Politik

Klitschko ruft Trauertag ausHeftigste Angriffe auf Kiew seit Kriegsbeginn - Russland nutzt Schwachstelle

02.07.2026, 10:07 Uhr
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Für eine Weile gibt es keine besonders schweren russischen Luftangriffe auf Kiew. Möglicherweise haben die Kreml-Streitkräfte Drohnen und Raketen zurückgehalten, um sie bei der massivsten Attacke auf die Hauptstadt seit Kriegsbeginn einzusetzen.

Der Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt Kiew hat für den Freitag einen Trauertag ausgerufen. "Zum Gedenken an die Opfer des massivsten Angriffs des Feindes auf die Hauptstadt", teilte Vitali Klitschko auf Telegram mit. In Kiew sollen die Flaggen vor staatlichen und kommunalen Gebäuden auf halbmast wehen. Bei den Angriffen wurden mindestens 13 Menschen getötet, zudem gibt es fast 100 Verletzte.

Russland hat bei seinem Großangriff in der Nacht nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe 74 Raketen und 496 Drohnen eingesetzt, das Hauptziel sei Kiew gewesen. Die Flugabwehr habe nach vorläufigen Angaben 48 Raketen und 476 Drohnen abfangen können, teilte die Luftwaffe mit.

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Ein Mann steht an einem zerstörten Gebäude. (Foto: AFP)

25 Raketen und zwölf Drohnen seien an 33 Stellen eingeschlagen, hieß es. Weitere Informationen würden geprüft. "Unsere Flugabwehr konnte zwar eine beträchtliche Anzahl der anfliegenden Ziele abschießen, jedoch nicht alle", hieß es vom ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj auf X.

Eingesetzt worden sein sollen unter anderem 24 ballistische Raketen Iskander M/S-400. Abgefangen werden konnten davon nur vier Stück. Die Ukraine hat seit Jahren zu wenige Mittel zur Verfügung, um ballistische Raketen abzufangen. Die Streitkräfte bräuchten deutlich mehr Patriot-Systeme aus US-Entwicklung sowie die dazugehörigen modernsten Abfangraketen vom Typ PAC-3. Russland weiß von dieser Schwachstelle und nutzt sie aus. Die Ukraine versucht die USA dazu zu bewegen, Patriot-Flugabwehrraketen im eigenen Land herstellen zu dürfen.

EU will neue Sanktionen verhängen

Ebenfalls nicht eliminiert werden konnten bei den nächtlichen Attacken laut den vorläufigen Angaben der ukrainischen Luftwaffe vier Zirkon-Hyperschallraketen. Deutlich besser sind die Abschussquoten wie üblich bei gängigen Marschflugkörpern wie dem Kh-101 oder Drohnen. Diese können im Gegensatz zu ballistischen Raketen von einer Vielzahl an Flugabwehrsystemen und auch Kampfjets eliminiert werden.

"Flugabwehr für die Ukraine hat absolute und entscheidende Priorität", hieß es von Selenskyj. "Jedes bilaterale Abkommen, das wir mit unseren Partnern im Bereich der Luftabwehr schließen, macht wirklich einen Unterschied. Ich bin jedem Staats- und Regierungschef dankbar, der dabei hilft."

Die EU-Außenbeauftragte Kallas schrieb auf X: "Verurteilungen allein werden die Angriffe auf Kiew nicht stoppen. Nur anhaltende militärische Unterstützung für die Ukraine und verstärkter Druck auf Moskau können dies bewirken." Sie wolle vorschlagen, weitere russische Einrichtungen zu sanktionieren, die den militärisch-industriellen Komplex Russlands unterstützen. "Je mehr Moskau Zivilisten angreift, desto mehr Sanktionen müssen verhängt werden."

Quelle: ntv.de, rog

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