Politik

Linksextremer BrandanschlagBerlin ruft wegen massiven Stromausfalls Bundeswehr zu Hilfe

04.01.2026, 17:51 Uhr
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Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner und Innensenatorin Iris Spranger besuchen nach dem großflächigen Stromausfall eine Notunterkunft. (Foto: dpa)

Zehntausende Haushalte sind im Berliner Südwesten weiterhin ohne Strom. Die Stadtverwaltung hofft nun auf die Hilfe der Bundeswehr bei der Versorgung. Der Regierende Bürgermeister fordert aber auch einen besseren Schutz vor Anschlägen.

Zur Bewältigung des großen Stromausfalls im Berliner Südwesten hofft die Hauptstadt auf Hilfe der Bundeswehr. Man wolle die "Kompetenzen der Bundeswehr mit einbeziehen", sagte der Regierende Bürgermeister Kai Wegner. Er habe dazu mit verschieden Stellen der Bundesregierung telefoniert, so der CDU-Politiker. Wegner nannte etwa Bundesinnenminister Alexander Dobrindt und Kanzleramtsminister Thorsten Frei. "Die Bundesregierung steht zur Verfügung, uns hier in dieser Krise zu unterstützen", sagte Wegner.

"Mutmaßliche Linksextreme haben mit diesem Anschlag wissentlich Menschenleben aufs Spiel gesetzt, besonders das von Patientinnen und Patienten in Krankenhäusern sowie von älteren Menschen, Kindern und Familien", erklärte Wegner. Berlin werde eine sogenannte Großschadenslage ausrufen und die Koordinierung erneut straffen.

Berlins Innensenatorin Iris Spranger von der SPD sagte, die Bundeswehr könne etwa bei der Versorgung der Menschen mit warmem Essen helfen. "Ich bin dankbar, wenn die Bundeswehr uns da unterstützen kann."

Der Anschlag auf Kabel sorgt seit dem frühen Samstagmorgen für einen großen Stromausfall, von dem zunächst 45.000 Haushalte und mehr als 2200 Unternehmen betroffen waren. Inzwischen konnten 7000 Haushalte und 150 Gewerbekunden wieder angeschlossen werden, wie Stromnetz Berlin mitteilte. Betroffen sind die Stadtteile Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde.

Der Stromausfall ist aller Wahrscheinlichkeit nach auf einen Brandanschlag von Linksextremisten zurückzuführen. Ein Bekennerschreiben einer Organisation namens Vulkangruppe sei nach dem aktuellen Stand der Ermittlungen als "glaubhaft" anzusehen, sagte ein Polizeisprecher. Die Ermittlungen zum Tathintergrund gingen aber weiter.

Wegner sprach von einem "schweren, schweren Anschlag auf unsere kritische Infrastruktur". Die Krisenstäbe arbeiteten "mit Hochdruck" daran, die Menschen wieder mit Strom und Wärme zu versorgen. Es müsse darüber gesprochen werden, wie etwa Stromnetze "künftig noch besser" geschützt werden könnten.

Quelle: ntv.de, mli/AFP/dpa

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