Politik

Tödlicher Angriff auf Mission ADF-Rebellen ermorden 15 UN-Soldaten

949999be7b03a79786b41f50934cf1bc.jpg

Blauhelm-Soldaten müssen in der Demokratischen Republik Kongo (hier in Goma) um ihr Leben fürchten.

(Foto: dpa)

Seit 1999 sichern die Vereinten Nationen den brüchigen Frieden im ehemaligen Zaire - oder versuchen es zumindest. Bei einem blutigen Angriff werden in der Demokratischen Republik Kongo nun so viele UN-Soldaten getötet wie seit mehr als 20 Jahren nicht mehr.

Bei dem schwersten Angriff auf Blauhelmsoldaten der Vereinten Nationen seit mehr als 20 Jahren sind in der Demokratischen Republik Kongo mindestens 15 UN-Soldaten getötet worden. Mindestens 53 weitere Soldaten der UN-Mission in der Demokratischen Republik Kongo (Monusco) seien verletzt worden, teilte die Mission am Freitag mit. UN-Generalsekretär Antonio Guterres und der UN-Sicherheitsrat verurteilten den Angriff auf das Schärfste. Guterres äußerte seine "Empörung" und sprach von einem "Kriegsverbrechen".

Bei den getöteten Blauhelmsoldaten handelte es sich vor allem um Soldaten aus Tansania. Von den 53 Verletzten schweben drei in Lebensgefahr. Auch fünf kongolesische Soldaten wurden bei dem Angriff am Donnerstagabend in der Provinz Nord-Kivu getötet, wie es in einer Mitteilung des UN-Sicherheitsrats hieß. Das Gremium verurteilte "jegliche Angriffe und Provokationen gegen die Monusco durch bewaffnete Gruppen" auf das Schärfste. Diese dürften nicht unbestraft bleiben.

Tötung von Blauhelmen ein Kriegsverbrechen

Auch das Auswärtige Amt in Berlin verurteilte den "hinterhältigen Angriff" in aller Schärfe. Die Bundesregierung unterstütze die Vereinten Nationen "darin, diese Attacke schnellstmöglich aufzuklären und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen", teilte das Ministerium mit. Die Tötung von Blauhelmen sei ein Kriegsverbrechen.

Der Angriff war die tödlichste Attacke auf die UN-Mission seit ihrer Stationierung im ehemaligen Zaire im Jahr 1999. Nach Recherchen der Nachrichtenagentur AFP liegt der letzte derart blutige Angriff auf eine UN-Mission 24 Jahre zurück. Am 5. Juni 1993 starben 24 pakistanische Blauhelmsoldaten in Mogadischu in Somalia.

Die UNO macht die Rebellengruppe Alliierte Demokratische Kräfte (ADF) für den Angriff verantwortlich. Mit der von muslimischen Ugandern dominierten ADF liefert sich die Armee im Osten des Kongo seit Jahren schwere Gefechte. Mehr als 700 Zivilisten wurden seit Oktober 2014 getötet, viele von ihnen mit Messern und Macheten. Die Monusco und die kongolesische Regierung machen die ADF für diese Angriffe verantwortlich.

Quelle: n-tv.de, jve/AFP