter falscher Flagge.

+++ 15:43 Kapitän zahlt Millionenstrafe: Russische Schattentanker darf weiterfahren +++

Der Besitzer eines von der französischen Marine aufgebrachten Tankers der russischen Schattenflotte ist zu einer Geldstrafe in Höhe von einer Million Euro verurteilt worden. Grund dafür seien die falsche Beflaggung und die Weigerung, einer Aufforderung Folge zu leisten, teilt die Staatsanwaltschaft in Brest mit. Der Angeklagte habe die Schuld eingestanden und die Strafe akzeptiert. Der Tanker könne daher seine Fahrt fortsetzen. Die französischen Marine hatte den Frachter "Tagor" Ende Mai in internationalen Gewässern etwa 700 Kilometer vor der französischen Küste kontrolliert, weil Verdacht auf eine falsche Beflaggung bestand. Es war die vierte Aktion dieser Art der französischen Marine gegen die sogenannte russische Schattenflotte. Der Kreml sprach von einer "illegalen Aktion, die an internationale Piraterie grenzt". Das Schiff war unter kamerunischer Flagge vom russischen Murmansk Richtung Kamerun unterwegs. 

+++ 14:58 Helfen Kreml beim Drohnenbau - Kallas will fünf Personen sanktionieren +++

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas kündigt nach den jüngsten russischen Angriffen auf Kiew und andere ukrainische Städte neue Sanktionsvorschläge an. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus dem Auswärtigen Dienst der EU in Brüssel erfuhr, ist geplant, die neuen Sanktionen gegen insgesamt fünf Einrichtungen und eine Einzelperson zu verhängen. Bei ihnen soll es sich um Akteure handeln, die an der Entwicklung und Herstellung von Komponenten beteiligt sind, mit denen die Fähigkeiten russischer Drohnen des Typs Shahed und Geran verbessert werden. Kallas erklärt in ihrer Ankündigung: "Verurteilungen allein werden die Angriffe auf Kiew nicht stoppen. Nur eine anhaltende militärische Unterstützung der Ukraine und ein erhöhter Druck auf Moskau können das erreichen." 

+++ 14:25 Russland hat Angriffe auf Ukraine "euphemistisch getarnt" +++

Russland fliegt heftige Luftangriffe auf Kiew - die wohl schwersten seit Kriegsbeginn. Militärexperte Gustav Gressel sieht dahinter eine klare Taktik: Terror sei die einzige Strategie, von der sich Moskau einen Erfolg verspricht. Derweil verschärfe sich das Rekrutierungsproblem auf russischer Seite.

+++ 13:40 Behörden melden noch mehr Tote durch russische Angriffe auf Kiew +++

Der staatliche Notfalldienst der Ukraine spricht nun von 18 toten Personen durch die russischen Angriffe auf Kiew. Zudem soll es 85 Verletzte geben, darunter zwei Kinder.

+++ 13:10 Ermittler vermuten ukrainischen Plan hinter Nord-Stream-Anschlägen +++

Die Bundesanwaltschaft geht davon aus, dass die Pläne für die Anschläge auf die Nord-Stream-Pipelines im Auftrag staatlicher Stellen in der Ukraine entwickelt wurden. Das geht aus Einzelheiten der Anklage gegen einen früheren ukrainischen Offizier hervor, welche die Karlsruher Behörde veröffentlichte. Die Sabotageaktion sollte Gaslieferungen über die Pipelines demnach dauerhaft stoppen, damit Russland die Einnahmen nicht zur Finanzierung des Ukraine-Kriegs nutzen konnte.

+++ 12:37 Auswärtiges Amt äußert sich zu schlimmen Angriffen auf Kiew +++

Die Bundesregierung verurteilt die jüngsten russischen Luftangriffe auf Kiew und weitere Teile der Ukraine "auf das Schärfste". "Die erschütternden Bilder der Zerstörung aus der letzten Nacht zeigen einmal mehr: Russland setzt seinen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Ukraine mit unverminderter Brutalität fort", erklärt ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin. Russlands Präsident Wladimir Putin zeige "keinerlei Verhandlungsbereitschaft", heißt es weiter. "Er setzt weiter auf Raketen- und Drohnenterror gegen die Bevölkerung, während Russland an der Front enorme Verluste bei seiner Aggression gegen die Ukraine erleidet." Deswegen erhöhe Deutschland mit seinen Partnern weiter den Druck auf Russland. "Wir setzen unsere Unterstützung für die Ukraine in ihrem Abwehrkampf fort. Um diese Unterstützung wird es auch kommende Woche auf dem Nato-Gipfel in Ankara gehen."

