Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 07:10 Wegen Beschimpfungen von Meloni: Italien bestellt russischen Botschafter ein +++
Italien hat am Dienstag den russischen Botschafter einbestellt, nachdem ein Kreml-Propagandist die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni im russischen Fernsehen beschimpft hatte. Italiens Außenminister Antonio Tajani schreibt auf der Plattform X, er wolle nach den "äußerst schwerwiegenden und beleidigenden Äußerungen" formell Protest aussprechen. Medienberichten zufolge nannte der Moderator Wladimir Solowjow die Ministerpräsidentin in seiner Sendung unter anderem eine "faschistische Schlampe", "zertifizierte Idiotin" und "Schande für die Menschheit".
+++ 06:28 Bericht: Ukraine schlägt vor, Teil des Donbass "Donnyland" zu nennen +++
Bei Friedensgesprächen in den letzten Monaten haben ukrainische Vertreter vorschlagen, einen Teil des Donbass, um den Russland weiterhin kämpft, "Donnyland" zu nennen. Das berichtet die "New York Times", die sich auf vier mit den Verhandlungen vertraute Personen beruft, die anonym bleiben wollen. Als ein ukrainischer Unterhändler den Begriff erstmals zum Teil im Scherz erwähnte, geschah dies demnach im Rahmen eines Versuchs, die Regierung von US-Präsident Donald Trump davon zu überzeugen, sich mehr gegen Russlands territoriale Ansprüche zu stellen. Der Begriff tauche wohl in keinem offiziellen Dokument auf, sei jedoch in Gesprächen weiterhin verwendet worden, heißt es in dem Bericht weiter. Die Zeitung schreibt, der Vorschlag spiegele "eine globale Realität wider, in der Regierungen an Trumps Eitelkeit appellieren, um die Stärke der USA auf ihre Seite zu ziehen".
+++ 05:50 Dua Lipa hilft ukrainischem Sanitätsbataillon mit einem Pickup +++
Die britische Popsängerin Dua Lipa hat bei einer Benefizveranstaltung in London Spendengelder für ein Fahrzeug des Ersten Separaten Medizinbataillons der Ukraine gesammelt. Der Pickup soll Sanitätern helfen, Verwundete im Kampfgebiet zu retten. Die Mittel kamen bei einer Charity-Party im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Club For" zusammen, organisiert über Dua Lipas Plattform Service95 und die britische NGO Driving Ukraine. Letztere wurde 2022 vom Freiwilligen Finn Watt gegründet und hat seitdem mehr als 300 Fahrzeuge für humanitäre und militärische Zwecke an die Ukraine übergeben.
+++ 04:34 EU-Länder stimmen über Auszahlung des Milliarden-Kredits für die Ukraine ab +++
Die Botschafter der EU-Länder stimmen am heutigen Mittwoch über die Auszahlung des im Dezember beschlossenen 90-Milliarden-Kredits für die Ukraine ab. Die zyprische Ratspräsidentschaft hat den Tagesordnungspunkt auf die Agenda für das Botschaftertreffen gesetzt. Um die für die Auszahlung notwendige Anpassung des EU-Haushalts zu beschließen, müssen alle 27 Mitgliedstaaten zustimmen. Bisher hatte Ungarn die Freigabe des Geldes im Streit mit der Ukraine um russische Öllieferungen durch die Druschba-Pipeline blockiert. Die Ankündigung der Abstimmung nährt jedoch in Brüssel die Hoffnung, dass Budapest seine bisherige Blockade aufgeben wird. "Wir erwarten einige positive Entscheidungen", sagte die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas am Dienstag mit Verweis auf das Botschaftertreffen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte am Dienstag, die Druschba-Pipeline sei repariert, sodass die Öllieferungen in die EU wieder aufgenommen werden könnten.
+++ 03:15 Bericht: Elf Verletzte bei russischem Drohnenangriff in Region Charkiw +++
Bei einem russischen Drohnenangriff in der Region Charkiw sind offenbar elf Menschen verletzt worden. Das meldet die Nachrichtenagentur Ukrinform unter Berufung auf den staatlichen Rettungsdienst der Ukraine. Demnach sind vier Brände ausgebrochen. Mehrere Gebäude seien beschädigt worden.
+++ 01:59 Mehr als 70 Prozent der Ukrainer konsumieren russische Inhalte im Internet +++
Trotz des seit mehr als vier Jahren andauernden russischen Angriffskriegs konsumieren 71 Prozent der Ukrainer regelmäßig russischsprachige Inhalte im Internet - fast ein Viertel davon täglich. Das ergab eine Studie des Meinungsforschungsunternehmens Gradus im Auftrag des ukrainischen Kulturministeriums. Kulturministerin Tetjana Beresjna betont, die Gründe seien keine ideologischen: "Die Menschen tun das aus Gewohnheit - russische Inhalte sind verfügbar und es gibt davon viel." Als Lösung fordert sie den gezielten Aufbau eines starken ukrainischen Kulturangebots als Alternative.
