Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 23:05 US-Militär: Hinken Ukraine bei Drohnenproduktion hinterher +++

27.07.2026, 00:01 Uhr

Das US-Militär hinkt beim Aufbau einer eigenen Drohnenproduktion der Ukraine nach offiziellen Angaben weit hinterher. Die USA befänden sich in der schwierigsten Anfangsphase, sagt Travis Metz, der das Drohnenprogramm des US-Verteidigungsministeriums leitet. Während die Ukraine in diesem Jahr voraussichtlich sechs bis sieben Millionen kleine Angriffsdrohnen produzieren werde, komme das 1,1 Milliarden Dollar schwere US-Programm bis Februar auf insgesamt knapp 200.000 bestellte Exemplare. Der Weg von null auf 200.000 sei jedoch deutlich schwerer als die spätere Ausweitung der Produktion, erklärte Metz.

+++ 22:15 Caritas-Mitarbeiterin bei russischem Raketenangriff auf Charkiw getötet +++

Bei einem russischen Raketenangriff auf die ukrainische Stadt Charkiw ist am Wochenende eine Mitarbeiterin des katholischen Hilfswerks Caritas getötet worden. Die Hilfsorganisation sei "tief erschüttert über den Tod unserer Kollegin der Caritas Ukraine", erklärt der Leiter von Caritas international, Oliver Müller. Ihr zehnjähriger Sohn sei verletzt worden, er habe aber "diese Tragödie überlebt". Bei dem Raketeneinschlag am Sonntag sei ihr Haus vollständig zerstört worden. Die Frau war der Caritas zufolge als Sozialarbeiterin in einem Team für medizinische Hilfen tätig. Demnach musste sie 2022 nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine aus ihrer Heimatstadt Wowtschansk fliehen und baute sich in Charkiw ein neues Leben auf.  

+++ 21:49 Ehefrau von Kreml-Sprecher Peskow klagt gegen EU-Sanktionen +++

Die Ehefrau des russischen Präsidialamtssprechers Dmitri Peskow, Tatjana Nawka, geht juristisch gegen ihre EU-Sanktionen vor. Wie aus einer Veröffentlichung der EU hervorgeht, klagt die ehemalige Eiskunstlauf-Olympiasiegerin vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) auf Aufhebung der Strafmaßnahmen. Sie fordert zudem Schadenersatz in Höhe von gut zwei Millionen Euro. Die EU hatte Nawka im Juni 2022 im Zuge des russischen Vorgehens in der Ukraine mit einem Einreiseverbot und finanziellen Restriktionen belegt. Auch Jekaterina Ignatowa, die Ehefrau des Chefs des staatlichen Rüstungskonzerns Rostec, Sergej Tschemesow, geht offiziellen Datenbanken zufolge auf diesem Weg gegen die Sanktionen vor. 

+++ 21:22 Russland beschießt Hafen von Mykolajiw - ein Toter, mehrere Verletzte +++

Die russische Armee greift Schiffe im ukrainischen Schwarzmeerhafen Mykolajiw mit Drohnen an. Dabei sei ein Mensch getötet und mehrere verletzt worden, teilt die ukrainische Seehafenverwaltung mit. Es handele sich um Schiffe, die seit Beginn der russischen Invasion 2022 in Mykolajiw festgesteckt hätten. Das russische Verteidigungsministerium in Moskau spricht dagegen von zwei Schiffen, die für Lieferungen an die ukrainische Armee eingesetzt worden seien. Sie seien "im Moment des Entladens von Militärgütern" getroffen worden, heißt es in einer Mitteilung. Für diese Angaben gibt es keine Belege.  

+++ 20:47 Österreich reagiert auf veränderte Sicherheitslage und will den Wehrdienst verlängern +++

Österreich will den Wehrdienst um drei Monate auf künftig insgesamt neun Monate verlängern. Einen entsprechenden Beschluss gibt die österreichische Bundesregierung bekannt. Der Einigung war ein langes Ringen der Koalitionäre vorausgegangen. Die Drei-Parteien-Koalition will nun auf die rechte FPÖ und die Grünen im Parlament zugehen, da für die Änderung eine Zwei-Drittel-Mehrheit nötig ist. Sie soll zum 1. Januar 2027 in Kraft treten. Konkret werden den Angaben zufolge an den Grundwehrdienst drei Monate mit verpflichtenden Milizübungen angehängt. Damit folgt die Regierung aus konservativer ÖVP, sozialdemokratischer SPÖ und liberalen Neos im Wesentlichen den Empfehlungen einer Experten-Kommission. Anlass des Schritts sei die seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine völlig veränderte Sicherheitslage. Zunächst hat die Veränderung keine Folgen für den aktuell neunmonatigen Zivildienst. 2027 könne dieser Dienst freiwillig um zwei Monate verlängert werden, hieß es. Ab 2028 werde der Zivildienst verpflichtend um diese Zeit verlängert, wenn bestimmte Kennzahlen bei der Rekrutierung von Grundwehrdienern verfehlt würden, teilt die Regierung weiter mit.  

