Politik

Streit um Meerenge von Kertsch Beobachter sollen freie Schifffahrt sichern

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Ein ukrainischer Offizier an Bord eines Schiffes im Hafen von Mariupol am Asowschen Meer.

(Foto: picture alliance/dpa)

Im Konflikt zwischen Russland und der Ukraine versucht sich Deutschland weiterhin als Vermittler: Um die freie Fahrt durch die Straße von Kertsch zu gewährleisten, sollen französische und deutsche Beobachter am Asowschen Meer stationiert werden. Die Konfliktparteien sind skeptisch.

Deutschland will mit einem neuen Vorschlag den Konflikt zwischen Russland und der Ukraine um freie Schifffahrt durch die Straße von Kertsch entschärfen. Berlin und Paris seien bereit, Beobachter am Asowschen Meer nahe der von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim zu entsenden, sagte Bundesaußenminister Heiko Maas nach Gesprächen mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow in Moskau. Diese könnten "dokumentieren", ob die freie Durchfahrt gewährleistet werde. "Ich glaube, dass das durchaus ein Thema sein kann für die kommenden Wochen." Derzeit hält Maas die freie Durchfahrt für gegeben.

Hintergrund ist eine neue Verschärfung des Konflikts der beiden Nachbarstaaten seit Ende November. Die russische Küstenwache hatte in der Meerenge drei Schiffe der ukrainischen Marine festgesetzt und nahm die Besatzung fest. Seit der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim behandelt Russland die Meerenge von Kertsch als eigenes Seegebiet.

Lawrow sah den neuen Vorschlag von Maas kritisch, "weil er diese einfache Reise zusammenpackt mit einem politischen Prozess, der mit der Ukraine abgestimmt werden soll". Damit wachse das Risiko, dass die Mission nicht zustande komme. Grundsätzlich sei Moskau aber bereit, Beobachter aus Deutschland und Frankreich zuzulassen.

Der Vorschlag, über den Bundeskanzlerin Angela Merkel und Kremlchef Wladimir Putin bereits beim G20-Gipfel in Buenos Aires gesprochen hatten, stieß auch in der Ukraine auf Skepsis. Eine deutsch-französische Überwachung sei unzureichend, kommentierte Außenminister Pawel Klimkin in Kiew. Eine "reale internationale Kontrolle" sei nötig. Maas soll noch am Freitag zu einem weiteren Treffen in Kiew eintreffen.

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Quelle: n-tv.de, jpe/dpa

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