Politik

Schlappe für Stegner in der Nord-SPD Albig gewinnt Kandidatenkür

2wc50423.jpg8022276845609078675.jpg

Angetreten waren vier Kandidaten: (l-r) Torsten Albig, Brigitte Fronzek, Matthias Stein und Ralf Stegner.

(Foto: dpa)

Schleswig-Holsteins SPD zieht mit dem Kieler Oberbürgermeister Albig als Spitzenkandidaten in den Wahlkampf für die nächste Landtagswahl. Albig setzt sich klar gegen Landeschef Stegner durch, der enttäuscht reagiert und seine politische Zukunft vorerst offen lässt.

Der Kieler Oberbürgermeister Torsten Albig soll die schleswig-holsteinische SPD als Spitzenkandidat in die vorgezogene Landtagswahl führen. Der 47-Jährige setzte sich in einem Mitgliederentscheid gegen seinen Hauptkonkurrenten durch, den 51 Jahre alten Fraktions- und Landesvorsitzenden Ralf Stegner.

In Schleswig-Holstein muss wegen eines Landesverfassungsgerichtsurteils bis zum 30. September 2012 vorzeitig ein neuer Landtag gewählt werden. Einen Termin dafür gibt es noch nicht. Das Gericht hatte gravierende Fehler im bisherigen Wahlrecht moniert. Die SPD in Deutschlands nördlichstem Bundesland hatte sich nach dem Urteil dazu entschieden, ihren Spitzenkandidaten erstmals durch ein Votum der Basis zu bestimmen. Insgesamt traten vier Kandidaten zur Wahl an.

2wdq0404.jpg2652105543634591826.jpg

Albig gewinnt den Mitgliederentscheid im ersten Anlauf.

(Foto: dpa)

Nach der Auszählung erhielt Albig nach Angaben der Vize-Landesvorsitzenden Bettina Hagedorn 57,22 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen. Damit erreichte Albig auf Anhieb die nötige Mehrheit. An der  Briefwahl nahmen rund 13.200 SPD-Mitglieder teil. Das entsprach einer Beteiligung von rund 70 Prozent. Offiziell wird die Nord-SPD den Spitzenkandidaten wahrscheinlich im Spätsommer auf einem Parteitag wählen.

Alle Bewerber hatten erklärt, dass sie dort keinen zweiten Anlauf starten werden, wenn sie beim Mitgliederentscheid unterlegen sein sollten. Weitere Kandidaten waren Elmshorns Bürgermeisterin Brigitte Fronzek und der Kieler Sozialdemokrat Mathias Stein.

Stegner überrascht und enttäuscht

Albig kündigte einen engagierten Wahlkampf an. Er wolle auf die "Menschen in der Mitte der Gesellschaft" zugehen, sagte er nach der Bekanntgabe des Ergebnisses. "Die Sozialdemokratie ist bereit." Stegner äußerte sich "sehr überrascht und persönlich enttäuscht" über das Votum. Seine Zukunft als Landesvorsitzender und Chef der SPD-Fraktion im Landtag ließ der 51-Jährige zunächst offen. Darüber werde er "in aller Ruhe" mit den Führungsgremien und dem neuen Spitzenkandidaten beraten. Albig sicherte er seine Unterstützung zu. "Der Wettbewerb innerhalb der Partei ist mit dem heutigen Tag beendet", betonte Stegner.

Stegner ist seit März 2007 Landeschef der SPD in Schleswig-Holstein und führt seit Januar 2008 auch deren Landtagsfraktion. Albig ist seit 2009 Oberbürgermeister in Kiel. Zuvor arbeitete er unter anderem als Sprecher für den ehemaligen Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD).

Die CDU will ihren Landes- und FraktionsvorsitzendenChristian von Boetticher im Mai zum Spitzenkandidaten küren. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen tritt zur nächsten Wahl nicht wieder an.

Quelle: n-tv.de, dpa

Mehr zum Thema