+++ 12:03 Atomwaffen ins Land? Litauen plant Aufhebung von Verfassungsverbot +++

Litauens Präsident Gitanas Nauseda zufolge einigen sich die Parlamentsparteien auf einen Plan zur Aufhebung des verfassungsrechtlichen Verbots von Atomwaffen auf litauischem Boden. "Die geopolitische Lage verschlechtert sich", sagt Nauseda. Die Verfassung sei unter völlig anderen geopolitischen Umständen geschrieben worden. Es gebe zwar keine unmittelbaren Pläne, Atomwaffen in Litauen zu lagern. Die Aufhebung der Bestimmung solle jedoch sicherstellen, dass das Land bei einer Änderung der Sicherheitslage handlungsfähig bleibe.

+++ 11:30 Russland erzielte im Juni so gut wie keine Geländegewinne +++

Die russischen Streitkräfte erzielen weiterhin so gut wie keine Geländegewinne in der Ukraine. Das Institut für Kriegsstudien (ISW) schreibt, die Frühjahrs-/Sommeroffensive 2026 habe bislang keine operativ bedeutsamen Geländegewinne erzielt. "Das Vormarschtempo der russischen Streitkräfte lag im Juni 2026 nur bei einem Bruchteil des Tempos, das sie im Juni 2025 erreicht hatten", so das ISW. Es spricht von insgesamt 30,42 eroberten Quadratkilometern im Juni 2026, im Vorjahresmonat sollen es 481,25 gewesen sein. Die Ukraine ist rund 600.00 Quadratkilometer groß. Etwa ein Fünftel des Territoriums befindet sich unter Kontrolle der russischen Besatzer.

+++ 10:57 Ukrainer machen Jagd auf Antennen +++

Da sie nicht mehr auf das Starlink-System zugreifen können, nutzen die russischen Truppen laut dem 7. Schnellreaktionskorps der Luftlandetruppen Antennennetze und WLAN-Brücken für ihre Koordinierung. "Ihre Zerstörung führt zu Kommunikationsausfällen, verringert die Aktivität feindlicher Drohnen, verursacht Probleme bei der Führung und Kontrolle und untergräbt die Logistik", schreibt die Einheit in sozialen Netzwerken. Seit Anfang Juni seien fast 450 feindliche Antennen zerstört oder beschädigt worden, heißt es vom 7. Schnellreaktionskorps, das den Raum Pokrowsk verteidigt.

+++ 10:31 Hochhaus brennt - heftige Angriffswelle trifft Kiew +++

Russland überzieht die Ukraine in der Nacht mit Drohnen und Raketen. Es soll sich laut Berichten um eine der heftigsten Angriffswellen seit Kriegsbeginn handeln. In Kiew sterben mindestens 13 Menschen, über 50 Menschen wurden den Behörden zufolge verletzt:

+++ 10:09 Kallas: "Je mehr Moskau Zivilisten angreift, desto mehr Sanktionen müssen verhängt werden" +++

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas dringt als Reaktion auf die jüngsten russischen Angriffe in der Ukraine auf weitere Sanktionen gegen die Führung in Moskau. Sie werde vorschlagen, zusätzliche Einrichtungen zu sanktionieren, die den militärisch-industriellen Komplex Russlands unterstützten, schreibt Kallas auf X. "Je mehr Moskau Zivilisten angreift, desto mehr Sanktionen müssen verhängt werden", erklärt Kallas.

+++ 09:39 Schwerste Angriffe auf Kiew seit Kriegsbeginn - Klitschko ruft Trauertag aus +++

Der Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt Kiew ruft für den Freitag einen Trauertag aus. "Zum Gedenken an die Opfer des massivsten Angriffs des Feindes auf die Hauptstadt", teilt Vitali Klitschko auf Telegram mit. In Kiew sollen die Flaggen vor staatlichen und kommunalen Gebäuden auf Halbmast wehen.

+++ 09:04 Ukraine: Russland hat mit 74 Raketen angegriffen - größerer Teil konnte nicht abgefangen werden +++

Russland hat bei seinem Großangriff in der Nacht nach Angaben der Ukraine 74 Raketen und 496 Drohnen eingesetzt. Die Luftabwehr habe davon zwar 48 Raketen und 476 Drohnen abfangen können, teilt die ukrainische Luftabwehr mit. 25 Raketen und zwölf Drohnen seien aber an 33 Stellen eingeschlagen. Die Ukraine hat seit Jahren zu wenige Mittel zur Verfügung, um russische ballistische Raketen abzufangen. Die Streitkräfte bräuchten deutlich mehr Patriot-Systeme aus US-Entwicklung sowie die dazugehörigen modernen Abfangraketen vom Typ PAC-3.

