Politik

Weltkulturerbe fällt dem Krieg zum Opfer Aleppos historische Altstadt brennt

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Diese Bilder sollen den historischen Markt von Aleppo zeigen.

(Foto: AP)

Den Kämpfen in der syrischen Metropole Aleppo fällt ein weltbekannter Basar zum Opfer. Bis zu 1000 Marktstände und Läden gehen bei den Gefechten zwischen Armee und Aufständischen in Flammen auf. Der Markt gehört zum Weltkulturerbe der Unesco. Bei den Kämpfen sterben allein am Samstag mindestens 45 Menschen.

Bei den anhaltenden Kämpfen zwischen Aufständischen und Soldaten in der syrischen Metropole Aleppo ist nach Angaben der Rebellen ein Feuer im historischen Markt ausgebrochen. Im Basar von Suk al-Madina seien bislang schätzungsweise 700 bis 1000 Geschäfte durch die Flammen zerstört worden, hieß es. Videoaufnahmen, die aus der Millionenstadt stammen sollten, zeigten dunkle Rauchwolken am Himmel.

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Kämpfe in anderen Teilen der Stadt.

(Foto: dpa)

Der Markt gehört zum Weltkulturerbe der Unesco. Die Rebellen hatten eine Offensive in der Stadt mit 2,5 Millionen Einwohnern ausgerufen.

An diesem Montag wollen Experten aus der Region in Kairo diskutieren, wie man die Zerstörung historischer Stätten in Syrien - dazu zählen Kreuzfahrerfestungen, osmanische Moscheen, römische und byzantinische Siedlungen - eindämmen kann. An der Tagung nehmen nach Angaben der ägyptischen Antikenverwaltung auch Diplomaten aus Kuwait, Syrien, Katar und Saudi-Arabien teil.

Pläne zur Machtübernahme

Das syrische Regime warf den Monarchen in den arabischen Golfstaaten derweil vor, sie arbeiteten auf eine Machtübernahme von Islamisten in Damaskus hin. Die regierungsamtliche Tageszeitung "Al-Thawra" schrieb: "Die Scheichs vom Golf wollen Chaos und Islamismus in Syrien verbreiten. Sie wollen das Regime von Baschar al-Assad stürzen und es durch die Muslimbrüder ersetzen."

Zuvor hatte Saudi-Arabiens Vizeaußenminister Abdulasis bin Abdullah sich vor der UN-Vollversammlung beklagt, dass der Sicherheitsrat keine Entscheidung getroffen habe, das Blutvergießen in Syrien zu beenden. Das habe "dem syrischen Regime grünes Licht gegeben, in einem Rennen gegen die Zeit seine Verbrechen gegen die syrischen Menschen fortzusetzen". Der Emir von Katar, Scheich Hamad bin Chalifa al-Thani, forderte sogar eine arabische Militärintervention in Syrien.

Bei Gefechten und Razzien starben am Samstag nach Angaben der Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter mehr als 52 Menschen, unter ihnen 18 Angehörige der Regierungstruppen. Angaben aus Syrien lassen sich kaum überprüfen, weil die Regierung den Zugang von ausländischen Journalisten einschränkt. Schätzungen der Opposition zufolge sind in dem Bürgerkrieg bislang mehr als 30.000 Menschen getötet worden.

Quelle: ntv.de, dpa

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