+++ 20:15 Burnham sichert Selenskyj Hilfe zu: Ukraine bekommt Störgeräte für seine Drohnen +++

Der britische Premierminister Andy Burnham sagt dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bei dessen Besuch in Großbritannien Unterstützung und neue Drohnentechnologie zu. Burnham empfängt Selenskyj an einem Marinestützpunkt im südenglischen Portsmouth, wo sie einen Flugzeugträger besuchten. Der ukrainische Präsident reist im Anschluss zu einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump in Washington weiter. "Wir stehen zu hundert Prozent an der Seite der Ukraine. Ich persönlich stehe zu hundert Prozent an Ihrer Seite, Herr Präsident", sagt Burnham. Großbritannien kündigt nun an, der Ukraine die Rechte an einer neuen Technik zur elektronischen Störung russischer Luftabwehrsysteme zu überlassen. Das an Drohnen befestigte Gerät mit dem Namen "Stone Cloak" soll deren Ortung und Bekämpfung erschweren. Tausende der Geräte wurden nach britischen Angaben bereits an die Ukraine geliefert. 

+++ 19:41 Trump prahlt mit Munitionsaufbau - nachdem Biden große Mengen an die Ukraine lieferte +++

US-Präsident Donald Trump weist Berichte zurück, wonach das US-Militär mit Engpässen bei Raketenabwehrsystemen und anderer Munition zu kämpfen habe. Allerdings macht die Biden-Regierung dafür verantwortlich, große Mengen an Waffen in die Ukraine geliefert zu haben. Auf die Frage nach Berichten, wonach die US-Vorräte an bestimmter Munition zurückgegangen seien, sagt Trump, das Land verfüge über "viel Munition, verschiedene Arten". "Biden hat der Ukraine viel gegeben, und deshalb bauen wir unsere Bestände wieder auf. Aber wir haben viel. [...] Ich meine, mehr, als wir jemals verbrauchen könnten", so Trump gegenüber Reportern. "Ich hätte gerne mehr, um ehrlich zu sein. Aber Biden hat der Ukraine so viel gegeben", fügt er hinzu.  

+++ 19:06 Nach Gesprächen zwischen USA und Ukraine: Russland suggeriert Verhandlungsbereitschaft +++

Russland ist bereit, neue Ideen und Vorschläge für den Friedensprozess in der Ukraine zu prüfen, wie das Außenministerium in Moskau mitteilt. Einem ukrainischen Insider zufolge haben die USA und die Ukraine zuletzt über eine mögliche Aussetzung der Luftangriffe beraten. Das russische Präsidialamt hat heute erklärt, es lägen keine konkreten Informationen über neue Friedensinitiativen vor. In Washington steht ein Treffen zwischen Präsident Donald Trump und seinem ukrainischen Kollegen Wolodymyr Selenskyj an. In der Vergangenheit hatte Russland stets beteuert, an einem Friedensprozess interessiert zu sein. Tatsächlich forderte der Kreml jedoch die Umsetzung seiner Maximalforderungen. Die wären einer Kapitulation der Ukraine gleichgekommen.  

+++ 18:32 Nach ukrainischen Drohnenattacken auf russische Tanker: Kasachstan halbiert Erdölförderung +++

