Politik

Langzeit-Diktator entscheidetAfrikanischer Staat ändert überraschend seine Hauptstadt

04.01.2026, 16:30 Uhr
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Seit über 45 Jahren Staatschef in Äquatorialguinea: Teodoro Obiang Nguema Mbasogo. (Foto: AFP)

In dem kleinen afrikanischen Staat Äquatorialguinea lässt der seit Jahrzehnten regierende Machthaber per Dekret die Hauptstadt ändern. Die neu ausgewählte Metropole soll demnach gleich mehrere Vorteile bieten.

Der Präsident von Äquatorialguinea, Teodoro Obiang Nguema Mbasogo, hat per Dekret überraschend die Hauptstadt des westafrikanischen Landes geändert. Statt Malabo ist nun Ciudad de la Paz die Hauptstadt des einzigen spanischsprachigen Landes Afrikas, das etwa so groß wie Brandenburg ist.

Begründet wurde der Wechsel mit dem Wunsch nach mehr Dezentralisierung. Sowohl die bisherige Hauptstadt Malabo als auch Bata, die wichtigste Stadt des an Kamerun grenzenden Festlandteils des Landes, verzeichneten rasantes Wachstum, hieß es. Die bisherige Hauptstadt Malabo liegt an der Nordspitze der Insel Bioko vor der Küste von Kamerun. Der weitaus größere Teil des Staatsgebiets von Äquatorialguinea erstreckt sich rund 220 Kilometer entfernt von Malabo auf dem Festland südlich von Kamerun.

"Unkontrolliertes Wachstum hat erhebliche Herausforderungen in der Stadtplanung, eine Belastung der Grundversorgung, zunehmende regionale Ungleichheit und eine Überlastung der Verkehrs- und Kommunikationsnetze mit sich gebracht", heißt es in dem Dekret. Ciudad de la Paz wiederum habe Potenzial für Stadterweiterung, Kapazität für moderne Verwaltungsinfrastruktur und Anbindung an andere Regionen. Die Stadt ist 70 Kilometer von Obiangs Heimatbezirk entfernt.

Der mit umfangreichen Machtbefugnissen ausgestattete Staatspräsident ist nach einem Militärputsch seit 1979 im Amt. Damals stürzte der heute 83-jährige Obiang seinen Onkel Macias Nguema, der der erste Staatschef nach der Unabhängigkeit war. Auch dieser regierte nicht nach demokratischen Prinzipien. In Äquatorialguinea finden zwar regelmäßig Wahlen statt, sie erfüllen aber sowohl nach Einschätzung von Menschenrechtsorganisationen als auch der EU keine demokratischen Standards.

Äquatorialguinea war ab Ende des 18. Jahrhunderts eine spanische Kolonie. Vorher herrschten in dem Gebiet die Portugiesen. 1968 erlangte das Land seine Unabhängigkeit von Spanien.

Quelle: ntv.de, lme/dpa

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