Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 16:04 Selenskyj: 10.000 nordkoreanische Soldaten in Russland stationiert +++
Mittlerweile sind 10.000 nordkoreanische Soldaten derzeit auf russischem Territorium, sagt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. Er weist darauf hin, dass Nordkorea durch seine Rolle im Krieg Russlands gegen die Ukraine militärisches Know-how erworben habe, was ein potenzielles Risiko für die Sicherheit Japans darstelle. "Es ist äußerst gefährlich, dass sie nun Kenntnisse über moderne hybride Kriegsführung erworben haben. Sie wissen, wie man sich (gegen) Drohnen verteidigt", sagt Selenskyj gegenüber Kyodo News. Nordkoreanische Truppen lieferten sich bereits Gefechte mit ukrainischen Streitkräften, die einen grenzüberschreitenden Einfall in die westrussische Region Kursk unternommen und Teile des Gebiets vorübergehend besetzt hatten.
+++ 15:25 IT-Fehler enttarnt Russlands milliardenschweres Öl-Schmuggel-Netzwerk +++
Eine IT-Panne deckt offenbar ein weitreichendes Schmuggelnetzwerk auf, das russisches Öl im Wert von mindestens 90 Milliarden Dollar bewegt hat und damit eine wichtige Rolle bei der Finanzierung des russischen Krieges gegen die Ukraine spielt. Das berichtet die "Financial Times" (FT). Die Zeitung identifizierte 48 scheinbar unabhängige Unternehmen, die jedoch alle denselben privaten E-Mail-Server nutzen. Das Netzwerk verschleiert gezielt die Herkunft von Öl - insbesondere von staatlich kontrollierten Konzernen wie Rosneft - um Sanktionen zu umgehen. Seit die USA im Oktober 2025 Rosneft und Lukoil mit Sanktionen belegten, hat sich eine zuvor unbekannte Firma namens "Redwood Global Supply" zum größten Exporteur russischen Rohöls entwickelt .Die Recherchen zeigen, dass mindestens 442 Web-Domains denselben Mailserver verwenden und damit organisatorisch verbunden sind. Durch Abgleich mit Zollunterlagen aus Russland und Indien konnte die FT zahlreiche dieser Firmen mit russischen Öltransporten in Verbindung bringen. Die Unternehmen existieren oft nur wenige Monate, was die Durchsetzung von Sanktionen erschwert. Viele stehen im Zusammenhang mit aserbaidschanischen Geschäftsleuten wie Etibar Eyyub und Tahir Garayev, denen Verbindungen zu Rosneft nachgesagt werden. EU-Vertreter prüfen laut Bericht neue Sanktionen, da das Netzwerk maßgeblich dazu beiträgt, Preisobergrenzen und Handelsbeschränkungen zu umgehen. Das Netzwerk nutzt komplexe Firmenstrukturen, Zwischenhändler und Umladestationen - unter anderem in den Vereinigten Arabischen Emiraten - sowie eine "Schattenflotte" von Tankschiffen, um Herkunft, Preis und Eigentümer der Öltransporte zu verschleiern. Experten betonen, dass solche Methoden zwar altbekannt seien, das Ausmaß dieses Netzwerks jedoch außergewöhnlich groß sei.
+++ 15:05 Bund darf Rosneft Deutschland übernehmen +++
Der Bund darf nach einer Entscheidung der EU-Kommission die alleinige Kontrolle über Rosneft Deutschland übernehmen. Die Brüsseler Behörde genehmigt die Übernahme durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, da es keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken gebe. Der Bund hat als Treuhänder bereits die Kontrolle über Rosneft Deutschland und damit auch über den jeweiligen Anteil an der Raffinerie PCK Schwedt sowie den Raffinerien MiRo in Karlsruhe und Bayernoil in Vohburg (Bayern). Die Raffinerie PCK in Schwedt versorgt weite Teile des Nordostens und Berlin mit Sprit, Heizöl und Kerosin. Sie gehört zu 54 Prozent deutschen Töchtern des russischen Staatskonzerns.