+++ 08:41 Schlimme russische Luftangriffe: 13 Tote und 86 Verletzte in Kiew +++

Der Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt Kiew meldet 13 Tote und 86 Verletzte. 70 davon sollen in Krankenhäuser eingeliefert worden sein. "In einem beschädigten Gebäude im Bezirk Darnytsia läuft derzeit eine Such- und Rettungsaktion", teilt Vitali Klitschko auf Telegram mit.

+++ 08:13 Russland meldet Toten bei ukrainischem Drohnenangriff in Nischni Nowgorod +++

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die zentralrussische Region Nischni Nowgorod ist nach Angaben der örtlichen Behörden ein Mensch getötet worden. Zudem seien vier Personen verletzt und eine Industrieanlage beschädigt worden, teilt Regionalgouverneur Gleb Nikitin mit. In der Region, die Hunderte Kilometer von der Front in der Ukraine entfernt liegt, befindet sich unter anderem die Norsi-Ölraffinerie, die zu den größten Raffinerien in Russland gehört. Die Anlage wurde bereits wiederholt von der Ukraine attackiert. Die Ukraine hat zuletzt ihre Angriffe auf Ziele tief in Russland verstärkt und dabei vor allem die Energie-Infrastruktur ins Visier genommen. Dies führte zu Treibstoffengpässen in Russland, wodurch der drittgrößte Ölproduzent der Welt zu Benzinimporten gezwungen wurde.

+++ 07:34 Mehrere Treffer: Ukraine greift eine der größten russischen Ölraffinerien an +++

Die ukrainischen Streitkräfte haben erneut eine wichtige russische Ölraffinerie angegriffen: Lukoil-Nizhny-Novgorodnefteorgsintez in der Stadt Kstowo. Mit 17 Millionen Tonnen Öl pro Jahr ist sie gemessen an der Kapazität die viertgrößte Raffinerie des Landes. Auf Bildern in sozialen Netzwerken sind Rauchsäulen zu sehen:

+++ 06:59 Totenzahl in Kiew nach schweren russischen Luftangriffen steigt immer weiter +++

Der staatliche Notfalldienst der Ukraine berichtet nun von neun Toten durch die schweren Angriffe auf die Hauptstadt. Es gebe zudem 34 Verletzte. Bürgermeister Vitali Klitschko spricht sogar von zehn Toten. Der Leiter der Militärverwaltung der Hauptstadt, Tymur Tkatschenko, wirft Russland eine gezielte Attacke auf Wohngebiete und Zivilisten vor. Auf vom Zivilschutz veröffentlichten Bildern sind massive Schäden in einem Wohngebiet zu sehen, ein Gebäude ist fast vollständig zerstört:

+++ 06:13 Bericht: Skynex-Flugabwehr von Rheinmetall versagte bei russischem Angriff +++

Ein bislang unbekannter interner Bericht aus ukrainischen Militärkreisen erhebt nach Informationen des "Stern" schwere Vorwürfe gegen das Flugabwehrsystem Skynex des Rüstungskonzerns Rheinmetall. Das Dokument, das der Redaktion vorliegt, beschreibt erhebliche technische Probleme bei einem Einsatz während eines russischen Drohnenangriffs. Rheinmetall wies die Vorwürfe gegenüber dem Magazin zurück und erklärte, das System habe sich in der Ukraine als "außerordentlich effektiv und zuverlässig" erwiesen. Das Unternehmen lehnte auf Nachfrage eine Stellungnahme zu konkreten Einsatzdetails und Einsatztagen aus Sicherheitsgründen ab. Nach Angaben des vom "Stern" zitierten Berichts soll Skynex am 1. April 2026 beim Schutz eines Industriegeländes im Westen der Ukraine weitgehend versagt haben. Eine russische Shahed-Drohne habe trotz mehrfacher Erfassungsmöglichkeiten nicht abgeschossen werden können. Zwei voneinander unabhängige Beteiligte hätten den Drohneneinschlag bestätigt. Dem Bericht zufolge waren zum Schutz des Geländes zwei Skynex-Systeme mit insgesamt acht 35-Millimeter-Kanonen, zwei Radaren und zwei Kommandoposten im Einsatz. Als Ursache nennt das Dokument eine Kombination aus technischen Defekten und Problemen bei der Zielverfolgung.

+++ 05:36 Klitschko meldet fünf Todesopfer in Kiew +++

Nach den massiven kombinierten Luftangriffen auf Kiew steigt die Zahl der Opfer. Laut Bürgermeister Vitali Klitschko werden inzwischen fünf Tote gezählt. Außerdem gebe es 34 Verletzte, die meisten von ihnen müssten im Krankenhaus behandelt werden.