Kasachstan halbiert seine Ölförderung nach der Schließung seines wichtigsten Exportterminals im russischen Teil des Schwarzen Meeres. Einem Branchen-Insider zufolge bricht die Produktion zuletzt von durchschnittlich 2,16 Millionen Barrel pro Tag im Juni auf rund eine Million ein. Das Terminal des Kaspischen Pipeline-Konsortiums CPC war nach ukrainischen Drohnenangriffen auf Tanker aus Sicherheitsgründen für eine Woche geschlossen worden. Nun teilt das kasachische Energieministerium mit, dass die Ölverladung wieder aufgenommen worden sei. Zwei Tanker würden mit Öl des vom US-Konzern Chevron geführten Konsortiums Tengizchevroil beladen. Der Vorfall zeigt die extreme Abhängigkeit Kasachstans von Russland für seine Energieexporte. Die CPC-Pipeline ist die mit Abstand wichtigste Exportroute für das zentralasiatische Land, das zu den zehn größten Ölproduzenten der Welt zählt. Mehr als 80 Prozent der kasachischen Ölausfuhren laufen über diese 1500 Kilometer lange Leitung, die vom riesigen Tengiz-Ölfeld in Kasachstan zum russischen Hafen Noworossijsk am Schwarzen Meer führt. Internationale Ölkonzerne wie Chevron und ExxonMobil sind maßgeblich an der Förderung in Kasachstan beteiligt.  

+++ 17:59 Rumänien weist russisches Botschaftspersonal aus +++

Rumänien weist einen Mitarbeiter der russischen Botschaft in Bukarest aus und reagiert damit auf das Eindringen mehrerer Drohnen in seinen Luftraum (siehe Eintrag 16:40 Uhr). Der zur "unerwünschten" Person erklärte Mitarbeiter müsse das Land innerhalb von fünf Tagen verlassen, teilt das rumänische Außenministerium mit. Der russische Botschafter Wladimir Lipajew sei über die Entscheidung informiert worden. Die rumänische Armee hatte zuletzt an drei Tagen in Folge Drohnen im Luftraum über dem Land abgeschossen. Heute wurde eine weitere Drohne gesichtet. Im Verlauf des seit fast viereinhalb Jahren andauernden Kriegs drangen wiederholt Drohnen in den rumänischen Luftraum ein. Einige davon stürzten ab, vor Freitag wurde jedoch keine abgeschossen.  

+++ 17:18 Militärische Produkte bei russischem Onlinehändler Wildberries nicht mehr auffindbar +++

Russlands größter Onlinehändler, Wildberries, hat laut Berichten die Auffinden von militärischer Produkte auf seiner Website eingestellt. Hintergrund sind ukrainische Angriffe auf insgesamt sieben Lagerhäuser des Unternehmens. Kiew erklärte, die Anlagen seien gezielt angegriffen worden, um die Logistik der russischen Armee zu stören. Wildberries bietet auf seiner Plattform eine Reihe von Dual-Use-Artikeln (also zivil und militärisch verwendbar) an, die auf dem Schlachtfeld gegen die Ukraine eingesetzt werden können, darunter kugelsichere Westen und Glasfaserkabel für Drohnen. Solche Waren seien nun aus den Suchergebnissen verschwunden. Wenn Nutzer etwa "alles für die SVO" suchen, gibt es keine Suchergebnisse. "SVO" ist die Abkürzung im Russischen für Sonderoperation. Damit beschönigt der Kreml seine Vollinvasion in der Ukraine, um nicht von einem Krieg sprechen zu müssen. Die "Moscow Times" berichtet, dass dieselbe Suche zuvor mehr als 200.000 Produkte ergab. 

+++ 16:40 Abschuss dreier russischer Drohnen kostet Nato-Land Rumänien 1,5 Millionen Euro +++

Die rumänischen Streitkräfte müssen kürzlich binnen drei Tagen drei russische Drohnen abfangen, die in den Luftraum des Landes eingedrungen sind. Das verursachte Kosten von rund 1,5 Millionen Euro, wird nun berichtet. Demnach stiegen F-16-Kampfjets auf und feuerten jeweils eine Rakete des Typs AIM-9X auf die russischen Drohnen. Eine dieser Raketen soll 400.000 Euro kosten. Zu den insgesamt 1,2 Millionen Euro kämen dann noch unter anderem Ausgaben für Flugstunden und die Wartung der Jets, was die Gesamtkosten auf etwa 1,5 Millionen Euro steigen ließe. Das Land suche nun nach einer günstigeren Alternative, etwa mithilfe von Helikoptern und darin montierten Maschinengewehren. Im nächsten Jahr erhält das Nato-Land ohnehin zwei Flugabwehrsysteme, heißt es.  