+++ 14:35 Kiew: Haben russische Attentatspläne vereitelt +++
Die Strafverfolgungsbehörden in der Ukraine und in Moldau haben nach Angaben aus Kiew ein angebliches Komplott zur Ermordung hochrangiger ukrainischer Politiker vereitelt. Ein gemeinsames Ermittlungsteam beider Länder habe die von Moskau angestifteten Attentatspläne aufgedeckt, teilt der ukrainische Generalstaatsanwalt Ruslan Krawtschenko mit. Nach seinen Angaben wurden im Zuge der Ermittlungen sieben Verdächtige in der Ukraine und drei weitere Verdächtige in Moldau festgenommen. Die Festgenommenen gehörten einer "organisierten Gruppe" an, die "Auftragsmorde an wohlbekannten ukrainischen Bürgern und Ausländern" vorbereitet habe, erklärt Krawtschenko. Eine der Zielscheiben des Komplotts sei Andryj Jusow gewesen, der im Kommunikationsbereich für das ukrainische Militär arbeitet und Gefangenenaustausche zwischen der Ukraine und Russland koordiniert hat. Gegen wen sich die angeblichen Attentatspläne sonst noch gerichtet haben sollen, konkretisiert der Generalstaatsanwalt nicht.
+++ 14:13 UN: Mehr als 5000 Frauen und Mädchen seit 2022 in Ukraine getötet +++
In der Ukraine sind nach Angaben der Vereinten Nationen (UN) seit 2022 mehr als 5000 Frauen und Mädchen getötet worden. Weitere 14.000 seien seit der russischen Invasion im Februar vor fast genau vier Jahren verletzt worden, erklärt die Leiterin von UN-Women Sofia Calltorp in Genf vor Journalisten.
+++ 13:55 Kallas: Streben am Montag 20. EU-Sanktionspaket gegen Russland an +++
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas setzt darauf, dass die EU sich am Montag auf ein 20. Sanktionspaket gegen Russland einigen kann. "Am kommenden Montag wollen wir das 20. Sanktionspaket gegen Russland verabschieden. Die Sanktionen zeigen Wirkung, sie schaden der russischen Wirtschaft schwer, und jede neue Maßnahme schränkt Russlands Fähigkeit zur Kriegsführung weiter ein", sagt Kallas auf einer Pressekonferenz anlässlich des Treffens der E5-Verteidigungsminister in Krakau. Am Montag treffen sich die EU-Außenminister in Brüssel.
+++ 13:42 Merz: "Stehen an der Seite des ukrainischen Volkes ohne Wenn und Aber" +++
Bundeskanzler Friedrich Merz hat beim CDU-Parteitag seinen unumstößlichen Willen zur Unterstützung der Ukraine im Krieg gegen Russland bekräftigt. "Wir stehen an der Seite des ukrainischen Volkes ohne Wenn und Aber", sagte Merz in Stuttgart. "Wir werden uns niemals damit abfinden, wie ein verbrecherisches russisches Regime systematisch Krieg führt gegen die Zivilbevölkerung dieses Landes, gegen alte Menschen, gegen Frauen und gegen Kinder. "Russland verbinde den seit vier Jahren währenden Angriff gegen die Ukraine mit "einer geradezu unerträglichen Nazipropaganda gegen das ukrainische Volk - ein Volk, das unter der deutschen und der russischen Gewaltherrschaft so gelitten hat wie kaum ein Zweites auf der Welt", sagte Merz. Dies werde "jederzeit auf unseren entschiedenen Widerspruch stoßen".
