Politik

"Néstor ist im Himmel" Argentinien trauert um Kirchner

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Beileidsbekundungen vor der Casa Rosada, dem Sitz der Regierung.

(Foto: REUTERS)

Nach dem Tod des früheren argentinischen Präsidenten Néstor Kirchner (2003-2007) ruft die Regierung eine dreitägige Staatstrauer aus. Der Mann von Präsidentin Cristina Kirchner war im Alter von 60 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben. Der Peronist war seit Jahresbeginn schon zweimal wegen verstopfter Arterien am Hals und am Herzen notoperiert worden.

Tausende Argentinier haben bei einer Großkundgebung vor dem Präsidentenpalast in Buenos Aires um den gestorbenen Ex-Präsidenten Néstor Kirchner getrauert. Familien mit Kindern, Rentner, Studenten und Arbeiter versammelten sich auf dem Mai-Platz vor der Casa Rosada im Zentrum der Millionenmetropole. Zugleich machten die Menschen der Witwe und amtierenden Präsidentin, der Peronistin Cristina Kirchner, Mut, die bisherige Reformpolitik fortzusetzen. Die Regierung rief eine Staatstrauer bis Freitag aus. Die Präsidentin sei trotz "großen Leidens" gefasst, sagte der Gouverneur der Provinz Santa Cruz, Daniel Peralta.

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Auf dem Mai-Platz in Buenos Aires.

(Foto: AP)

Auch einige Mütter des Maiplatzes, deren Kinder während der Militärdiktatur (1976-1983) verschleppt und ermordet wurden, waren zu der Kundgebung gekommen. Kirchner, der von 2003 bis 2007 Präsident war, hatte die Aufhebung des Amnestiegesetzes für die Militärs betrieben und genießt deshalb großes Ansehen bei den Angehörigen der Diktaturopfer. "Sein Tod ist unendlich traurig, es schmerzt sehr", sagte die Auschwitz-Überlebende und eine der Mütter des Maiplatzes, Sara Rus.

Die Absperrgitter vor dem Palast füllten sich schnell mit Blumen sowie hunderten selbst gemalter Transparente und kleiner handschriftlicher Zettel. "Eva, Peron und Nestor gemeinsam im Himmel, auf Erden alle für Kristina", stand auf einem der Transparente. Auf politischen Plakaten wird der Vorname der Staatschefin oft mit K geschrieben, weil das K für die politische Bewegung der Kirchners steht. Kirchner galt neben seiner Frau als der mächtigste Politiker des südamerikanischen Landes und als aussichtsreichster Anwärter auf das höchste Staatsamt bei der Präsidentenwahl im kommenden Jahr.

Hoffnung ruht auf Christina Kirchner

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Eines der letzten Fotos, die Kirchner lebend zeigen. Aufgenommen wurde es in El Calafate, wo Kirchner starb. Das Bild zeigt Kirchner (links) mit seiner Frau Christna und einer Touristenfamilie.

(Foto: dpa)

Die Botschaften waren von Dankbarkeit gegenüber dem Peronisten und Unterstützung für seine Frau geprägt. Kirchner war am Mittwochmorgen im Alter von 60 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts gestorbenen. "Néstor Kirchner ist noch größer als Perón selbst, weil er ein besserer Stratege war und sich mehr um die Armen gekümmert hat", sagte Norma Fernández, eine peronistische Kommunalpolitikerin. Ebenso wie der 27-jährige Nicolás Danzinger war sie sich sicher, dass Cristina Kirchner die bisherige Politik fortsetzen und die Präsidentenwahl im kommenden Jahr gewinnen könne.

Der Leichnam Kirchners soll an diesem Donnerstag (Ortszeit) im Präsidentenpalast aufgebahrt werden, damit die Öffentlichkeit von ihm Abschied nehmen kann. Auch mehrere lateinamerikanische Staatschefs werden erwartet. Brasilien, Uruguay und Venezuela riefen ebenfalls eine jeweils mehrtägige Staatstrauer aus. Alle Spiele im argentinischen Profifußball für das kommende Wochenende wurden ebenso wie viele andere Sportturniere abgesagt. Beigesetzt werden soll Kirchner in seinem Heimatort Rio Gallegos in Patagonien.

Quelle: n-tv.de, dpa/AFP

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