Politik

"Bring Back Our Girls" Boko Haram lässt entführte Mädchen frei

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Erst vor wenigen Wochen hatten die Eltern der Mädchen anlässlich des dritten Jahrestags ihrer Entführung nochmals die Freilassung gefordert.

(Foto: picture alliance / Sunday Alamba)

Mehr als 200 Schülerinnen verschleppt die Terrorgruppe Boko Haram im April 2014. International sorgt der Fall für Entsetzen. Nach langen und zähen Verhandlungen dürfen die Mädchen jetzt zu ihren Familien zurück.

Gut drei Jahre nach ihrer Entführung aus einer Schule im nigerianischen Chibok sind 82 Mädchen von der islamistischen Terrormiliz Boko Haram freigelassen worden. Das Büro von Präsident Muhammadu Buhari bestätigte in der Nacht zum Samstag auf Twitter entsprechende Medienberichte: "Nach langwierigen Verhandlungen haben unsere Sicherheitsdienste diese Mädchen zurückgeholt, im Austausch für einige von den Behörden festgehaltene Boko-Haram-Verdächtige." Die freigelassenen Mädchen sollen demnach an diesem Sonntag in die Hauptstadt Abuja gebracht und von Buhari empfangen werden.

Im April 2014 hatte Boko Haram 276 überwiegend christliche Schülerinnen aus Chibok im instabilen Nordosten des Landes verschleppt. Etwa 50 von ihnen gelang kurz danach die Flucht, 195 wurden bis zuletzt vermisst.

International hatte die Entführung für Entsetzen gesorgt. Angeführt von der damaligen First Lady der USA, Michelle Obama, unterstützten viele Prominente die Kampagne "Bring Back Our Girls" (Bringt unsere Mädchen zurück).

Boko Haram kämpft seit Jahren für die Errichtung eines islamischen Gottesstaats im mehrheitlich muslimischen Nordosten Nigerias. Mindestens 20.000 Menschen wurden in dem Konflikt seit 2009 getötet, tausende Zivilisten verschleppt. 2,6 Millionen Menschen wurden durch die Gewalt in die Flucht getrieben. 2014 weiteten die Boko-Haram-Kämpfer ihre Angriffe auf die Nachbarländer Kamerun, Niger und Tschad aus.

Quelle: ntv.de, chr/AFP/dpa