Selbsternannter Kaiser ZentralafrikasBokassa vollständig rehabilitiert
Jean-Bedel Bokassa putscht sich am 31. Dezember 1965 an die Macht, 1972 ernennt er sich zum Präsidenten auf Lebenszeit, 1977 krönt er sich selbst zum "Kaiser". Zehn Jahre später wird er zum Tode verurteilt, aber nicht hingerichtet und jetzt posthum freigesprochen von jeglicher Schuld.
Der zentralafrikanische Staatschef François Bozizé hat den früheren Präsidenten und selbsternannten Kaiser Zentralafrikas, Jean-Bedel Bokassa, posthum vollständig rehabilitiert. In einem Erlass teilte Bozizé mit, sämtliche gegen Bokassa verhängten Gerichtsurteile seien mit sofortiger Wirkung ungültig. Der Ex-Staatschef war 1987 zum Tode verurteilt, anschließend aber schrittweise begnadigt und freigelassen worden. Er starb 1996 in seinem Haus in der zentralafrikanischen Hauptstadt Bangui.
Bozizé würdigte Bokassa anlässlich des 50. Jahrestages der Unabhängigkeit als "großen Erbauer" Zentralafrikas. "Er hat das Land aufgebaut, aber wir haben zerstört, was er geschaffen hat", sagte er in einer Ansprache an die Nation. Bozizé hatte Bokassa bereits mehrmals bei offiziellen Anlässen gewürdigt.
Bokassa hatte sich am 31. Dezember 1965 an die Macht geputscht. 1972 ernannte er sich zum Präsidenten auf Lebenszeit, 1977 krönte er sich selbst zum "Kaiser". Im September 1979 wurde er nach Jahren der brutalen Herrschaft gestürzt, nachdem unter anderem bekannt geworden war, dass er an einem Massaker an 100 Schulkindern beteiligt war.