Politik

Harter WettbewerbAOK verbittet sich Einmischung

11.03.2005, 09:08 Uhr

AOK-Chef Hans-Jürgen Ahrens hat sich gegen die Ermahnungen von Bundeskanzler Gerhard Schröder und anderen Politikern zur Beitragssenkung verwahrt.

AOK-Chef Hans-Jürgen Ahrens hat sich gegen die Ermahnungen von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und anderen Politikern zur Beitragssenkung verwahrt. Die Kassen stünden in einem harten und von der Politik gewollten Wettbewerb, der fast ausschließlich über Beitragssätze entschieden werde, sagte Ahrens der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Die AOK werden deshalb jede sich bietende Chance sofort nutzen, um Beiträge zu reduzieren."

Diese Chance könne aber erst in einigen Monaten realistisch beurteilt werden. Das gelte vor allem für das Ausmaß möglicher Beitragssatzsenkungen. Das hänge neben der Finanzsituation jeder einzelnen Krankenkasse auch davon ab, wie sich die Arzneimittelausgaben entwickelten und welche Auswirkungen die Arbeitsmarktreform Hartz IV habe. Es helfe niemandem - auch nicht der Politik - wenn die Beitragssätze jetzt sofort gesenkt würden aber dann kurz darauf wieder steigen müssten.

Schröder hatte die Krankenkassen am Mittwoch zur Senkung ihrer Beiträge aufgefordert. Der Überschuss der Kassen von insgesamt vier Milliarden Euro durch die Gesundheitsreform dürfe nicht dazu genutzt werden, dass einzelne Krankenkassen-Vorstände ihre Gehälter erhöhten. Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) deutete am Donnerstag im Bundestag an, notfalls gesetzliche Regelungen in Erwägung zu ziehen.