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Trump berät sichBerichte: USA bereiten mögliche neue Angriffe auf den Iran vor

23.05.2026, 05:48 Uhr
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Trump ist seinen Zielen im Iran noch nicht näher gekommen. (Foto: AP Photo/Jose Luis Magana)

Der Versuch der USA, ein Abkommen mit dem Iran auszuhandeln, gestaltet sich weitaus zäher als von der Regierung erwartet. Berichten zufolge zieht Präsident Trump ernsthaft in Erwägung, den Krieg wieder aufzunehmen. Dafür sprechen Änderungen in seinem Terminkalender.

Die USA bereiten laut mehreren US-Medien mögliche neue Angriffe auf den Iran vor. Das Nachrichtenportal "Axios" berichtete, US-Präsident Donald Trump habe am Freitagmorgen (Ortszeit) eine Sitzung mit seinen engsten Beratern abgehalten. Unter ihnen seien Verteidigungsminister Pete Hegseth und Vizepräsident JD Vance gewesen. Trump erwäge ernsthaft neue Angriffe, sollte es bei Verhandlungen mit Teheran keinen Durchbruch geben. Auch der US-Sender CBS berichtete von möglichen neuen Angriffen. Eine endgültige Entscheidung sei aber noch nicht getroffen worden.

Trump selbst hatte am Freitag auf seiner Plattform Truth Social erklärt, er könne wegen "Umständen" nicht an der bevorstehenden Hochzeit seines ältesten Sohnes Donald Trump Jr. teilnehmen. Nähere Angaben zu diesen Umständen machte der US-Präsident nicht. Zudem gab es eine Änderung in Trumps Terminkalender: Der Präsident wird das Wochenende in Washington verbringen und nicht in einem seiner Golfclubs, wie ursprünglich geplant.

Beamter spricht von "quälenden Verhandlungen"

Ebenfalls am Freitag war Pakistans Armeechef Asim Munir im Zuge der Vermittlungsbemühungen seines Landes im Iran-Krieg zu einem Besuch in Teheran eingetroffen. Pakistan tritt im Iran-Krieg als Vermittler zwischen den USA und dem Iran auf. Der iranische Außenamtssprecher Esmaeil Bakaei dämpfte im Vorfeld die Erwartungen. Der Besuch bedeute nicht zwangsläufig, dass "wir einen Wendepunkt oder eine entscheidende Situation erreicht hätten". Die Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Iran und den USA seien "tiefgreifend und weitreichend", zitierte ihn die iranische Nachrichtenagentur Isna.

"Axios" zitiert einen US-Beamten, der die Verhandlungen mit dem Iran als "quälend" bezeichnete. Demnach würden Entwürfe "täglich hin- und hergeschickt", ohne dass nennenswerte Fortschritte erzielt würden. Aus Trumps Umfeld hieß es laut "Axios", er habe die Möglichkeit einer letzten, "entscheidenden" großen Militäroperation ins Spiel gebracht, nach der er den Sieg verkünden und den Krieg beenden könnte. Es gebe aber keine Anzeichen dafür, dass die Entscheidung schon gefallen sei.

Trump hatte am Montag mitgeteilt, er habe einen für Dienstag geplanten Angriff auf den Iran auf Bitten von Verbündeten zunächst abgesagt. Das Militär sei aber weiterhin jederzeit dazu bereit.

Die USA und Israel hatten Ende Februar den Iran-Krieg mit Angriffen auf die Islamische Republik begonnen. Als Reaktion griff Teheran Ziele in Israel und in der Golfregion an und blockierte weitgehend die für den Welthandel bedeutende Straße von Hormus vor seiner Küste. Seit Anfang April gilt eine fragile Waffenruhe im Iran-Krieg.

Quelle: ntv.de, ino/AFP

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