+++ 13:07 Türkischer Drohnenträger wird zur Abschreckung an Ostflanke eingesetzt +++
Der am laufenden Nato-Militärmanöver in der Ostsee beteiligte türkische Drohnenträger "TCG Anadolu" wird nun auch zur Abschreckung an der Ostflanke des Bündnisses eingesetzt. Dazu nimmt das Kriegsschiff Kurs auf die Küste vor Lettland, wie die Deutsche Presse-Agentur in Berlin erfuhr. Das Schiff wird dafür auch dem Alliierten Luftkommando der Nato ("Aircom") unterstellt. Die Anadolu ist ein amphibisches Angriffsschiff der türkischen Marine und an der laufenden Nato-Übung "Steadfast Dart" beteiligt. Am Mittwoch waren dabei Soldaten und Material über den Strand des Truppenübungsplatzes Putlos an Land gebracht worden - eine sogenannte amphibische Landeoperation. Unter dem Eindruck von Luftraumverletzungen durch russische Kampfjets und Kamikaze-Drohnen hatte die Nato im September vergangenen Jahres den Einsatz "Eastern Sentry" (deutsch etwa: Wächter des Ostens) begonnen, mit dem vor allem zusätzliche Überwachungs- und Flugabwehrkapazitäten mobilisiert werden sollen.
+++ 12:44 Kreml: Können noch nichts zu neuer Gesprächsrunde sagen +++
Wann und wo eine neue Verhandlungsrunde zur Ukraine stattfindet, ist nach Angaben des Kreml noch offen. Er könne nichts bestätigen, sagt der Sprecher des russischen Präsidialamtes, Dmitri Peskow. Zuvor hatte die russische staatliche Nachrichtenagentur TASS unter Berufung auf einen Insider berichtet, dass die nächsten Gespräche in Genf unter Beteiligung von Delegationen aus Russland, der Ukraine und den Vereinigten Staaten stattfinden würden.
+++ 11:47 Deutschland plant wohl Drohnen-Allianz mit Verbündeten +++
Die fünf größten europäischen Militärmächte wollen angesichts der russischen Bedrohung gemeinsam die Entwicklung von Kampfdrohnen vorantreiben. Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Polen planen den Start einer entsprechenden Initiative, geht aus einem Entwurf für die Abschlusserklärung ihres Treffens hervor. Ein Vertreter des polnischen Verteidigungsministeriums bestätigte die Pläne. Ziel sei es, die eigene Rüstungsindustrie zu stärken und Lehren aus dem Ukraine-Krieg zu ziehen. Dem Dokument zufolge wollen sie das Projekt "Low-Cost Effectors and Autonomous Platforms" (LEAP) ins Leben rufen. Dabei gehe es um die enge Zusammenarbeit bei der Entwicklung und Beschaffung kostengünstiger Waffensysteme und autonomer Plattformen. Der Krieg in der Ukraine hat gezeigt, dass solche Drohnen eine effiziente und billige Alternative zu teuren Flugabwehrraketen darstellen können. Die Verbündeten der Ukraine wollen diese Erfahrungen nun für die Modernisierung der eigenen Streitkräfte nutzen.
+++ 11:09 Naftogaz: Öl- und Gasinfrastruktur in Poltawa bei Angriff getroffen +++
Russische Drohnen haben die Öl- und Gasinfrastruktur der Ukraine in der zentral gelegenen Region Poltawa getroffen und dabei Schäden und einen Brand verursacht. Das teilt das staatliche Energieunternehmen Naftogaz mit. "Dies ist ein weiterer gezielter Angriff auf unsere Öl- und Gasinfrastruktur. Seit Jahresbeginn hat der Feind die Anlagen der Naftogaz-Gruppe mehr als 20 Mal angegriffen", schreibt Firmenchef Sergij Korezkyi auf Facebook.
+++ 10:39 ntv-Reporterin Sharma: "Fahnenflucht ein Riesenproblem der ukrainischen Armee"+++
In der kommenden Woche jährt sich der großflächige Angriff Russlands auf die Ukraine zum vierten Mal. Korrespondentin Kavita Sharma berichtet aus Kiew über die Verluste beider Parteien, die Kriegsmüdigkeit der Soldaten und einen ukrainischen Angriff auf die symbolträchtige und annektierte Krim.
