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Der nigerianische Präsident Muhammadu Buhari dankt seinen mutigen Kämpfern.
Der nigerianische Präsident Muhammadu Buhari dankt seinen mutigen Kämpfern.(Foto: AP)
Samstag, 24. Dezember 2016

"Camp Null" in Nigeria: Armee erobert Boko-Haram-Hochburg

Die Islamistengruppe Boko Haram terrorisiert seit 2009 den Nordosten Nigerias. Der Konflikt forderte mehr als 20.000 Opfer, Millionen Menschen ergriffen die Flucht - jetzt gewinnt das Militär die Kontrolle über eine der letzten Terroristen-Hochburgen zurück.

Nach monatelangen Kämpfen hat die nigerianische Armee nach Regierungsangaben die Islamistengruppe Boko Haram aus dem Sambisa-Wald, einer ihrer letzten Hochburgen, vertrieben. Die Armee habe am Freitag "zerschmettert, was von den Aufständischen von Boko Haram im 'Camp Null' im Herzen des Sambisa-Waldes übrig gewesen" sei, erklärte Nigerias Staatschef Muhammadu Buhari. Er sei "erfreut und sehr stolz auf die mutigen Soldaten der nigerianischen Armee".

Der Sambisa-Wald liegt im nördlichen Bundesstaat Borno und ist rund 1300 Quadratkilometer groß. Boko-Haram-Kämpfer zogen sich hierhin nach Gefechten mit der Armee zurück.

Buhari führte aus, der Generalstabschef der Armee habe ihm mitgeteilt, "dass die Terroristen auf der Flucht sind, keinen Ort mehr haben, wo sie hin können". Er habe die Soldaten angewiesen, die Islamisten zu verfolgen und sie der Justiz zu übergeben. Zum Verbleib des Boko-Haram-Anführers Abubakar Shekau machte Buhari keine Angaben.

Am Mittwoch hatte die nigerianische Armee im Sambisa-Wald 1880 Zivilisten aus der Hand der Boko-Haram-Kämpfer befreit. Im Wochenverlauf nahm sie mehr als 500 Islamisten gefangen.

Boko Haram terrorisiert seit 2009 den Nordosten Nigerias. Die sunnitischen Fundamentalisten wollen dort und in den angrenzenden Gebieten der Nachbarstaaten Kamerun, Tschad und Niger einen islamischen Gottesstaat errichten. Die Gruppe verübt unter anderem Angriffe auf Polizei, Armee, Kirchen und Schulen. Seit 2009 wurden in dem Konflikt mehr als 20.000 Menschen getötet. 2,6 Millionen Menschen ergriffen angesichts der Gewalt die Flucht.

Menschenrechtsgruppen zufolge verschleppte Boko Haram zudem tausende Frauen und Mädchen. 2014 weiteten die Boko Haram-Kämpfer ihre Angriffe auf die Nachbarländer Kamerun, Niger und Tschad aus. Deren Regierungen schlossen sich daraufhin dem Kampf gegen Boko Haram an. Im März 2015 leistete Boko Haram der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) den Treueschwur.

Quelle: n-tv.de