Politik

Was lernen wir daraus? Biden dekoriert das Oval Office um

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Das berühmte Präsidentenbüro ist immer noch oval, aber umdekoriert.

(Foto: AP)

Als Präsident Trump ins Weiße Haus zog, gestaltete er das Präsidentenbüro Oval Office nach seinen Vorstellungen um. Für Aufsehen sorgten die goldenen Vorhänge. Überraschung: Biden hat ebenfalls goldene Vorhänge. Sonst setzt er aber ganz eigene Akzente.

Die Sicht ins Oval Office, dem Präsidentenbüro im Weißen Haus, wird auch künftig von goldenen Vorhängen blockiert werden - das berichtet die "Washington Post" nach einem exklusiven Besuch in dem Zimmer - der erfolgte demnach noch bevor der künftige Präsident Joe Biden es in seinem neuen Zustand betrat. Lediglich der Farbton der Gardinen sei etwas dunkler, heißt es in dem Bericht. Ansonsten hat Biden jede Menge Büsten und Gemälde austauschen lassen.

So ließ der neue Präsident ein Bildnis des Präsidenten Andrew Jackson (1829 bis 1837) wieder abhängen. Der war als Populist bekannt, hatte die Wählerbasis erweitert und die Wahl zu einer etwas weniger elitären Veranstaltung werden lassen. Wohl deswegen konnte Trump sich mit ihm identifizieren. Jackson ist aber auch als Verfechter der Sklaverei und für seine Vertreibungen der Ureinwohner bekannt. Das brachte Trump wiederum Kritik ein, besonders als er sich einmal mit Angehörigen des Stammes der Navajo vor dem Bild fotografieren ließ. Biden habe stattdessen eine Reiterstatue eines Künstlers eines Apachen-Stammes ins Büro geholt.

Jetzt konzentriere sich der Raum um ein "riesiges Porträt" von Franklin Roosevelt, Präsident von 1933 bis 1945 - er führte die USA erst durch die Große Depression nach der Weltwirtschaftskrise Ende der 20er Jahre, dann durch den Zweiten Weltkrieg. So wurde er einer der bekanntesten Präsidenten der Geschichte. Auch Biden sieht sich gleich mehreren Krisen ausgesetzt - neben der Corona-Pandemie auch der folgenden Wirtschaftskrise, dem Klimawandel und der Spaltung der amerikanischen Gesellschaft.

Franklin D. Roosevelt hängt überm Kamin.

Franklin D. Roosevelt hängt überm Kamin.

(Foto: dpa)

Der Reporterin der "Washington Post" fiel die schiere Menge an Porträts auf, die teils auch paarweise angeordnet seien. So hänge etwa ein Bildnis von Thomas Jefferson neben einem von Alexander Hamilton. Beide waren in der Frühphase der Republik erbitterte Konkurrenten. Für Biden sei das ein Symbol, das aus unterschiedlichen Sichtweisen etwas Gutes entstehen könne. Und damit darf man es wohl als Symbol für Bidens überparteiliche Ausrichtung verstehen. Seinen Respekt für die Wissenschaft drücke Biden durch ein Porträt von Benjamin Franklin aus, ebenfalls ein Gründervater, der aber auch bekannt für seine physikalischen Experimente war.

Churchill nicht mehr vertreten

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Biden am Mittwoch hinterm "Resolute Desk" - der Schreibtisch bleibt gleich.

(Foto: imago images/ZUMA Wire)

Weitere Büsten stellen demnach den schwarzen Bürgerrechtler Martin Luther King, die ebenfalls afroamerikanische Aktivistin Rosa Parks, Robert F. Kennedy und die First Lady Eleanor Roosevelt dar. Die King-Skulptur hatte einst Präsident Barack Obama in das Büro geholt. Auch Trump hatte sie nicht entfernt, nur woanders hingestellt. Die Büste des legendären britischen Premierministers Winston Churchill, die Trump aufgestellt hatte, sei nun wieder entfernt worden. Im Weißen Haus habe man das damit begründet, dass es nicht genug Platz gegeben habe. Biden habe sich gewüscht, dass das Büro "wie Amerika" aussehen sollte.

Auffallend ist auch eine Büste von Cesar Chavez, der sich für die Rechte von Landarbeitern in den USA einsetzte und eine Gewerkschaft gründete - auch Biden gilt schon lange als gewerkschaftsnah. In seinem Wahlkampf stellte er zudem die Sorgen der einfachen Amerikaner in den Mittelpunkt. Chavez soll ihn wohl daran erinnern.

Ansonsten ließ Biden laut dem Bericht noch die Fahnen der einzelnen Teile der US-Streitkräfte entfernen, die Trump hereingeholt hatte. Stattdessen gebe es nun nur noch eine Fahne der USA und eine mit dem Siegel des Präsidenten. Der Teppich sei nun dunkelblau wie während der Clinton-Jahre, und die Möbel seien alle aus dem Lager des Weißen Hauses ausgewählt worden. Auch der Schreibtisch ist seit Jahrzehnten der Gleiche. Biden wird sich vermutlich gleich heimisch fühlen.

Quelle: ntv.de, vpe

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