+++ 16:05 Selenskyj: Putin hat Angst vor der russischen Gesellschaft und ihren Fragen +++

Die ukrainischen Drohnenangriffe lassen die russische Gesellschaft die Folgen der vom Kreml initiierten Vollinvasion immer deutlicher spüren, sagte der ukrainische Präsident Selenskyj in einem Interview mit Sky News. Russlands Präsident Putin würde daher eine wachsende Unzufriedenheit in der Bevölkerung fürchten. "Putin hat Angst vor seiner Gesellschaft, vor internen Herausforderungen und vor Fragen, die ihm von innen gestellt werden", sagt Selenskyj. Er erklärt, dass die ukrainischen Fernangriffe dazu führen, dass Russland sowohl Einnahmen als auch Energieressourcen verliert. "Sie haben angefangen, Energie zu importieren, anstatt sie zu exportieren. Dadurch haben sie viel Geld verloren", betont er. Ihm zufolge übt dies erheblichen Druck auf Putin aus. "Er sieht sich mit vielen Fragen konfrontiert, mit internen Fragen der Menschen. 'Wo ist das Benzin? Was sollen wir tun? Wie sollen wir ohne Logistik und ohne Diesel leben?'", sagt Selenskyj beispielhaft. 

+++ 15:29 Tote nach russischem Angriff auf Waffenmesse - Veranstalter sitzt in U-Haft +++

Ein ukrainisches Gericht ordnet Untersuchungshaft für den Veranstalter einer Waffenmesse an, die von Russland angegriffen worden war. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Leiter eines Waffenindustrieverbands, Wassyl Hontscharuk, fahrlässige Tötung vor. Bis zum Beginn des Prozesses kann er auch nicht gegen Kaution auf freien Fuß kommen. Bei dem Angriff vom Freitag nahe Kiew waren mindestens elf Menschen getötet worden, fast hundert wurden verletzt. Der ukrainische Staatsanwalt Ruslan Krawtschenko sagt, Ermittler prüften, ob "Umstände das Ausmaß der Tragödie verschlimmert haben könnten". Seinen Angaben zufolge hatte der Verband mehr als 300 Menschen eingeladen, darunter Militärangehörige, Staatsvertreter und Geschäftsleute - und zwar ohne offizielle Genehmigung und mit einem viel zu kleinen Schutzraum. Zudem war die Veranstaltung in Onlinediensten beworben worden. Krawtschenko sagt, Ermittler "untersuchen, ob diese Handlungen es dem Feind ermöglicht haben könnten, einen gezielten Schlag vorzubereiten". 

+++ 14:56 Russen beschießen Reisebus in Slowjansk - zwei Frauen verletzt +++

In Slowjansk in der Region Donezk beschießt das russische Militär am Vormittag einen Personenbus. Dabei seien zwei Frauen verletzt worden, teilt Vadym Liakh, Leiter der Militärverwaltung der Stadt Slowjansk, auf Facebook mit. Beide Frauen seien ins Krankenhaus eingeliefert worden.  

+++ 14:21 Russische Kampfjets jagen Billig-Drohne über Leningrad +++

Videos sollen zeigen, wie russische Jets eine ukrainische FP-1-Drohne über der Region Leningrad jagen. Die Aufnahmen dokumentieren die Abwehr der russischen Luftwaffe gegen die relativ kostengünstigen Drohnen, die das ukrainische Militär für Angriffe im russischen Hinterland einsetzt.

+++ 13:54 Ukraine gibt Auskunft über Zahl belarussischer Kriegsgefangener +++

Momentan befinden sich 22 belarussische Staatsangehörige in ukrainischer Kriegsgefangenschaft, weil sie auf russischer Seite in dem Krieg gekämpft hatten und gefangen genommen wurden. Das geht aus einer Antwort der ukrainischen Koordinierungsstelle für die Behandlung von Kriegsgefangenen auf eine Anfrage eines belarussischen Radiosenders hervor. Zudem seien seit 2022 sieben Belarussen, die auch die russische Staatsbürgerschaft besaßen, gegen in russischer Gefangenschaft befindliche ukrainische Staatsangehörige ausgetauscht wurden. Ob die belarussischen Behörden wegen inhaftierte Belarussen mit der Ukraine Kontakt aufgenommen haben, ließ die Koordinierungsstelle unbeantwortet. Sie betonte in ihrer Auskunft, dass die Ukraine bereit sei, über jegliche Möglichkeiten zur Freilassung ukrainischer Staatsangehöriger zu verhandeln, denen die persönliche Freiheit entzogen wurde. "Sowohl die russischen als auch die belarussischen Behörden wurden über diese Möglichkeit und die Bereitschaft der Ukraine dazu informiert", sagte Bohdan Ochrimenko, Leiter des Sekretariats der Koordinierungsstelle.