+++ 10:09 Selenska: 684 Kinder im Krieg ums Leben gekommen +++
Laut der ukrainischen First Lady Olena Selenska sind seit Beginn des russischen Angriffskrieges vor vier Jahren 684 ukrainische Kinder ums Leben gekommen und mehr als 2000 verletzt worden. Sogar Kinderkliniken seien kein sicherer Ort mehr, denn sie seien das Ziel russischer Angriffe, zitiert die Nachrichtenagentur Ukrinform Selenska. Mehr als 800 medizinische Einrichtungen seien demnach zerstört worden.
+++ 09:40 Ukraine stellt Rüstungsexporte in Milliardenhöhe in Aussicht +++
Die Ukraine könnte nach der Genehmigung ihrer ersten Rüstungsexporte seit Kriegsbeginn in diesem Jahr Waffen im Wert von mehreren Milliarden Dollar exportieren. Die Regierung erwäge zudem die Einführung einer Steuer auf diese Ausfuhren, sagte der stellvertretende Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates, Davyd Aloian. Eine Kommission habe Anfang des Monats den Großteil von 40 Exportanträgen aus der Rüstungsindustrie genehmigt. Aloian bezifferte das Potenzial unter Berücksichtigung von fertigen Produkten, Ersatzteilen und Dienstleistungen auf mehrere Milliarden Dollar. Dies sei deutlich mehr als vor dem russischen Einmarsch im Februar 2022, nach dem Kiew sämtliche Waffenausfuhren gestoppt hatte. Der Beamte dämpfte jedoch Erwartungen an einen sofortigen Boom. Das eigene Militär habe angesichts des russischen Vormarsches im Osten und der anhaltenden Luftangriffe weiterhin Vorrang. Großes Interesse an der kampferprobten ukrainischen Technologie zeigten Verbündete wie Deutschland, Großbritannien, die USA sowie nordische Staaten. Priorität bei den Ausfuhren hätten Länder, die Kiew im Krieg am stärksten unterstützten.
+++ 09:02 Spahn: "Heute würde man eine andere Russlandpolitik machen" +++
Jens Spahn, Fraktionsvorsitzender der Union, sagte im RTL/ntv-Frühstart auf die Frage, was man von Angela Merkel lernen könne: "Na ja, jede Zeit hat ihre Aufgaben, hat ihre Herausforderungen. Aber natürlich gibt es immer was miteinander zu besprechen, zu schauen, was haben wir richtig gemacht, wo haben wir Stärke geschöpft, auch in den 16 Regierungsjahren. Aber das gehört natürlich auch zur Wahrheit dazu: Wo müssen wir besser werden? Was müssen wir anders machen mit dem Wissen von heute? Zum Beispiel würde man eine andere Russlandpolitik gemacht haben in früheren Regierungszeiten. Also wir müssen auch immer wieder in der Lage sein, wenn die Welt sich ändert, wenn die Lage sich ändert, unsere Politik anzupassen."
+++ 08:08 DRK: Energie-Infrastruktur in Ukraine am Kipppunkt +++
Laut dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) verschärft sich in der Ukraine neben der humanitären Lage auch die der Energie-Infrastruktur. Dem Evangelischen Pressedienst sagte DRK-Leiter für Internationale Zusammenarbeit in Berlin, Christof Johnen, dass sich seit dem vergangenen Sommer die Angriffe auf die Energieversorgung intensiviert hätten. Dadurch nähere sich der Zustand vieler Anlagen einem Kipppunkt oder habe ihn bereits erreicht.
