Politik

Erste Vizepräsidentin der USA? Biden tritt mit Kamala Harris gegen Trump an

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Biden und Harris bei einer TV-Debatte im vergangenen Jahr - die Senatorin aus Kalifornien war eine der Top-Favoritinnen für die Vizepräsidentschaft.

(Foto: AP)

Es wurde gerätselt und spekuliert - nun hat der designierte demokratische US-Präsidentschaftsbewerber Biden die Katze aus dem Sack gelassen: Beerbt er im November Amtsinhaber Trump, ist eine kalifornische Senatorin seine Vize-Präsidentin. Ihr Name: Harris.

Die Senatorin Kamala Harris wird an der Seite Joe Bidens in den US-Wahlkampf gegen Präsident Donald Trump ziehen. Das Team des designierten Präsidentschaftskandidaten der Demokraten gab bekannt, dass die 55-jährige Kalifornierin im Fall eines Wahlsieges am 3. November Vizepräsidentin werden soll. Sie wäre die erste Frau in diesem Amt in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Biden würdigte sie als "furchtlose Kämpferin für den kleinen Mann". "Ich bin stolz, sie jetzt als meine Partnerin in diesem Wahlkampf zu haben."

Harris selbst schrieb bei Twitter, Biden könne das amerikanische Volk einen. "Als Präsident werde er ein Amerika bauen, das seinen Idealen gerecht wird." Ihre Verkündung als Vize bezeichnete sie als "Ehre". Sie werde alles dafür tun, um Biden bei der Wahl im November zum Oberbefehlshaber zu machen, so Harris.

Der ehemalige US-Präsident Barack Obama hat die Entscheidung pro Harris ausdrücklich begrüßt. Die 55-Jährige sei "mehr als bereit für die Aufgabe", erklärte Obama. "Wenn du im Oval Office bist, die schwersten Probleme abwägst, und eine Entscheidung, die du triffst, die Leben und Existenzen eines ganzen Landes beeinflusst - da brauchst du jemanden bei dir, der das Urteilsvermögen und den Charakter hat, um die richtige Entscheidung zu treffen", betonte Obama.

Harris hatte sich selbst um die Kandidatur der Demokraten beworben, im vergangenen Dezember aber aufgegeben. Dass die Wahl auf sie fiel, ist keine große Überraschung - Beobachter hatten Harris als eine der Top-Favoritinnen gesehen. Dass Biden eine Frau als "Running Mate" auswählen würde, hatte er bereits im Frühjahr angekündigt. Biden hat die Kandidatur der Demokraten sicher, offiziell nominiert wird er aber erst auf einem großen Parteitag von 17. Bis zum 20. August in Milwaukee im Bundesstaat Wisconsin.

Zu Harris soll er ein vertrauensvolles Verhältnis pflegen. Überdies spricht für sie ihre Erfahrung im US-Senat, dem sie seit 2017 angehört. Zuvor machte sie sich als Generalstaatsanwältin in Kalifornien einen Namen. Harris ist zudem keine weiße Kandidatin, ihre Mutter stammt aus Indien, ihr Vater aus Jamaika. Angesichts der heftigen Proteste nach dem Mord an George Floyd hatte es lautstarke Forderungen an Biden gegeben, eine afroamerikanische Frau zu nominieren.

In diesem Wahlkampf hat es größere Bedeutung, wer die Vizepräsidentschaft übernimmt, als in früheren Jahren. Denn Biden wäre mit seinen 77 Jahren der älteste US-Präsident aller Zeiten. Es ist gut möglich, dass er nach einer Amtszeit nicht noch einmal antritt. Dann hätte Harris beste Chancen auf die Nominierung als Präsidentschaftskandidatin der Demokraten für die übernächste Wahl. Viele Beobachter sahen in der Personalie daher eine Weichenstellung für die kommenden Jahre. Überdies müsste Harris einspringen, falls Biden nicht mehr in der Lage wäre, die Amtsgeschäfte zu führen - ob wegen seines Alters oder aus anderen Gründen.

Quelle: ntv.de, vpe