Politik

"Robocalls" manipulieren Wähler Bewaffneter Trump-Fan vor Wahllokal verhaftet

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Am 1. November feierte Donald Trump eine "Sieges-Parade" in North Carolina.

(Foto: imago images/ZUMA Wire)

Obwohl die Wahl in den USA bisher ruhig verläuft, gibt es mancherorts Störungen bei der Stimmabgabe: In North Carolina kehrt ein Mann mit einer Trump-Mütze mit einer Waffe zum Wahllokal zurück, nachdem er von dort zuvor verwiesen worden war. In Michigan irritieren automatische Anrufe die Wähler.

Die Polizei in Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina teilte mit, sie habe am Dienstag einen bewaffneten Mann festgenommen, der zu einem Wahllokal zurückgekehrt sei, nachdem er früher am Tag vom Areal der Stimmabgabe verbannt worden war.

Der Mann trug einen Donald-Trump-Hut und Kampfstiefel und zusätzlich sichtbar eine Schusswaffe. Demokraten, die sich in der Nähe des Wahllokals versammelt hatten, fühlten sich dadurch verunsichert. Der Bürgermeister von Charlotte, Vi Alexander Lyles, und die Abgeordnete Alma Adams waren unter den Teilnehmern der Kundgebung.

Die Polizei identifizierte den Mann und sagte in einer Erklärung, dass er im Wahllokal gewählt hatte, danach aber "weiter herumlungerte". Anschließend war ein Anruf bei der Polizei eingegangen, dass der da noch unbewaffnete Trump-Fan "andere Wähler einschüchtert". Der Mann wurde anschließend gebeten, sich vom Wahllokal zu entfernen und es wurde laut Polizei ein Rückkehr-Verbot ausgesprochen. Er ging, kehrte aber später mit einer Waffe zurück. Das offene Tragen einer Schusswaffe ist in North Carolina zwar legal, aber der Trump-Fan wurde wegen Hausfriedensbruch verhaftet.

"Robocalls": Wählt am Mittwoch

"Es gab keinen Grund für diesen Kerl, am Wahltag in einem großen Wahlbezirk mit einer Waffe herumzulaufen", sagte Sam Spencer, ein Berater von Adams. "Diese Art der Einschüchterung von Wählern widerspricht eindeutig allem, wofür unser Land steht, und wir sollten unsere ganze Energie darauf verwenden, den Menschen bei der Abstimmung zu helfen, ohne Wahllokale bedrohlicher und entmutigender zu machen, als sie es bereits können."

In Michigan haben laut Generalstaatsanwalt Dana Nessel einige Wähler sogenannte automatisierte "Robocalls" erhalten. Diese rieten den Menschen, ihre Abstimmung auf Mittwoch - also nach der Wahl - zu verschieben, um lange Schlangen vor den Wahllokalen zu vermeiden. "Offensichtlich ist dies FALSCH und ein Versuch, die Stimmabgabe zu unterdrücken", schrieb Nessel auf Twitter.

Das FBI sagte in einer Erklärung dazu nur, dass es die Berichte von den "Robocalls" kenne. Geheimdienstbeamte sagten, es gebe offenbar keine frühen Anzeichen dafür, dass die Anrufe von einer ausländischen Regierung stammten. General Paul M. Nakasone, der Direktor der National Security Agency (NSA), sagte, dass seine Agentur die Anrufe "sehr genau untersuchen" werde.

Quelle: ntv.de, dbe