+++ 07:13 Trotz Trump-Einladung bekommt Delegation aus Belarus keine US-Visa +++
Trotz einer Einladung von US-Präsident Donald Trump hat eine belarussische Delegation nicht an einer Friedenskonferenz in Washington teilnehmen können, weil ihr die notwendigen US-Visen verweigert wurden. Das teilte das Außenministerium in Minsk am Donnerstag mit. Außenminister Maxim Ryschenkow hätte an dem Gründungstreffen von Trumps "Friedensrat" (Board of Peace) teilnehmen sollen. "In dieser Situation stellt sich die berechtigte Frage, von welcher Art von Frieden wir sprechen, wenn die Organisatoren nicht einmal die grundlegenden Formalitäten für unsere Teilnahme erledigen können?", hieß es in einer Erklärung des Ministeriums. Die Einladung sei ursprünglich an Präsident Alexander Lukaschenko ergangen. Belarus ist ein enger Verbündeter Russlands und wird wegen Menschenrechtsverletzungen seit langem mit westlichen Sanktionen belegt. Die Strafmaßnahmen wurden verschärft, nachdem Machthaber Lukaschenko sein Staatsgebiet für die russische Invasion in der Ukraine 2022 zur Verfügung gestellt hatte.
+++ 06:35 Russische Bomber fliegen vor Alaska - US-Militär schickt Kampfjets +++
Wegen des Eindringens russischer Bomber und Kampfflugzeuge in die Luftverteidigungszone vor dem US-Bundesstaat Alaska sind mehrere Maschinen des Militärs zu einem Abfangeinsatz aufgestiegen. Zwei russische Langstreckenbomber vom Typ TU-95, zwei Kampfjets vom Typ SU-35 und ein Luftraumaufklärungsflugzeug des Modells A-50 seien von den eingesetzten Maschinen bis zum Verlassen der Luftverteidigungszone eskortiert worden, teilte das Kommando für die nordamerikanische Luftraumverteidigung (Norad) mit. Die russischen Maschinen seien bei ihrem Vorstoß nicht in den kanadischen oder amerikanischen Luftraum eingedrungen. Norad erklärte weiter, es gebe regelmäßig solche Zwischenfälle mit russischen Flugzeugen. Diese würden nicht als Bedrohung aufgefasst. Nach Ansicht von Militärexperten nutzen Staaten ein solches Vordringen häufig, um die Verteidigung der betroffenen Länder zu testen.
+++ 05:39 Russland exportiert weniger Öl +++
Im Januar sind Russlands Ölexporte laut der Internationalen Energie Agentur (IEA) um 350.000 Barrel pro Tag im Vergleich zum Vormonat zurückgegangen - trotz Rekordabsätzen in China. Vor allem Indien hat deutlich weniger abgenommen als zuletzt. Im Dezember war es noch mehr als das Doppelte, im Januar 2025 sogar das 3,5-fache der Menge, die die russischen Ölkonzerne nun absetzen konnten. Zum Teil ist dies auch auf das Einfuhrverbot der EU für Benzin zurückzuführen, das aus russischem Rohöl gewonnen wurde. Sergej Frolow, Partner der Consultingagentur NEFT Research, spricht von einem strukturellen Wendepunkt in der russisch-indischen Ölpartnerschaft. Das Geschäftsmodell mit dem Einkauf billigen russischen Rohöls und dem Weiterverkauf von Treibstoff an die EU habe sich überlebt, meint er.
+++ 04:23 IAEA: AKW Saporischschja nur noch an eine Stromleitung angeschlossen +++
Nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA)wird das von Russland besetzte Atomkraftwerk Saporischschja im Südosten der Ukraine nur noch über eine letzte verbliebene externe Stromleitung versorgt. Eine Reserveleitung sei vor mehr als einer Woche ausgefallen. Der Ausfall der Leitung Ferrosplavna-1 am 10. Februar sei "Berichten zufolge infolge militärischer Aktivitäten" geschehen, teilt IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi mit. Das von russischen Truppen in den ersten Wochen der Invasion eingenommene Kraftwerk ist das größte Europas. Es erzeugt selbst keinen Strom, benötigt diesen jedoch zur Kühlung des Kernmaterials, um eine Kernschmelze zu verhindern.