+++ 23:51 Bericht: Drohnenangriffe zwingen Russland zu deutlichem Rückgang der Ölproduktion +++
Ukrainische Angriffe auf russische Häfen und Raffinerien sowie der Stopp der Öllieferungen über die Druschba-Pipeline haben Russland im April zu einem deutlichen Rückgang der Ölförderung gezwungen. Laut fünf anonymen Quellen und Reuters-Berechnungen sank die Produktion um rund 300.000 bis 400.000 Barrel pro Tag gegenüber dem Niveau der ersten Monate des Jahres - möglicherweise der stärkste monatliche Rückgang seit der Covid-Pandemie vor sechs Jahren.
+++ 22:09 Russland soll Massengrab bei Mariupol zerstört haben +++
Russland soll ein Massengrab nahe der Ortschaft Manhush bei Mariupol zerstört haben. Satellitenbilder, die der Stadtrat von Mariupol - er operiert seit der russischen Besatzung 2022 im Exil - veröffentlicht, sollen zeigen, dass das Gelände in eine Straßenbaustelle umgewandelt wurde. Dort wurden demnach Bewohner begraben, die während der 86-tägigen russischen Belagerung der Stadt 2022 ums Leben kamen. Nach ukrainischen Schätzungen wurden dabei mindestens 22.000 Zivilisten getötet - die tatsächliche Zahl könnte deutlich höher liegen. "Die russischen Besatzer verschleiern das wahre Ausmaß der Verluste sowie der begangenen Kriegsverbrechen", erklärt der Stadtrat.
+++ 21:06 Selenskyj dankt Merz für Deutschlands "starke Unterstützung" für die Ukraine +++
Vor einer EU-Abstimmung über ein 90-Milliarden-Euro-Darlehen für die Ukraine dankt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Bundeskanzler Friedrich Merz für seine Unterstützung. Auf X erklärt Selenskyj, in einem Gespräch mit Merz habe er dessen "so starke Unterstützung der Ukraine" gelobt. Sie hätten Themen der bilateralen und multilateralen Beziehungen besprochen sowie über "die Schritte, die notwendig sind, um den Beitritt der Ukraine zur Europäischen Union voranzutreiben". Thema des Gesprächs waren laut Selenskyj auch "Treffen und Verhandlungen diese Woche". "Danke, Friedrich, für die Unterstützung und die Bereitschaft, bei allem zu helfen!", schloss der ukrainische Präsident seine Erklärung.
+++ 20:31 Rheinmetall-Chef: Rüstungsproduktion kann schnell hochgefahren werden +++
Die deutsche Rüstungsindustrie ist nach Einschätzung von Rheinmetall-Chef Armin Papperger in der Lage, ihre Kapazitäten zügig auszubauen. "Das ist machbar und ich sehe da kein Problem drin", sagt er auf der Hannover Messe. Schon die Fertigung von Artilleriemunition habe sein Unternehmen seit Beginn der russischen Vollinvasion in der Ukraine mehr als verzehnfacht. "Da geht es um riesige Investitionen." Und die habe sein Unternehmen zum Teil ohne schriftlichen Auftrag getätigt, "per Handschlag", sagt Papperger. Der Vertrag sei erst danach gekommen. "Und wenn wir dieses Vertrauen haben, dann kriegen wir auch Geschwindigkeit." Sein Auftritt wurde mehrfach durch Proteste unterbrochen. Demonstranten riefen "Nie wieder Krieg" und "Nie wieder Wehrpflicht" - mehrere wurden von Sicherheitskräften aus dem Saal getragen.
+++ 19:50 Bericht: Tochter des Dnipro-Bürgermeisters besitzt wohl Villa am Comer See +++
Kateryna Filatowa, Tochter des Bürgermeisters von Dnipro, Borys Filatow, soll Eigentümerin einer Villa am Comer See in Italien sein. Das berichtet die ukrainische Plattform "Hromadskyi Kontrol" unter Berufung auf italienische Grundbuchauszüge. Demnach sind auf den Namen Filatowa drei Objekte sowie ein Grundstück in Cernobbio eingetragen - darunter eine dreigeschossige Villa mit 821 Quadratmetern und Pool. Der Kaufpreis betrug laut Vertrag aus dem Jahr 2018 rund 8,4 Millionen Euro; Filatowa war damals 24 Jahre alt. Die Redaktion betont, dass Name, Geburtsdatum und Wohnort (Dnipro) mit denen der Tochter des Stadtoberhaupts übereinstimmen - dies aber keine abschließende Bestätigung der Identität darstelle. Das Büro von Bürgermeister Filatow wies die Berichte als russische Informationsoperation zurück.
+++ 19:06 Drohnen zeigen Geisterstadt - Russland greift weiter an +++
Drohnenaufnahmen der ukrainischen Armee zeigen die zerstörte Stadt Tschassiw Jar im Donbass: Leere Straßen, Krater, zerschossene Häuser. Trotz anhaltender russischer Angriffe halten ukrainische Truppen die strategisch wichtige Position.
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