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RWE bereitet Rodung vor Baumhäuser im Hambacher Forst geräumt

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Der Hambacher Forst wird nun gerodet.

(Foto: picture alliance/dpa)

Es ist ein Zwischenschritt auf dem Weg zur Rodung des Hambacher Forstes. Die Polizei hat alle Baumhäuser geräumt. Nun kann das schwere Gerät anrollen. Doch eine Ende des Protestes bedeutet dies nicht.

Gut drei Wochen nach Beginn der Polizeiaktion im Hambacher Forst ist das letzte Baumhaus geräumt. Das teilte eine Sprecherin mit. Das Bauministerium in Nordrhein-Westfalen hatte die Weisung erteilt, die Baumhäuser am Tagebau aus Sicherheitsgründen zu entfernen. Für Samstag rufen Umweltverbände und Initiativen an dem Waldstück zu einer Protestaktion unter dem Motto "Wald retten - Kohle stoppen" auf. Sie erwarten nach eigenen Angaben 20.000 Teilnehmer.

Bereits am Morgen hatte Energiekonzern RWE angesichts der ab Oktober geplanten Baumrodungen mit dem Bau eines kleineren Grabens und anderer Absperrungen begonnen. Diese sollten "auch aus Sicherheitsgründen" deutlich machen, wo das Betriebsgelände beginne, sagte ein Unternehmenssprecher in Essen. Es handle sich keinesfalls um "martialische" Sicherungsanlagen.

"Wir werden es nicht dulden, dass Leute (...) da eindringen und den Wald wieder besetzen", sagte er. RWE werde das mit Hilfe der Polizei durchsetzen. Der Energiekonzern ist Eigentümer des gut 100 Hektar großen Waldstückes, das zur Fortsetzung des Tagebaus gerodet werden soll, und hat seit Langem die dafür nötigen Genehmigungen.

Den Angaben zufolge handelt es sich um einen Graben samt dahinter aufgeschüttetem Erdreich in einer Gesamthöhe von etwa einem bis eineinhalb Metern. Im Wald will der Konzern außerdem Hanfseile und Flatterband spannen sowie "Betreten verboten"-Schilder aufstellen. Parallel hatten die Beamten nach eigenen Angaben ein Zeltlager von Kohlegegnern auf der Suche nach potenziellem Baumaterial für neue Baumhäuser und Barrikaden durchsucht und größere Mengen davon beschlagnahmt.

Die Räumungen waren vorübergehend ausgesetzt worden, nachdem ein Journalist bei einem Unfall gestorben war. Der Mann war aus großer Höhe von einer Hängebrücke an einem der Baumhäuser gestürzt und dabei ums Leben gekommen. Gegen die Rodung gibt es massiven Widerstand. Umweltschützer betonen die Bedeutung des 12 000 Jahre alten Waldes für den Klimaschutz und die Artenvielfalt.

RWE will den Hambacher Forst roden, um einen Braunkohletagebau zu vergrößern. Umweltschützer wollen die Abholzung des Forsts westlich von Köln dagegen verhindern. Schon seit Tagen räumen die örtlich zuständigen Baubehörden mit Hilfe der Polizei von den Aktivisten errichtete Baumhäuser.

Quelle: n-tv.de, jwu/dpa/rts

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