Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 10:52 Russische Armee greift Region Saporischschja 664 Mal an einem Tag an +++

28.02.2026, 00:07 Uhr

Am gestrigen Freitag haben die russischen Streitkräfte in der Region Saporischschja 664 Angriffe gestartet. Laut dem Leiter der regionalen Militärverwaltung von Saporischschja, Iwan Fjodorow, gab es unter anderem 19 Luftangriffe, 6 Attacken mittels Mehrfachraketenwerfern sowie 290 Artillerieangriffe. Die Schäden waren allerdings überschaubar: Es gingen 112 Meldungen über beschädigte Häuser, Autos und Infrastruktur ein, schreibt Fjodorow auf Telegram.

+++ 09:58 Russische Ölraffinerie gerät nach Drohnenangriff in Brand +++

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf das Dorf Novominskaya in der russischen Region Krasnodar ist in einer Ölraffinerie ein Feuer ausgebrochen. Das teilt das Operative Hauptquartier der Region Krasnodar auf Telegram mit. "In der Ölraffinerie ist aufgrund herabfallender Trümmerteile von Drohnen ein Brand ausgebrochen." In russischen Netzwerken ist die Rede davon, dass es sich um die Raffinerie Albashneft handle. Es habe offenbar keine Opfer gegeben, heißt es in den Berichten.

+++ 09:13 Kreml-Kräfte greifen Dnipropetrowsk an - Hochhäuser getroffen +++

Bei einem russischen Angriff auf Dnipropetrowsk sind Hochhäuser und Straßen beschädigt worden. Das teilt der Leiter der regionalen Staatsverwaltung von Dnipropetrowsk, Oleksandr Ganzha, auf Telegram mit. "Eine Person wurde verletzt", schreibt er. "Der Feind hat drei Bezirke der Region mehr als zehnmal mit Drohnen angegriffen." Ganzha berichtet außerdem von einer zerstörten Stromleitung sowie einem beschädigten Auto.

+++ 08:37 Russische Verwaltung sperrt Krimbrücke für Autoverkehr +++

In der vergangenen Nacht war die Krimbrücke, die die von Russland besetzte ukrainische Halbinsel Krim mit dem russischen Festland verbindet, für den Autoverkehr gesperrt. Das teilt der Betreiber der Brücke auf Telegram mit. "Diejenigen, die sich auf der Brücke und im Kontrollbereich befinden, werden gebeten, Ruhe zu bewahren und den Anweisungen des Sicherheitspersonals Folge zu leisten", heißt es in einem Beitrag auf der Plattform. Gegen 5.30 Uhr am Morgen wurde das Bauwerk wieder für den Verkehr freigegeben. Es war bereits die zweite Nacht in Folge, in der man nicht über die Verbindungsstraße fahren durfte.

+++ 08:00 Ukraine wehrt fast 100 russische Drohnen ab +++

Russland griff die Ukraine in der zurückliegenden Nacht mit insgesamt 105 Drohnen an. 96 von ihnen seien abgefangen und zerstört worden, teilt die Luftwaffe der ukrainischen Streitkräfte mit. Zusätzlich schossen russische Armeeangehörige aus der Region Woronesch eine ballistische Iskander-M-Rakete ab. Der Großteil der Drohnen war vom Typ Shahed. Lediglich sechs Kampfdrohnen schlugen auf ukrainischem Boden ein, teilt Kiew mit.

+++ 07:22 Ukraine: Zuletzt weitere 770 russische Soldaten außer Gefecht gesetzt +++

Der Generalstab der Streitkräfte hat in seinem täglichen Update zu den geschätzten Verlusten der russischen Seite weitere 770 "eliminierte" Soldaten gemeldet. Bei den täglich gemeldeten Zahlen der Ukraine dürfte es sich sowohl um tote als auch verwundete Soldaten handeln. Insgesamt stieg die Zahl der personellen Verluste auf militärischer Seite Russlands damit auf 1.265.900.