+++ 04:59 Russische Attacken treffen auch Umgebung von Kiew +++

Die russischen Streitkräfte attackieren in der Nacht auch Ziele um die Hauptstadt herum. "In der Nacht verübte der Feind erneut einen massiven Angriff auf die Region Kiew unter Einsatz von Kampfdrohnen, ballistischen Raketen und Marschflugkörpern", erklärt der Gouverneur der Hauptstadtregion, Mykola Kalaschnyk. In Lagerhäusern und einen Wohnhaus im Bezirk Butscha seien Brände ausgebrochen. Andernorts seien Wohnhäuser, ein Studentenwohnheim und Fahrzeuge beschädigt worden. In Kiew steigen derweil die Opferzahlen, inzwischen ist von zwei Toten und mindestens 20 Verletzten die Rede.

+++ 03:38 Mindestens ein Todesopfer und elf Verletzte in Kiew +++

Während in Kiew immer noch Luftalarm herrscht, wird das Ausmaß der Schäden der verheerenden russischen Angriffe klarer. Laut Bürgermeister Vitali Klitschko gibt es mindestens ein Todesopfer, außerdem sind elf Menschen verletzt im Krankenhaus. Mehrstöckige Gebäude – darunter ein Hotel – seien in Flammen aufgegangen, einige Wohnhäuser komplett zerstört worden, berichtet das Nachrichtenportal "The Kyiv Independent". Reporter des Portals melden "unglaublich laute Explosionen", die selbst in tief unter der Erde gelegenen Luftschutzbunkern deutlich zu hören seien.

+++ 02:04 Hochhaus in Kiew brennt +++

Kiew erlebe in diesen Stunden einen der heftigsten Angriffe der letzten 4,5 Jahre, schreibt der Journalist Denis Trubetskoy auf X. Innerhalb einer halben Stunde seien rund 20 ballistische Raketen eingeschlagen. Eine davon traf offenbar ein Hochhaus, Videos in den sozialen Netzwerken zeigen einen Brand in den oberen Stockwerken. Der ukrainische Präsident Selenskyj hatte schon am Abend vor einem massiven Angriff durch Russland gewarnt.

+++ 01:42 Kiew unter Beschuss +++

Kiew wird in der Nacht von schweren Explosionen erschüttert. Immer wieder ertönt Luftalarm in der ukrainischen Hauptstadt. Im Zentrum brach mindestens ein Feuer aus. Feuerwehr und Krankenwagen rasten Augenzeugen zufolge unter einer dicken Rauchwolke zum Ort der Explosion. "Kiew steht unter Beschuss durch ballistische Raketen und Drohnen", warnt Bürgermeister Vitali Klitschko auf Telegram. "Die ganze Stadt" werde von Russland angegriffen. Es gebe mindestens fünf Verletzte. Klitschko ruft die Einwohner auf, in Schutzräume zu gehen und vorerst dort zu bleiben.

+++ 00:40 Studie: Mehr als zwei Millionen Soldaten Opfer im Ukraine-Krieg +++

In den vier Jahren seit Beginn des russischen Großangriffs auf die Ukraine sind einer Studie zufolge mehr als zwei Millionen Soldaten getötet, verletzt oder als vermisst gemeldet worden. Den Großteil der Verluste tragen laut der Studie des Zentrums für Strategische und Internationale Studien (CSIS) in Washington die russischen Streitkräfte mit 1,4 Millionen. Davon seien zwischen 400.000 und 450.000 russischen Soldaten getötet worden. Die ukrainischen Streitkräfte hätten im selben Zeitraum zwischen 525.000 und 625.000 Verluste erlitten, darunter zwischen 125.000 und 150.000 Tote. Die Zahl der russischen Todesopfer in der Ukraine sei "mehr als viermal so hoch wie alle US-Todesopfer in sämtlichen Kriegen seit dem Zweiten Weltkrieg zusammen", heißt es in der CSIS-Studie. Zudem sei das Verhältnis russischer zu ukrainischen Verlusten in der ersten Jahreshälfte 2026 vermutlich auf etwa acht zu eins gestiegen.