+++ 13:25 Drohnenangriff auf Rostow: Zahl der Toten auf fünf gestiegen +++

Nach dem ukrainischen Drohnenangriff in der Nacht auf die südrussische Stadt Rostow am Don ist die Zahl der Toten auf fünf gestiegen, darunter ein Kind. Das teilt der Regionalgouverneur Juri Sljussar mit. Er berichtete zudem von Schäden an Wohnblöcken, Lagerhäusern und einer Obdachlosenunterkunft. Sljussar erklärte, die Luftabwehr habe rund 50 ukrainische Drohnen über seiner Region abgeschossen. Das ukrainische Militär habe die Städte Rostow und Taganrog sowie vier Bezirke der Region - Tschertkowski, Tarassowski, Scholochowski und Millerowski - ins Visier genommen.

+++ 12:58 Bericht: Russland hat alle Tankstellen von Charkiw bis Poltawa zerstört +++

Auf der Strecke zwischen Charkiw und Poltawa gibt es wohl keine einzige Tankmöglichkeit mehr. Russische Streitkräfte haben nach Angaben eines lokalen Politikers in der Oblast Charkiw mehr als 80 Tankstellen zerstört. Oleksandr Skoryk, Abgeordneter im Regionalrat in Charkiw, erzählte in einem Interview beim ukrainischen Sender "Espreso.TV", dass sich die Lage bei den Tankstellen in der Oblast täglich verschlechtere. "Stand heute sind sämtliche Tankstellen an der Autobahn Charkiw–Kiew - speziell auf dem Teilstück von Charkiw nach Poltawa - vollständig zerstört worden", so Skoryk. Die letzte noch funktionierende Tankstelle in Walky hätten russische Streitkräfte gestern zerstört.

+++ 12:13 Kreml: Haben keine konkreten Informationen zu neuen Friedensvorschlägen für die Ukraine +++

Dem Kreml liegen nach eigenen Angaben keine konkreten Informationen zu neuen Vorschlägen für eine Friedensregelung mit der Ukraine vor. "Es stimmt zwar, dass diese Informationen vor einigen Tagen aufgetaucht sind, doch bislang handelt es sich dabei um nichts weiter als Medienspekulation", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow vor Reportern. Am morgigen Dienstag ist ein Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Washington geplant. Wie aus ukrainischen Kreisen vergangene Woche verlautete, hatten US-amerikanische und ukrainische Vertreter einen Vorschlag für eine Waffenruhe im Luftraum erörtert, der ihren russischen Amtskollegen im Rahmen einer neuen Runde von Friedensgesprächen unterbreitet werden soll. "Es liegen weder konkrete Einzelheiten zu diesem Sachverhalt vor, noch gibt es genauere Angaben zu etwaigen neuen Vorschlägen oder Anregungen", so der Kremlsprecher.

+++ 11:42 Von Russland beschossen: Augenzeuge filmt sinkenden Frachter vor Odessa +++

Vor etwa einer Woche attackiert das russische Militär die Hafenstadt Odessa und beschädigt einen Frachter schwer. Nun ist das Schiff, das unter der Flagge Guinea-Bissaus im Schwarzen Meer unterwegs war, vor der Küste gesunken. Ein Augenzeugenvideo filmt das Schiff, als es bereits halb gesunken ist. Zehn Menschen kommen ums Leben.

+++ 11:18 Ukraine: Stromausfälle in vier Regionen nach nächtlichen russischen Angriffen +++

Nächtliche Angriffe des russischen Militärs auf die Energieversorgung haben in vier ukrainischen Oblasten für Stromausfälle gesorgt. Das teil der Netzbetreiber Ukrenergo mit. Betroffen sind demnach die Oblaste Donezk, Dnipropetrowsk, Charkiw und Sumy. "Überall dort, wo die Sicherheitslage es zulässt, sind bereits Reparaturarbeiten im Gange. Die Energiefachleute tun alles in ihrer Macht Stehende, um die durch den Feind beschädigten Anlagen so schnell wie möglich wieder instand zu setzen", heißt es. Das Unternehmen ruft die Verbraucherinnen und Verbraucher dazu auf, ihren Stromverbrauch möglichst in den Zeitraum zwischen 10:00 und 16:00 Uhr zu verlagern.