+++ 02:23 Drohnenangriff: Explosionen auf der Krim +++
Die Ukraine greift in der Nacht Ziele in Sewastopol auf der Krim an. Der von Russland eingesetzte Gouverneur der Region, Michail Raswosschajew, schreibt auf Telegram, es habe Angriffe auf den Hafen gegeben, ein Mensch sei getötet worden. Flugabwehreinheiten hätten 16 ukrainische Drohnen abgefangen. Mehrere Hochhäuser und Privathäuser seien beschädigt worden. Es gibt Berichte über Explosionen nahe dem Militärflugplatz Katscha. In Sewastopol befindet sich auch das Hauptquartier der russischen Schwarzmeerflotte.
+++ 01:04 Verteidigungsminister beraten in Krakau im E5-Format +++
Im polnischen Krakau kommen an diesem Freitag die Verteidigungsminister der sogenannten E5-Staaten zusammen, um über hybride Bedrohungen und den Krieg in der Ukraine zu beraten. Zudem soll es um die europäische Verteidigungsfähigkeit und die transatlantischen Beziehungen gehen. Die E5-Gruppe (Group of Five) besteht aus Deutschland, Frankreich, Polen, Italien und Großbritannien. Auch die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas sowie die stellvertretende Nato-Generalsekretärin Radmila Shekerinska nehmen an dem Treffen teil. Die E5 waren 2024 auf Initiative von Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius ins Leben gerufen worden, um die Zusammenarbeit in der Verteidigung zu stärken.
+++ 23:32 Orban macht im Energiestreit Druck auf Kiew +++
Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban deutet an, dass sein Land die Stromversorgung der benachbarten Ukraine behindern könnte, falls Kiew weiter Ungarns Belieferung mit russischem Erdöl beeinträchtigt. "Ich will ja nicht drohen und nichts vorwegnehmen. Aber die Ukraine bekommt einen bedeutenden Teil ihrer Stromversorgung über Ungarn", sagt Orban in Washington bei einer Pressekonferenz. Seit Ende Januar kommt kein Erdöl mehr durch die Druschba-Pipeline über die Ukraine aus Russland nach Ungarn. Davon war die Ölversorgung der Slowakei ebenso wie Ungarns bisher weitgehend abhängig. Budapest und Bratislava haben deswegen bereits am Mittwoch ihre Treibstoff-Lieferungen an die Ukraine gestoppt.
+++ 22:01 Polen bemängelt zu niedrige Verteidigungsausgaben in mehreren Staaten +++
Der polnische Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz ruft die Regierungen in Madrid, Rom und Paris auf, stärker in die gemeinsame Verteidigung zu investieren. Er wolle, dass Spanien den Aufruf zur Erhöhung der Verteidigungsausgaben beherzige und dass Italien und Frankreich dies noch stärker täten. Der Minister verweist darauf, dass Polen, Deutschland und die skandinavischen Länder ihre Verteidigungsausgaben bereits erhöht hätten. "Je mehr Europa investiert, desto ernster und respektvoller" würden die USA Europa in diesem Bereich behandeln, fügt er hinzu. Die Nato-Mitglieder haben sich darauf geeinigt, ihre Verteidigungsausgaben bis 2035 auf fünf Prozent zu erhöhen. Polen stellt derzeit 4,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für Verteidigung bereit. Frankreich, Italien und Spanien haben im vergangenen Jahr alle etwa zwei Prozent ihres BIPs für Verteidigung ausgegeben.
