Politik

Familienministerin heiratet Aus Köhler wird Schröder

Die Familienministerin wetzt eine Scharte aus: Wenige Monate nach Amtsantritt gründet die konservative CDU-Politikerin eine eigene Familie, heiratet ihren Freund und ändert gleich ihren Namen.

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Das Ehepaar direkt nach der Trauung.

(Foto: dpa)

Bundesfamilienministerin Kristina Köhler heißt jetzt Schröder. Die 32-jährige CDU-Politikerin gab in ihrer Heimatstadt Wiesbaden ihrem sechs Jahre älteren Mann Ole Schröder das Ja-Wort. Bei Minustemperaturen verließ die frischgebackene Frau Schröder sie gegen Mittag das Standesamt im ehemaligen Rathaus. An diesem Samstag wird das Ehepaar Schröder in Wiesbaden auch kirchlich heiraten.

Die Ministerin nimmt mit der Heirat den Namen ihres Mannes an, wie das Paar wenige Tage zuvor mitgeteilt hatte. Ole Schröder ist CDU-Bundestagsabgeordneter für den Kreis Pinneberg, als parlamentarischer Staatssekretär im Bundesinnenministerium gehört er ebenfalls der Bundesregierung an.

 

"Wir freuen uns auf unsere Hochzeit", hatte das Paar am Mittwoch erklärt und für erste eingegangene Glückwünsche gedankt. "Trotz dieser großen Anteilnahme bitten wir aber um Verständnis, dass wir im rein privaten Rahmen, gemeinsam mit Familie und Freunden feiern werden", hieß es in der Erklärung.

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Köhler ist die jüngste Ministerin der Regierung.

 

Die Wiesbadener CDU-Bundestagsabgeordnete Köhler war Ende November 2009 nach dem Rücktritt von Sozialminister Franz Josef Jung überraschend in die Bundesregierung berufen worden. Sie übernahm das Familienressort von Ursula von der Leyen (CDU). Die Hochzeit mit ihrem Lebensgefährten Ole Schröder sei damals schon für Februar geplant gewesen, sagte die Ministerin.

Klassisches Gewächs der hessischen CDU

 

Köhlers Wunsch nach einer rein privaten Feier sorgte dafür, dass verlässliche Auskünfte über die Hochzeit nur schwer zu bekommen waren. Zu den nach Presseberichten 120 geladenen Gästen zählen vor allem Verwandte und Freunde. Offen blieb, ob Polit-Prominenz zu der Hochzeit kommt. "Der Ministerpräsident wird herzlich gratulieren", sagte ein Sprecher des hessischen Regierungschefs Roland Koch (CDU). Die Feier sei aber Privatangelegenheit des Paares.

 

Nach der Trauung in einer Wiesbadener Kirche soll auf dem Jagdschloss Platte gefeiert werden, in einer renovierten Schlossruine hoch oben im Taunus, die als exklusiver Veranstaltungsort gebucht werden kann.

In der Unionsfraktion gilt die Ministerin als klassisches Gewächs der hessischen CDU - mit entsprechend deutlich konservativen Wertvorstellungen. Ihre noch als Abgeordnete geäußerte heftige Kritik an der Bundesförderung von Initiativen gegen Rechtsextremismus hat ihr den Spitznamen "Alfred Dregger im Armani-Kostüm" eingebracht. Als Ministerin ist sie nunmehr für diese Förderung zuständig - denn sie wird aus ihrem Haushalt gezahlt. Um nicht gleich zu Beginn ihrer Amtszeit einen Eklat zu provozieren, wurde zunächst eine salomonische Regelung gefunden: Die Förderung läuft zumindest in diesem Jahr unverändert weiter. Geld gibt es aber auch für zwei weitere Initiativen gegen Linksextremismus und gegen Islamismus.

Quelle: n-tv.de, dpa

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