+++ 10:51 "Wir setzen Sanktionen um" - Selenskyj bestätigt Angriffe auf russische Ölanlagen +++

Das ukrainische Militär hat in der vergangenen Nacht nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj ein russisches Öl-Exportterminal in der südlichen Grenzregion Rostow sowie Ölanlagen in den zentralrussischen Regionen Jaroslawl und Udmurtien attackiert. "Wir setzen unseren Plan für weitreichende Sanktionen um und verringern Russlands Fähigkeit, den Krieg zu finanzieren", erklärte Selenskyj bei X mit Blick auf die Angriffe teils tief im russischen Landesinneren. Die Ukraine nimmt seit Wochen verstärkt russische Öl-Anlagen ins Visier, um eine wichtige Einnahmequelle der Führung in Moskau zur Finanzierung ihres Angriffskriegs zu schwächen. Dies führt auch zu Treibstoffengpässen in Russland.

+++ 10:34 CSU-Papier: Bundeswehr soll technologisch von Ukraine profitieren +++

Die Bundeswehr soll nach dem Willen der CSU im Gegenzug für die deutsche Unterstützung der Ukraine von deren Militärtechnologie profitieren. "An diesen Rüstungsinnovationen muss Deutschland teilhaben, um seine eigene Verteidigungs- und Abschreckungsfähigkeit zu stärken", heißt es in einem Papier der CSU-Landesgruppe im Bundestag. Das Dokument, das Reuters vorliegt, soll morgen bei der Klausurtagung im oberfränkischen Kloster Banz verabschiedet werden. Die Tagung beginnt am Mittag. Die deutsche Unterstützung der Ukraine bei ihrem Verteidigungskampf gegen Russland solle fortgesetzt werden, heißt es in dem CSU-Papier. Diese Hilfe habe maßgeblich dazu beigetragen, dass die Ukraine schlagkräftige Militärtechnologie entwickelt habe, etwa in den Bereichen Marschflugkörper, Kampfdrohnen und Drohnenabwehr. "Wir fordern ein zwischenstaatliches Abkommen mit Kiew, in dem sich die ukrainische Seite verpflichtet, ihre technologischen Fähigkeiten mit uns zu teilen, damit wir gemeinsam stärker werden", heißt es in der Beschlussvorlage.

+++ 09:56 Selenskyj: Putin will nach Duma-Wahlen bis zu 500.000 Menschen für Kriegsdienst mobilisieren +++

Laut dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj beabsichtigt Kremlchef Wladimir Putin, nach den Wahlen zur Staatsduma zwischen 300.000 und 500.000 Menschen für den Militärdienst einzuberufen. Das sagte Selenskyj im Interview mit "Sky News". "Putin ist nicht bereit, diesen Krieg zu beenden. Mir liegen Informationen der Geheimdienste vor. Er bereitet eine Mobilmachung vor", sagte Selenskyj. "Er will die Mobilisierung nach den Wahlen am 21. September durchführen. Nicht sehr offen, weil er Angst vor der eigenen Bevölkerung hat, aber er wird es in den ersten Oktobertagen tun – sofern wir ihm keine Probleme bei Logistik, Erdöl und Diesel bereiten und unsere Partner nicht auf umfassende Sanktionen gegen seine Aggression drängen", so der ukrainische Staatschef. "Er plant eine Mobilmachung von 300.000 bis 500.000 Mann. Ich glaube nicht, dass es für ihn schwierig ist, diese Menschen zu mobilisieren. Ja, er wird damit internen Fragen ausgesetzt sein. Ich habe die Umfragen gesehen; die Bevölkerung ist gegen die Mobilmachung, aber steht weiter hinter ihm", erklärte er.

+++ 09:28 Ukrainischer Geheimdienst: Haben russisches Luftabwehrsystem auf der Krim zerstört +++

Der ukrainische Militärgeheimdienst DIU hat nach eigenen Angaben ein russisches Luftabwehrsystem auf der besetzten Halbinsel Krim zerstört. Wie der DIU mitteilt, wurde ein russisches Boden-Luft-Lenkwaffensystem des Typs S-400 Triumf auf der Krim geortet und einer seiner Werfer sowie eine zum Luftabwehrsystem gehörende Radarstation zerstört. Dazu veröffentlicht der Geheimdienst ein Video, in dem der Angriff zu sehen sein soll.

