Politik
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Dienstag, 03. Oktober 2017

Trotz Protest des Militärs: Bolivien gedenkt Che Guevaras

Vor 50 Jahren wurde Che Guevara ermordet. Um des Revolutionärs zu gedenken, ordnet Boliviens Präsident Evo Morales mehrtägige Staatsfeierlichkeiten an. Aber nicht alle Bolivianer teilen die historische Einschätzung ihres sozialistischen Präsidenten.

Bolivien ehrt den großen Revolutionär Che Guevara 50 Jahre nach seiner Ermordung durch die bolivianische Armee. Zu diesem Anlass hat der sozialistische Präsident Evo Morales fünftägige Staatsfeierlichkeiten für den Argentinier angeordnet, bei denen die Streitkräfte eine zentrale Rolle spielen sollen. Mehrere Ex-Militärs wollen die Ehrung des Revolutionärs aber boykottieren: Sie erinnerten daran, dass sich Guevara und seine Guerilla einen blutigen Kampf mit Boliviens Armee geliefert hatte.

Die Feierlichkeiten sollen am Donnerstag beginnen und ihren Höhepunkt mit einer Festveranstaltung am 9. Oktober in der Stadt Villagrande erreichen. Daran sollen auch die Vizepräsidenten der sozialistisch regierten Länder Kuba und Venezuela teilnehmen.

Morales versuchte in seiner Erklärung vom Montag, einen Bogen zwischen Armee und Guevara zu spannen: Boliviens Streitkräfte seien "aus dem Anti-Imperialismus geboren", erklärte er. Sie würden ihn während der Staatsfeierlichkeiten "bei jeder Aktivität begleiten".

Zuvor hatten hohe Ex-Militärs Unmut über die Ehrbezeugung für den Marxisten Guevara geäußert. "Wir nehmen nicht daran teil, weil es sich um einen politisch motivierten Akt handelt", sagte Mario Moreira, der die früher gegen Che Guevara kämpfenden bolivianischen Militärs vertritt. Er fügte hinzu: "Der Staat hätte eher die Verpflichtung, uns zu ehren, weil wir das Vaterland verteidigt haben."

Che Guevara war am 8. Oktober 1967 in Gefangenschaft der bolivianischen Armee geraten. Einen Tag später wurde er ohne Gerichtsverfahren hingerichtet. Damit endete die internationale Revolutionslaufbahn des Argentiniers.

Quelle: n-tv.de