Politik

Mindestens 15 Tote Blutige Gefechte in Bangkok

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Hunderte wurden bei den Zusammenstößen verletzt.

(Foto: dpa)

Die Lage in Thailand eskaliert. Bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Armee sterben mindestens 15 Menschen. Hunderte werden verletzt. Unter den Toten ist auch ein Kameramann.

Blutiger Samstag in Bangkok: Bei bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen zwischen regierungsfeindlichen Demonstranten und den thailändischen Sicherheitskräften sind nach Angaben örtlicher Medien mindestens 15 Menschen getötet worden. Die "Bangkok Post" berichtet unter Berufung auf Krankenhäuser der Hauptstadt, mindestens elf Zivilisten und vier Soldaten seien ums Leben gekommen. Fast 700 Menschen seien verletzt worden.

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Ein verletzter Demonstrant in der Touristenmeile Khao Sarn Road.

(Foto: AP)

Unter den Toten ist auch ein japanischer Kameramann der Nachrichtenagentur Reuters. Hiro Muramoto habe während der Proteste einen Brustschuss erlitten und sei bereits ohne Herzschlag ins Krankenhaus eingeliefert worden, teilten die Ärzte mit. Die Kugel sei aus dem Rücken wieder ausgetreten. Es sei daher unklar, um welche Art von Geschoss es sich gehandelt habe.

Kurz vor seinem Tod filmte Muramoto die gewaltsamen Zusammenstöße zwischen Oppositionsanhängern und Sicherheitskräften im Stadtteil um die Rajdumnoen Straße. Dort setzten Soldaten nicht nur Gummigeschosse und Tränengas ein, sondern feuerten auch Warnschüsse in die Luft ab. Nach Armeeangaben gaben aber auch mehrere Oppositionsanhänger Schüsse mit scharfer Munition ab.

"Ich möchte klar stellen, dass der Einsatz von scharfer Munition nur in solchen Fällen erlaubt ist, um Warnschüsse in die Luft abzugeben oder um sich selbst zu verteidigen", erklärte der thailändische Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva in einer Fernsehansprache.

"Gesetz und Ordnung"

Die seit vier Wochen andauernden Proteste hatten am Abend eine blutige Wende genommen, als Soldaten und Polizisten massiv gegen zehntausende Regierungsgegner vorgingen. Die Armee zielte mit Wasserwerfern in die Menge und feuerte Tränengasgranaten, um die Proteste aufzulösen. Die nach der Farbe ihrer T-Shirts benannten Rothemden verbarrikadierten sich hinter Straßensperren und attackierten Soldaten und Polizisten mit Speeren und anderen Wurfgeschossen.

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Mit Panzern gegen die eigenen Bürger: Bangkok erlebt bürgerkriegsähnliche Zustände.

(Foto: REUTERS)

Die Sicherheitskräfte hatten Order, die Straßen bis zum Abend zu räumen. "Wir stellen Gesetz und Ordnung wieder her", sagte Regierungssprecher Panitan Wattanayakorn - doch gelang das nicht. Die Demonstranten blieben auf den Straßen. "Dies ist eine Volksrevolution", rief einer der Anführer der Protestbewegung UDD, Veera Muksikpong. Er forderte Ministerpräsident Abhisit erneut zum Rücktritt auf.

Zehntausende Rothemden waren vor vier Wochen mit der Forderung nach Neuwahlen nach Bangkok gezogen und haben seitdem Teile der Stadt lahmgelegt. Abhisit hat Wahlen zwar bis Ende des Jahres angeboten, doch seine Gegner wollen nicht so lange warten. Die Demonstranten sind zumeist Anhänger von Ex-Regierungschef Thaksin Shinawatra. Das Militär hatte den Milliardär nach fünf Jahren im Amt 2006 gestürzt. Er feuert die Demonstranten aus dem Exil an und finanziert sie weitgehend. Die Regierung hatte am Mittwoch den Ausnahmezustand verhängt, der öffentliche Versammlungen verbietet. Mit der Fortsetzung ihrer Proteste forderten die Demonstranten die Regierung offen heraus.

Quelle: n-tv.de, dpa/rts

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