Politik

Bisher kein Strahlungsanstieg Atomforschungsanlage durch Artillerie-Beschuss beschädigt

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Das Kernkraftwerk Saporischschja war diesmal nicht betroffen, dafür eine Nuklearforschungsanlage in der Nähe von Charkiw.

(Foto: dpa)

Wieder sorgt der Beschuss einer Atomanlage in der Ukraine für Beunruhigung: Diesmal wird eine Nuklearforschungsstation in der Nähe von Charkiw von russischen Raketen getroffen. Die Internationale Atomenergie-Organisation kann bisher keine Erhöhung der Strahlungswerte feststellen - und warnt dennoch.

Eine ukrainische Nuklearforschungsanlage, in der Radioisotope für medizinische und industrielle Anwendungen hergestellt werden, wurde durch den Artillerie-Beschuss der russischen Armee nahe der Stadt Charkiw beschädigt. Das teilte die Ukraine der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) mit, sagte Generaldirektor Rafael Mariano Grossi in einem Statement. Die nationale Atomaufsichtsbehörde erklärte, der Vorfall habe keine Erhöhung der Strahlungswerte am Standort verursacht.

Die Anlage im Nordosten der Ukraine wird für Forschung und Entwicklung sowie für die Produktion von Radioisotopen genutzt. Radioisotope sind die instabile Form eines Elements, die Strahlung aussenden, um sich in eine stabilere Form zu verwandeln. Da das Kernmaterial in der Anlage nicht kritisch ist und der Bestand an radioaktivem Material sehr gering ist, bestätigte die Bewertung der IAEA, dass die ihr gemeldeten Schäden keine radiologischen Folgen gehabt hätten, so der Generaldirektor.

Nichtsdestotrotz habe der Vorfall laut IAEA erneut die Risiken aufgezeigt, denen die ukrainischen Nuklearanlagen während des bewaffneten Konflikts ausgesetzt seien. Deshalb sei eine IAEA-Initiative zur Gewährleistung der nuklearen Sicherheit im Land äußerst dingend. "Wir hatten bereits mehrere Vorfälle, die die Sicherheit in den ukrainischen Nuklearanlagen gefährdet haben", sagte Generaldirektor Grossi. "Wir müssen Maßnahmen ergreifen, um einen nuklearen Unfall in der Ukraine zu verhindern, der schwerwiegende Folgen für die öffentliche Gesundheit und die Umwelt haben könnte. Wir können es uns nicht leisten zu warten."

Am 27. Februar hatte die Ukraine gemeldet, dass Raketen das Gelände eines Endlagers für radioaktive Abfälle in der Hauptstadt Kiew getroffen hätten, es aber zu keiner Freisetzung von Radioaktivität gekommen sei. Dies passierte einen Tag, nachdem ein elektrischer Transformator in einer ähnlichen Entsorgungsanlage in der Nähe von Charkiw beschädigt worden war. Am 4. März, als der Standort von den russischen Streitkräften übernommen wurde, wurde nach ukrainischen Angaben das Ausbildungszentrum des Kernkraftwerks Saporischschja von einem Projektil getroffen, das einen Brand verursachte, der später gelöscht wurde.

Quelle: ntv.de, dbe

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