Politik

Doppelanschlag in Mogadischu Attentäter attackieren Restaurant

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Rettungskräfte versuchen Verletzten zu helfen.

dpa

Nach Jahren des politischen Chaos will Somalias Präsident Mohamud endlich wieder Recht und Ordnung in dem Land durchsetzen. Doch schon in der ersten Woche seiner Amtszeit sterben bei einer Anschlagserie mindestens 14 Menschen.

Bei einem Doppelanschlag in der somalischen Hauptstadt Mogadischu sind mindestens 14 Menschen getötet und 20 weitere schwer verletzt worden. Nach amtlichen Angaben sprengte sich zunächst ein Attentäter in einem Luxusrestaurant in die Luft. Vor dem Lokal zündete demnach dann ein zweiter Täter seine Bombe.

Auch der staatliche Sender Radio Mogadischu berichtete von 14 Toten. Wie mehrere Gäste des Lokals im Stadtzentrum sagten, waren unter den Toten auch zwei Journalisten, die für das somalische Fernsehen arbeiteten.

Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand direkt. Ein Sprecher der Shebab-Milizen, Ali Mohammed Rage, sagte der Nachrichtenagentur AFP, der Doppelanschlag sei von Sympathisanten der Gruppe verübt worden. Mit ihrer Tat wollten sie gegen die Lage in Somalia, insbesondere die "Intervention ausländischer Truppen" protestieren. "Es gibt in Somalia viele wütende Menschen, die unseren Kampf unterstützen und die Lage ändern wollen", fügte er hinzu.

Das Restaurant, in dem das Attentat verübt wurde, wird von einem aus dem britischen Exil zurückgekehrten Somalier geführt. Es gilt als Symbol für die allmählich wiederkehrende Normalität in Mogadischu, nachdem sich die Shebab-Milizen im vergangenen Jahr aus vielen Teilen der Hauptstadt zurückgezogen hatten. An der Vertreibung der Milizen waren außer somalischen und äthiopischen Soldaten diejenigen der Mission der Afrikanischen Union in Somalia (AMISOM) beteiligt. Die Shebab-Milizen haben seit einem Jahr viele ihrer Hochburgen verloren, kontrollieren aber noch große Gebiete im Süden und Zentrum des Landes.

Regierungssoldaten und das kenianische AMISOM-Kontingent marschierten unterdessen auf die von den Shebab-Milizen gehaltene Hafenstadt Kismayo zu. Am 12. September war auf den neuen somalischen Präsidenten Hassan Cheikh Mohamoud nur zwei Tage nach seiner Wahl ein Anschlag verübt worden. Der Staatschef blieb bei dem Selbstmordattentat unverletzt, drei Soldaten wurden getötet. Die Verantwortung für die Tat übernahmen die Shebab-Milizen, die mit weiterer Gewalt drohten.

Die Präsidentschaftswahl war der vorläufige Höhepunkt eines unter UN-Schirmherrschaft stehenden Stabilisierungsprozesses für Somalia. Das unter Gewalt und Hungersnöten leidende Bürgerkriegsland am Horn von Afrika hat seit dem Sturz von Präsident Siad Barre im Jahr 1991 keine funktionierende Zentralregierung. Die Shebab-Miliz hatte den Wahlprozess als unter anderem von den Nachbarländern Somalias gesteuerten "feindlichen Akt" kritisiert, Mohamoud selbst aber von der Kritik ausgenommen.

Quelle: n-tv.de, dpa/AFP

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