+++ 05:37 Selenskyj: Bin im Krieg kein guter Vater +++

Mehr als vier Jahre Krieg in der Ukraine haben nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj auch Auswirkungen auf dessen Familienleben. "Während des Krieges bin ich nicht der beste Vater", sagte Selenskyj in einem Interview des britischen Senders Sky News. Er habe nicht allzu viel Zeit für seine Kinder. "Ich bin der Präsident der Ukraine, ich vergleiche meine Arbeit nicht", sagte Selenskyj demnach weiter. Er habe seine Pflicht gewählt. "Meine Wahl ist die Ukraine. Deshalb habe ich gesagt, ich bin während des Krieges kein guter Vater."

+++ 03:39 Ukraine bekommt Milliardenkredit von Währungsfonds +++

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat einen über vier Jahre laufenden Kredit für die von Russland angegriffene Ukraine in Höhe von rund 8,1 Milliarden US-Dollar genehmigt. Davon werden 1,5 Milliarden sofort ausgezahlt, wie der IWF mitteilt. Das sei Teil eines internationalen Unterstützungspakets für die Ukraine in Höhe von 136,5 Milliarden US-Dollar. Die Mittel würden zur Finanzierung des Haushaltsdefizits und zur Stabilität des Finanzsystems verwendet, schreibt die Kiewer Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko in sozialen Medien.

+++ 02:21 Reiche will Biomethan aus Ukraine einführen +++

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche setzt bei der Umsetzung des geplanten neuen Heizungsgesetzes auch auf den Import grüner Brennstoffe aus der Ukraine. Die CDU-Politikerin teilt nicht die Einschätzung von Kritikern, wonach "grüner Brennstoff" knapp und teuer sei. "Biomethan ist verfügbar, wird hierzulande produziert und schon jetzt im Markt vertrieben. Wo eine Nachfrage ist, wird sich ein Markt bilden", sagte Reiche den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Ukraine etwa biete Biogas in großen Mengen an: Es gebe noch regulatorische Herausforderungen aufseiten der Ukraine und der EU. "Aber wenn diese gelöst sind, können wir mit signifikanten Biomethanimporten rechnen", sagte Reiche.

+++ 00:47 Im russischen Belgorod 50.000 Menschen nach Angriff ohne Strom +++

Nach ukrainischen Raketenangriffen in der Nacht sind in der russischen Stadt Belgorod rund 50.000 Menschen ohne Strom. Es gebe schwere Schäden an der Energieinfrastruktur, was auch die Wasser- und Wärmeversorgung beeinträchtige, teilt Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow auf Telegram mit. Etwa die Hälfte der Betroffenen soll bis zum Tagesende wieder am Netz sein. Eine Stellungnahme der Ukraine liegt zunächst nicht vor.

+++ 23:44 Russischer Angriff auf Philip-Morris-Fabrik in Charkiw verursachte Millionenschaden +++

Der Tabakriese Philip Morris beziffert den Schaden nach einem russischen Angriff im vergangenen Monat, bei dem ein Lagerhaus in Charkiw zerstört und ein Rohstofflager beschädigt wurde, auf mindestens 16 Millionen Dollar. Das sagt Serhii Kalnoochenko, Finanzchef der ukrainischen Niederlassung des Unternehmens, gegenüber Forbes Ukraine. Die Flammen zerstörten 5000 Quadratmeter der Fabrik, und fast einen Monat nach dem Anschlag vom 30. Januar ermittelt das Unternehmen noch immer das volle Ausmaß des Schadens, berichtet der "Kyiv Independent". Erste Schätzungen berücksichtigen sowohl die Fabrikgebäude als auch die darin gelagerten Rohstoffe.

+++ 22:13 Pipeline-Streit: Selenskyj und Fico einigen sich auf Treffen in der Ukraine +++

Im Streit um Öllieferungen aus Russland haben der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und der slowakische Regierungschef Robert Fico ein Treffen vereinbart. Bei einem Telefonat lud Selenskyj Fico nach Angaben seines Büros in die Ukraine ein. Fico erklärt, er habe die Einladung angenommen. Ein Termin für das Treffen wird zunächst nicht genannt. Die Slowakei ist von russischen Ölimporten abhängig und wirft der Ukraine vor, Reparaturen an der Druschba-Pipeline zu verzögern, durch die russisches Öl über ukrainisches Territorium Richtung Slowakei und Ungarn geleitet wird.