+++ 08:52 Ukraine: Prototyp des europäischen Raketenabwehrsystems bis Mitte 2027 einsatzbereit +++

Nach ukrainischen Angaben soll ein Prototyp für ein europäisches System zur Abwehr ballistischer Raketen in der ersten Hälfte des kommenden Jahres einsatzbereit sein. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Das Projekt trägt demnach den Codenamen "Freyja". Davyd Aloian, stellvertretender Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrats der Ukraine und Leiter des Projekts, erklärte, dass ein internationaler Lenkungsausschuss - der mit der Schätzung der Forschungs- und Entwicklungskosten beauftragt ist - demnächst erstmals zusammentreten werde. Die Ukraine und neun europäische Partnerländer hatten sich Mitte Juli auf die Gründung einer Koalition zur Abwehr ballistischer Raketen verständigt. Neben der Ukraine zählen dazu Dänemark, Frankreich, Deutschland, Italien, die Niederlande, Norwegen, Spanien, Schweden und das Vereinigte Königreich.

+++ 08:19 Kiew: Fast 1600 russische Soldaten innerhalb eines Tages "eliminiert" +++

Kiew macht täglich Angaben zu den personellen Verlusten auf russischer Seite. Laut Ukraine sind es 1590 russische Soldaten, die am vergangenen Tag verletzt oder getötet worden sind. Nach Angaben des ukrainischen Verteidigungsministeriums sind seit Beginn des Krieges im Februar 2022 insgesamt 1.440.580 russische Soldaten "eliminiert" worden. Wie das Verteidigungsministerium in seinen täglichen Angaben zu den Verlusten Russlands verkündet, sind es zudem seit Kriegsbeginn rund 12.000 Panzer und fast 430.000 Drohnen, die sich nicht mehr im Besitz des russischen Militärs befinden oder zerstört wurden. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Moskau selbst hält sich mit Informationen zu eigenen Verlusten in der Ukraine zurück.

+++ 07:38 Russisches Militär greift Hafen in Mykolajiw an - drei zivile Schiffe beschädigt +++

Russische Streitkräfte haben den Hafen in der Region Mykolajiw angegriffen, wobei drei zivile Schiffe beschädigt und eine Person verletzt wurden. Das meldet die staatliche ukrainische Nachrichtenagentur unter Berufung auf eine Mitteilung von Heorhij Reschetilow, amtierender Leiter der Militärverwaltung der Region Mykolajiw. Demnach griffen die russischen Streitkräfte die Region gestern sowie erneut am Morgen mit Kampfdrohnen des Typs "Shahed" an. Bei dem Angriff wurde ein 50 Jahre alter Mann verletzt. Zudem wurden drei zivile Schiffe beschädigt.

+++ 06:51 Sorge vor ukrainischen Angriffen: Russland verzichtet erneut auf Parade in St. Petersburg +++

Russland hat die jährliche Parade zum Tag der Marine in St. Petersburg das zweite Jahr in Folge abgesagt. Wie die ukrainische Zeitung "Kyiv Independent" meldet, fielen die Feierlichkeiten erneut deutlich bescheidener aus als in der Vergangenheit. Der Tag der Marine ist ein nationaler Feiertag in Russland, der traditionell am letzten Sonntag im Juli begangen wird. Seit 2017 umfassten die regulären Feierlichkeiten aufwendige Darbietungen russischer Marinestärke, darunter eine große Parade von Kriegsschiffen der Ostsee-, Schwarzmeer-, Nord- und Pazifikflotte in St. Petersburg. Statt einer großen Parade hielt der russische Präsident Wladimir Putin eine Ansprache an die Seeleute in der Admiralität, dem Hauptquartier der Marine in St. Petersburg.

+++ 06:17 US-Sender: Treffen zwischen Selenskyj und Trump am Dienstag geplant +++

US-Präsident Donald Trump wird den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj am morgigen Dienstag im Weißen Haus empfangen. Wie der US-Sender ABC News berichtet, bestätigten Vertreter des Weißen Hauses das Treffen. Dem Bericht zufolge wird sich Selenskyj in Washington, D.C. aufhalten, um an der Trauerfeier für den republikanischen Senator Lindsey Graham aus South Carolina teilzunehmen. Graham hatte die Ukraine nur wenige Tage vor seinem Tod vor zwei Wochen besucht.

+++ 05:35 Russland meldet Tote bei ukrainischem Drohnenangriff auf Rostow +++

Bei einem ukrainischen Luftangriff auf die südrussische Stadt Rostow am Don werden nach Angaben des Gouverneurs zwei Menschen getötet. Fünf weitere Menschen wurden verletzt, zwei davon befänden sich in einem kritischen Zustand, teilt Juri Sljussar auf Telegram mit. Herabfallende Drohnentrümmer hätten an mehreren Orten Brände verursacht, darunter in Lagerhäusern.

