Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 00:20 Ökonom Schularick: Pistorius investiert Rüstungsbudget falsch +++

10.08.2026, 00:01 Uhr

Der Präsident des Kiel Instituts für Weltwirtschaft (IfW), Moritz Schularick, wirft Verteidigungsminister Boris Pistorius vor, das Rüstungsbudget falsch zu investieren. "Wir haben viel Kapital, viel industrielles Know-how und in Teilbereichen auch immer noch hochmoderne Technologien", sagt der Ökonom im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung". "Was wir nicht haben, sind Hunderttausende Menschen, die in Panzer steigen und an die Front fahren möchten. :Das heißt: Statt auf mehr Soldaten, mehr bemannte Fahrzeuge und mehr Kasernen müssen wir – wo immer möglich – auf KI, Robotik, Drohnen und Satellitentechnik setzen." Pistorius gebe aber den Großteil der 700 Milliarden Euro, die ihm bis 2030 für die Modernisierung der Bundeswehr zur Verfügung stünden, weiter für Panzer, Fregatten und andere veraltete Technologien aus, statt für Waffensysteme der Zukunft, so Schularick.

+++ 22:11 Selenskyj: Ukrainische ballistische Raketen könnten Russland schon im Herbst treffen +++

Ballistische Raketen des ukrainischen Unternehmens Fire Point könnten nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj voraussichtlich in zwei bis drei Monaten einsatzbereit sein. Die kleinere FP-7 befinde sich nach Angaben des Unternehmens derzeit im Zertifizierungsverfahren des ukrainischen Verteidigungsministeriums. Dieses solle noch im August abgeschlossen werden. Die größere FP-9 könnte laut Fire Point im Spätherbst verfügbar sein. Das Unternehmen gibt für das System eine Reichweite von bis zu 855 Kilometern an – genug, um von Teilen der Ukraine aus Ziele in Moskau zu erreichen. Unabhängige Nachweise für diese Leistungsdaten oder einen vollständigen erfolgreichen Flugtest der FP-9 liegen bislang nicht vor.

+++ 21:04 Kiews Drohnenkommandeur fordert Schwächung von fünf Elemente russischer Kriegsmaschinerie +++

Das Ende des russischen Angriffskriegs hänge davon ab, ob der Kreml seine Fähigkeit verliere, den Krieg fortzuführen, erklärte Robert Browdi, Kommandeur der ukrainischen Streitkräfte für unbemannte Systeme. Russland müsse demnach die Möglichkeit verlieren, den Krieg zu finanzieren, Waffen zu produzieren, rückwärtige Gebiete zu schützen, Personal zu rekrutieren und innenpolitisch den Eindruck von Stabilität und Kontrolle aufrechtzuerhalten. Die Ukraine müsse diese fünf Elemente der russischen Kriegsmaschinerie systematisch und asymmetrisch schwächen, sagte Browdi. Er rief die Bevölkerung zugleich zum Durchhalten auf: Es werde "noch schwieriger werden". Entscheidend seien intellektuelle und technologische Vorteile. Browdi steht als Kommandeur der ukrainischen Drohnenkräfte für eine auf skalierbare Drohnensysteme und Angriffe auf russische Kräfte im Hinterland ausgerichtete Strategie.

+++ 20:33 Selenskyj: 300.000 Haushalte in Odessa und der Region ohne Strom +++

Der jüngste russische Großangriff auf die Region um die ukrainische Küstenstadt Odessa hat in der Nacht zum Sonntag für einen massiven Stromausfall gesorgt. "Am Morgen waren mehr als 300.000 Haushalte in Odessa und der Region ohne Strom; mittlerweile ist ein Drittel wieder mit Strom versorgt", sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. Die Arbeiten zur Wiederherstellung der Versorgung und zur Beseitigung der Schäden dauerten an. Bei dem Angriff mit ballistischen Raketen und Drohnen waren mindestens sechs Menschen verletzt worden.

+++ 19:58 Russland zerstört Lager der Weltgesundheitsorganisation in Dnipro +++

Bei einem russischen Angriff auf die ukrainische Stadt Dnipro ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein humanitäres Lager mit medizinischen Notfallvorräten zerstört worden. Das Lager sei am Freitag getroffen worden und habe Hilfsgüter für medizinische Einrichtungen in Frontnähe enthalten, schreibt WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus nun auf X. WHO-Mitarbeiter und Fahrer hatten nach Angaben Ghebreyesus’ zuvor 130 von rund 300 Paletten in Sicherheit gebracht. Verletzte seien nicht gemeldet worden. Der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Dmytro Lubinez bezeichnete den Angriff als schweren Schlag gegen lebenswichtige Medikamente für Krankenhäuser und Menschen an der Front.

+++ 18:42 Huss: "Ukraine blickt auf schwierigen Winter" +++

Russland nimmt gezielt die kritische Infrastruktur der Ukraine ins Visier, so etwa die Energie- und Wasserversorgung. Bereits jetzt zeichne sich deshlab ein "schwieriger" Winter ab, sagt die Politikanalystin Oksana Huss im Gespräch mit ntv.

+++ 17:36 Ukrainische Militäranalysten melden russische Vorstöße bei Kramatorsk und Bachmut +++

Russische Truppen sind nach Angaben der ukrainischen Militäranalysten von DeepState nahe Illiniwka im Bezirk Kramatorsk sowie in Tschassiw Jar im Bezirk Bachmut vorgerückt. DeepState zufolge verstärken die russischen Streitkräfte zugleich den Druck auf den Ballungsraum Slowjansk-Kramatorsk. Die Analysten berichten von anhaltenden Angriffen mit gelenkten Fliegerbomben, Raketenartillerie, Shahed-Drohnen und FPV-Drohnen; besonders nachts dauere der Beschuss nahezu ununterbrochen an. Auch andere Berichte dokumentieren den fortgesetzten russischen Vormarsch in Richtung Kramatorsk sowie schwere Angriffe auf die Stadt und die Region.

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