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Auf Balkon der US-Botschaft Berlin bekommt ungewollte Reagan-Statue

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In anderen Ländern gibt es weniger Widerstand gegen Reagan-Statuen.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Ronald Reagan ist bereits Berliner Ehrenbürger, eine Statue findet die Stadtverwaltung daher unangemessen. Dennoch bekommt die Hauptstadt dank eines Vorschlags von US-Botschafter Grenell ein Bronzeabbild des verstorbenen Ex-Präsidenten.

Seit über zehn Jahren wollen die Vereinigten Staaten den ehemaligen Präsidenten Ronald Reagan mit einer Statue in Berlin ehren. Die Verwaltung der Hauptstadt lehnte jedoch bislang zahlreiche Anträge von US-Beamten und Würdenträgern ab. Nun errichten die Vereinigten Staaten dennoch eine drei Meter hohe Statue des verstorbenen Staatsoberhaupts - auf dem Balkon ihrer Berliner US-Botschaft.

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Die Idee dazu kam vom US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell. Er hatte laut "Wall Street Journal" vorgeschlagen, anstatt die Berliner Stadtregierung zu überzeugen, einfach selbst eine Bronzefigur auf amerikanischem Boden in der deutschen US-Botschaft zu errichten. Die Einweihung der Statue, die teilweise von der Straße aus sichtbar ist, soll Außenminister Mike Pompeo am 8. November, einen Tag vor dem 30. Jahrestag des Mauerfalls, vornehmen.

Als einziger US-Präsident unternahm Reagan seit der Errichtung der Berliner Mauer im Jahr 1961 zwei Reisen in die damals geteilte Stadt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Berlin in die von der Sowjetunion kontrollierte Ostzone und die von der westalliierten Koalition kontrollierte Westzone aufgeteilt. Reagan kämpfte dafür, die Mauer niederreißen zu lassen, und hielt am 12. Juni 1987 eine historische Rede vor dem Brandenburger Tor. Darin forderte er den sowjetischen Führer Michail Gorbatschow auf, er solle "diese Mauer niederreißen".

Von der Berliner Stadtverwaltung hieß es stets, eine Statue sei unnötig, da Reagan bereits Ehrenbürger der Stadt sei. Reagan zu ehren, wäre zudem unfair gegenüber anderen, die die Stadt auch gegen die sowjetische Besetzung nach dem Zweiten Weltkrieg unterstützt hatten.

In anderen Ländern gibt es weniger Widerstand gegen derartige Ehrerweisungen. 2011 hatte die US-Regierung eine Reagan-Statue in Budapest errichten lassen. Sie soll an das Bestreben des 2004 verstorbenen Präsidenten erinnern, den Kalten Krieg und damit den russischen Einfluss auf Ungarn zu beenden. Aus dem gleichen Grund würdigt die georgische Hauptstadt Tiflis Reagan mit einer Statue.

Quelle: n-tv.de, mba

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