+++ 23:33 Ukrainische Regierung billigt Mechanismus für Waffenexporte +++

Die ukrainische Regierung führt einen Mechanismus für den Export von Waffen aus dem Land ein. Andere Länder könnten "ukrainische Waffen und Technologien kaufen und direkt mit ukrainischen Herstellern zusammenarbeiten", erklärt der ukrainische Verteidigungsminister Mychailo Fedorow. Oberste Priorität seien nach wie vor die eigenen Verteidigungsbedürfnisse. Ziel sei es, "internationale Investitionen anzuziehen, ohne die Priorität der Versorgung" der ukrainischen Armee zu verlieren. "Exporte sind nur möglich, wenn die Versorgung des ukrainischen Militärs garantiert ist", so Fedorow. Wenn Kiew bestimmte Waffen benötige, könnten Exportgenehmigungen verweigert werden. 

+++ 22:00 Deutlich weniger russische Drohnen- und Raketenangriffe auf die Ukraine im Juni +++

Russland hat die Ukraine im Juni mit deutlich weniger Drohnen und Raketen angegriffen als im Vormonat. Wie aus einer Analyse der Nachrichtenagentur AFP auf Grundlage von Daten der ukrainischen Luftwaffe hervorgeht, attackierte Moskau das Nachbarland mit 5749 Drohnen und 180 Raketen. Bei den Drohnen betrug der Rückgang 29 Prozent, bei den Raketen 15 Prozent. Mehrere Zivilisten wurden bei den Angriffen getötet. Der Rückgang folgt auf mehrere Monate mit besonders massiven russischen Luftangriffen. Im Mai hatte Russland die Ukraine nach einer AFP-Auswertung mit der höchsten monatlichen Zahl an Drohnen seit Beginn des Angriffskrieges im Februar 2022 attackiert. Damals setzte Moskau mindestens 8150 Langstreckendrohnen und 211 Raketen ein.

+++ 21:35 Schweden liefert "Meteor"-Langstreckenraketen für die Ukraine +++

Schweden wird der Ukraine Langstrecken-Raketen vom Typ "Meteor" für ihre künftige Flotte von Gripen-Kampfflugzeugen liefern, wie Verteidigungsminister Pål Jonson bestätigt. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem stellvertretenden ukrainischen Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow erklärt Jonson, die Gripen-Flugzeuge würden im Rahmen umfassenderer Bemühungen einer "Luftfahrtkoalition", an der Schweden, die Niederlande, Dänemark und die Vereinigten Staaten beteiligt sind, mit Langstrecken-Angriffsfähigkeiten ausgestattet. Fedorow erklärt, die "Meteor"-Raketen würden voraussichtlich eine Schlüsselrolle im künftigen Luftabwehrsystem der Ukraine spielen, insbesondere gegen russische Flugzeuge, die mit KABs - von Moskau eingesetzten gelenkten Luftabwurfbomben - bestückt sind.

+++ 20:45 Dashcam filmt explodierendes Auto nach Drohneneinschlag +++

Zwischen Russland und der Ukraine eskaliert derzeit der Drohnenkrieg. Beide Seiten setzen immer mehr auf die vergleichsweise günstigen Waffen, um strategische Ziele im Hinterland des Gegners anzugreifen. Reichweite und die Zahl der Angriffe haben deutlich zugenommen. Aufnahmen zeigen die Intensität der Angriffe. 

+++ 20:19 Selenskyj: Firmen in Europa arbeiten für Russland +++

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nutzt eine Einladung zum Start der irischen EU-Ratspräsidentschaft für scharfe Kritik an Geschäftsmöglichkeiten russischer Oligarchen in Europa. Es gebe Firmen in europäischen Ländern, "deren einziger Zweck es ist, für Russland zu arbeiten", sagt der ukrainische Staatschef bei einer Rede in Dublin. Diese seien im Besitz oder praktisch unter der Kontrolle sanktionierter russischer Oligarchen. "Sie versorgen den Aggressor weiterhin mit essenziellen Materialien, sogar jetzt", so Selenskyj weiter. Er rief die EU dazu auf, die Sanktionen gegen Russland entsprechend zu erweitern.

+++ 19:48 Selenskyj: Russland bereitet massiven Angriff vor +++

Russland will nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj noch heute einen massiven Angriff auf die Ukraine ausführen. Das sagt Selenskyj bei einer Pressekonferenz in Dublin am Rande der Zeremonie zur Übernahme der EU-Ratspräsidentschaft durch Irland. Alle ein bis zwei Wochen führe Russland massive Angriffe mit Hunderten Drohnen und Dutzenden Raketen verschiedener Art aus, so der ukrainische Staatschef. "Heute gibt es die unangenehme Information über die nächste Vorbereitung eines solchen massiven russischen Angriffs", sagt Selenskyj. Daher werde er direkt nach der Pressekonferenz rasch in die Ukraine zurückkehren. Die Menschen in seinem Land ruft er auf, Alarmsignale zu beachten und Schutzräume aufzusuchen.

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