+++ 21:13 Costa will mit Ukraine "so schnell wie möglich" über EU-Betritt verhandeln +++
EU-Ratspräsident António Costa spricht sich für einen möglichst baldigen Beginn des formellen Beitrittsprozesses der Ukraine aus. "Wir möchten so bald wie möglich die Verhandlungen offiziell eröffnen", sagt Costa. Er könne nicht sagen, ob dies in diesem oder dem kommenden Jahr geschehe, "aber wichtig ist, dass wir den Schwung nicht verlieren dürfen". Costa nennt es "beeindruckend", dass Kiew trotz des Kriegs gegen Russland die für einen EU-Beitritt notwendigen Reformen vorantreibe. Es gebe Regeln für den Beitrittsprozess, "die Kandidaten-Mitgliedstaaten müssen diese Kriterien erfüllen", sagt er. Die Ukraine ist seit Juni 2022 EU-Beitrittskandidat.
+++ 20:38 Geheimdienst: Mehr als 1000 Kenianer für Krieg in Ukraine rekrutiert +++
Einem kenianischen Geheimdienstbericht zufolge hat Russland mehr als 1000 Kenianer für den Krieg in der Ukraine rekrutiert. Dies sind fünfmal mehr, als die Behörden bisher angenommen hatten. Die russische Botschaft in Nairobi wies eine Verwicklung Moskaus in eine illegale Rekrutierung jedoch zurück. Ausländische Staatsbürger könnten sich aber freiwillig den russischen Streitkräften anschließen, hieß es. Der Mehrheitsführer im kenianischen Parlament, Kimani Ichung'wah, hatte den Bericht des Geheimdienstes gestern den Abgeordneten vorgestellt. Demnach hat ein Netzwerk aus korrupten Beamten und Menschenhändlerringen die Kenianer für den Kampf in der Ukraine angeworben. Den Rekruten, bei denen es sich oft um ehemalige Soldaten, Polizisten oder Arbeitslose handele, seien Monatsgehälter von etwa 2715 Dollar und Prämien von bis zu 9309 Dollar versprochen worden.
+++ 20:11 Fast ein Jahrzehnt für Russland spioniert: Israeli in Estland verurteilt +++
In Estland ist ein israelischer Staatsbürger wegen Spionage für das benachbarte Russland zu einer Haftstrafe von sechseinhalb Jahren verurteilt worden. Der 50-Jährige wurde der Beschaffung und Weitergabe von Informationen an den russischen Inlandsgeheimdienst FSB für schuldig befunden, wie das zuständige Gericht mitteilt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll er seit 2016 mit dem FSB zusammengearbeitet haben und Informationen über die Strafverfolgungs- und Sicherheitsbehörden sowie über Verteidigungseinrichtungen geliefert haben. Zudem sei er an Sabotageakten beteiligt gewesen und habe Angaben zu Personen weitergeleitet, die potenziell für verdeckte Kooperationen im Interesse Russlands rekrutiert werden könnten.
+++ 19:42 London: Russische Angriffe nehmen wieder stark zu +++
Britische Geheimdienste haben die russischen Luftangriffe auf die Ukraine seit Jahresbeginn analysiert. Russland habe im Januar etwa 4400 Drohnenangriffe durchgeführt, nachdem es im Dezember etwa 5100 gewesen seien, heißt es im "Geheimdienst-Update" des Verteidigungsministeriums in London. Den moderaten Rückgang führen die Briten lediglich auf schlechtere Wetterbedingungen im Januar zurück. Zwischen Ende Januar und Anfang Februar hätten sich beide Seiten weitgehend an eine Unterbrechung der Angriffe auf Energieanlagen gehalten. Im Anschluss daran habe die Zahl der täglichen russischen Angriffe im Durchschnitt jedoch wieder stark zugenommen: In den ersten beiden Februar-Wochen seien es etwa 190 Drohnen pro Tag gewesen gegenüber etwa 140 an einem Januartag. Den Angaben zufolge bleibt die Energieinfrastruktur der Ukraine seit Oktober 2025 das Hauptziel russischer Angriffe.
Alle früheren Entwicklungen können Sie hier nachverfolgen.