Politik

Terror in London und Brüssel Beide Angreifer riefen "Allahu Akbar"

93921204.jpg

Der Angreifer war am Freitagabend im Zentrum von Brüssel mit einem Messer auf Soldaten losgegangen und hatte "Allahu Akbar" gerufen, bevor er von den Soldaten erschossen wurde.

(Foto: picture alliance / Laurie Dieffe)

In Brüssel identifiziert die Polizei nach der Messerattacke den Angreifer als gebürtigen Somalier - und nimmt Ermittlungen wegen versuchten terroristischen Mordes auf. Auch in London ermittelt inzwischen die Anti-Terror-Einheit.

Nach zwei Messerattacken gegen Sicherheitskräfte in Brüssel und London gehen die Ermittler von einem terroristischen Hintergrund aus. Der getötete Angreifer in Belgien wurde als gebürtiger Somalier identifiziert, er war den Behörden nicht als Islamist bekannt. Er hatte wie auch der Täter von London "Allahu Akbar" (Gott ist groß) gerufen. Bei den fast zeitgleichen Attacken wurden insgesamt vier Sicherheitskräfte leicht verletzt.

Die belgische Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen wegen "versuchten terroristischen Mordes" auf. Der Angreifer war am Freitagabend im Zentrum von Brüssel mit einem Messer auf Soldaten losgegangen und hatte "Allahu Akbar" gerufen, bevor er von den Soldaten erschossen wurde. Bei dem Toten wurden zwei Koran-Ausgaben gefunden sowie eine Waffenattrappe. Einer der Soldaten wurde nach Angaben des Brüsseler Bürgermeisters Philippe Close an der Hand verletzt.

Die Ermittler identifizierten den Täter inzwischen als gebürtigen Somalier, der seit 2015 die belgische Staatsbürgerschaft hatte. Der 1987 geborene Mann war 2004 nach Belgien eingewandert. Er wurde im Februar erstmals wegen Körperverletzung aktenkundig. Über eine mögliche Verbindung zu Terrorgruppen ist der Polizei bisher nichts bekannt.

Strikte Sicherheitsvorkehrungen in Kraft

In London nahm die Anti-Terror-Einheit von Scotland Yard Ermittlungen auf. Die Polizei erklärte, der festgenommene Täter habe vor dem Angriff auf Polizisten vor dem Buckingham-Palast ebenfalls wiederholt "Allahu Akbar" gerufen. Er habe ein rund 1,20 Meter langes Schwert benutzt und sei von den Sicherheitskräften mit Reizgas unschädlich gemacht worden. Bei dem Angriff wurden die drei unbewaffneten Polizisten leicht verletzt.

Der 26 Jahre alte Täter wurde am Samstag weiter verhört. Nach Angaben der Ermittler stammt er aus Luton nördlich von London, wo Durchsuchungen angeordnet wurden. Er war am Freitagabend gut zwei Stunden nach dem Angriff von Brüssel vor dem Palast von Königin Elizabeth II. im Londoner Zentrum vorgefahren und hatte in der Nähe eines Polizeifahrzeugs angehalten, bevor er seine Waffe zückte. Die Queen hielt sich zu diesem Zeitpunkt in Schottland auf.

In Brüssel und London sind nach einer Serie islamistischer Anschläge strikte Sicherheitsvorkehrungen in Kraft. In Brüssel gilt eine erhöhte Alarmstufe, seit im März 2016 bei zwei Anschlägen am Flughafen und in einer Metrostation 32 Menschen getötet und hunderte weitere verletzt wurden. Dazu bekannte sich die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS).

Quelle: ntv.de, jki/dpa