+++ 04:46 Lettland entfernt Russland- und Belarus-Beschilderungen an Autobahnen +++

Lettland will Beschilderungen an Autobahnen, die auf Fahrtwege in Richtung Russland oder Belarus hinweisen, entfernen. Das Land benötige diese Schilder nicht mehr, sagte Verkehrsminister Rihards Kozlovskis in einem Interview mit LETA, aus dem Delfi zitiert. Das Verkehrsministerium habe im Frühjahr beschlossen, dass diese Maßnahme bis Ende September abgeschlossen sein müsse. Kozlovskis erinnerte jetzt an den Beschluss. Durch das Entfernen der Hinweise zu den beiden Landesgrenzen würden zwar Kosten entstehen. Doch darauf sei sein Haus vorbereitet, so der Verkehrsminister.

+++ 03:39 Wohl zwölf Verletzte bei Drohnenangriff auf russische Stadt Belgorod +++

Bei einem Drohnenangriff auf die russische Stadt Belgorod nahe der ukrainischen Grenze werden nach Behördenangaben zwölf Menschen verletzt, darunter zwei Kinder. Dies teilen die regionalen Behörden auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Mehrere Wohnungen in einem Wohnhaus und über 15 Autos seien in Brand geraten. 

+++ 02:03 Russland will wohl weitere 30.000 Soldaten aus Nordkorea +++

Russland will nach ukrainischen Angaben weitere 30.000 Soldaten aus Nordkorea im Ukraine-Krieg einsetzen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warnt vor einer "Bedrohung" nicht nur für die Ukraine. Hinsichtlich der mutmaßlich von Russland angeforderten 30.000 nordkoreanischen Soldaten erklärt Selenskyj: "Seit Juni laufen in der russischen Region Woronesch Vorbereitungen für ihre Aufnahme." Außerdem bereite Nordkorea die Lieferung weiterer Raketenabschussrampen vor. "Russland hilft Nordkorea dabei, das Führen von Krieg zu erlernen, seine Waffen zu verbessern und echte Kampferfahrung zu sammeln", erklärt Selenskyj. Dies stelle "eine Bedrohung für alle Menschen in Asien dar, die sich in Reichweite nordkoreanischer Raketen befinden".

+++ 00:46 Neuer Briten-Premier macht Kreml Ansage und lädt Selenskyj als ersten Staatsgast ein +++

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj reist am Montag nach Großbritannien. Er ist der erste internationale Besucher des neues Premierministers Andy Burnham. Burnham und Selenskyj werden sich voraussichtlich auf einem Marinestützpunkt treffen. Dort werden sie sich dem Büro des Premierministers zufolge darüber informieren, wie von Großbritannien geleitete Ausbildungsprogramme zur Stärkung der ukrainischen Streitkräfte beitragen. "Großbritannien steht Seite an Seite mit der Ukraine, und unsere Unterstützung bleibt ungebrochen", erklärt Burnham in einer Stellungnahme. "Russland sollte keinen Zweifel an unserer Entschlossenheit haben, und wir werden nicht nachgeben, bis wir einen dauerhaften und gerechten Frieden für die Ukraine erreicht haben."

+++ 23:23 Kreml bestätigt Frachter-Angriff vor Odessa +++

Russland hat nach eigener Darstellung den ukrainischen Hafen Tschornomorsk in der Region Odessa angegriffen und dort erhebliche Schäden angerichtet. Wie das Verteidigungsministerium in Moskau nach Angaben der Staatsagentur Tass mitteilt, wurde im Hafen ein Container-Terminal mit Militärgütern angegriffen und beschädigt. Zudem sei bei dem Angriff mit Präzisionswaffen und Drohnen ein Stückgutfrachter getroffen worden.

+++ 22:08 Bericht: Ukraine und USA bereiten neue Vorschläge für Waffenruhe in der Luft vor +++

Russland hält es für verfrüht, sich zu Berichten zu äußern, wonach die USA und die Ukraine im Rahmen von Bemühungen zur Beendigung des Krieges über einen möglichen Stopp von Luftangriffen beraten. Dies erklärte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Demnach hätten Vertreter der Ukraine und der USA einen Vorschlag für eine Waffenruhe in der Luft erörtert, der Russland im Zuge eines neuen Vorstoßes zur Wiederbelebung der Friedensgespräche unterbreitet werden soll.

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