+++ 21:32 Schwedische Armee: Drohne nahe französischem Flugzeugträger stammte aus Russland +++

Eine vor der schwedischen Küste gesichtete Drohne stammte nach Angaben der schwedischen Armee aus Russland. Schweden könne nun bestätigen, dass am Mittwoch "eine russische Drohne einen nicht genehmigten Flug durchgeführt" habe, erklärte die Armee. Das Fluggerät war in der Nähe eines französischen Flugzeugträgers gesichtet worden und sei von dem russischen Aufklärer "Schigulewsk" aus aufgestiegen, der zu diesem Zeitpunkt in schwedischen Gewässern unterwegs gewesen sei. Die schwedische Armee sprach von einem "ernsten Vorfall", der die Bedeutung ständiger Wachsamkeit unterstreiche.

+++ 20:52 Merz: Gab Gesprächsangebot an Moskau, aber ohne Waffenruhe sinnlos +++

Bundeskanzler Friedrich Merz betont, dass auch er zu Gesprächen mit der russischen Führung bereit war, diese aber angesichts der immer weiter fortgesetzten russischen Angriffe auf die Ukraine derzeit sinnlos seien. "Was sollen wir denn noch mehr machen an Diplomatie als das, was wir seit mehreren Monaten machen?", sagt der CDU-Vorsitzende auf einer Wahlveranstaltung im hessischen Volkmarsen. "Ich selbst, viele andere - wir bieten doch jede Form eines Gespräches an, bis hin zu einem Gespräch auch mit der russischen Staatsführung", fügt Merz hinzu. "Es gab nur eine Vorbedingung: Wenn wir sprechen, wenigstens dann müssen die Waffen schweigen." Russland habe dies aber nie zugesagt.

+++ 20:21 Sicherheitsbehörden rüsten auf: Dobrindt plant aktive Cyberabwehr +++

Die Bundesregierung will die Befugnisse für Sicherheitsbehörden im Kampf gegen Cyberattacken ausweiten und auch Angreifer aus dem Ausland ins Visier nehmen. Das Bundeskriminalamt (BKA), die Bundespolizei und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sollen künftig aktiv in IT-Systeme eingreifen dürfen, wie aus einem Gesetzentwurf "Stärkung der Cybersicherheit" hervorgeht. Das BKA erhält dabei neue Kompetenzen bei Attacken aus dem Ausland. In der Begründung heißt es: "Gefahrenabwehr hört, wie Strafverfolgung auch, im Bereich der Bekämpfung von Cyberangriffen nicht an Ländergrenzen auf." Konkret sollen die Behörden nun Datenverkehr umleiten, IT-Systeme stilllegen und in schweren Fällen Daten löschen oder verändern können - eben auch auf ausländischen Servern. Die Sicherheitsbehörden vermuten, dass viele Angriffe aus Russland im Zusammenhang mit der deutschen Unterstützung für die Ukraine gesteuert werden.

+++ 19:46 Fico: Ukraine hat wohl kein Interesse an Wiederaufnahme von Öltransfer +++

Die Ukraine will nach Einschätzung des slowakischen Ministerpräsidenten Robert Fico den Transfer russischen Öls durch die Druschba-Pipeline in die Slowakei und nach Ungarn offenbar nicht wieder aufnehmen. Er habe den "klaren Eindruck", dass die ukrainische Seite an der Wiederaufnahme des Öltransits nicht interessiert sei, erklärt Fico nach einem Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Dieser habe deutlich gemacht, dass die Reparatur der Ölleitung Zeit in Anspruch nehmen werde, teilt Fico mit. Eine Inspektion der Pipeline habe Selenskyj abgelehnt. Die Slowakei und Ungarn haben die Gründung eines gemeinsamen Ausschusses zur Untersuchung der Schäden an der Ölpipeline Druschba in der Ukraine vereinbart. Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban forderte die Regierung in Kiew auf, dem Gremium Zugang zu gewähren. Er wirft der Ukraine vor, die Lieferungen aus politischen Gründen gestoppt zu haben. Die Regierung in Kiew führt den Stopp dagegen auf Beschädigungen durch einen russischen Drohnenangriff zurück. Seit Ende Januar ist der Öltransfer nach Ungarn und in die Slowakei unterbrochen.

Alle früheren Entwicklungen können Sie hier nachverfolgen.