Politik

Bonner Verdächtiger ist identifiziert Bombe aus Al-Kaida-Baukasten

Die Ermittler kommen im Fall des gescheiterten Bombenanschlags von Bonn voran. Sie sollen einen Tatverdächtigen identifiziert haben. Dabei handelt es sich um einen Verbindungsmann zur Al-Kaida. Auch die Machart der Bombe spreche dafür.

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Ein Fahndungsplakat der Polizei hängt am Bonner Hauptbahnhof.

(Foto: dpa)

Nach dem versuchten Sprengstoffanschlag am Bonner Hauptbahnhof haben die Ermittler einem Bericht des Westdeutschen Rundfunks zufolge einen Tatverdächtigen identifiziert. Es soll sich um einen Mann aus dem nordrhein-westfälischen Langenfeld handeln, meldete der Sender unter Berufung auf Sicherheitskreise. Der Tatverdächtige gilt laut WDR als Verbindungsmann zum Terrornetzwerk Al-Kaida. Allerdings sei bisher unklar, ob der Verdächtige tatsächlich zur Tatzeit am Bahnhof oder mit der Planung beschäftigt war.

Am Montag hatte ein Mann eine Sporttasche mit einer zündfähigen Sprengvorrichtung auf einem Bahnsteig im Bonner Hauptbahnhof abgestellt. Wahrscheinlich wurde der Sprengsatz auch ausgelöst, explodierte aber nach Medienberichten wegen einer Fehlkonstruktion nicht.

Bombe aus dem Al-Kaida-Baukasten

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Die Polizei zeigt Gegenstände, wie sie zum Bau der Bonner Bombe verwendet wurden.

(Foto: dpa)

Der Berliner "Tagesspiegel" berichtete, der Sprengsatz passe von der Machart her zu einer Bomben-Bauanleitung aus dem Internet-Magazin einer Al-Kaida-Filiale im Jemen. Bis auf wenige Abweichungen sei die Bombe mit der dort beschriebenen Konstruktion identisch.

Die Bundesanwaltschaft übernahm am Freitag die Ermittlungen. Sie bestätigte dabei in einer Mitteilung, es bestehe ein Anfangsverdacht gegen eine verdächtige Person, die "als Mitglied einer terroristischen Vereinigung einen Sprengstoffanschlag verüben wollte".

Ruf nach Konsequenzen

Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann fordert als Konsequenz aus dem Anschlagversuch, den Straftatbestand der Bildung einer terroristischen Vereinigung zu erweitern. Der CDU-Politiker plädierte in der "Welt am Sonntag" dafür, dass der entsprechende Paragraf 129a des Strafgesetzbuches auch bei Brand- und Sprengstoffdelikten angewendet und der Generalbundesanwalt in solchen Fällen zuständig wird.

Der CDU-Politiker verlangte zudem, die Videoüberwachung an öffentlichen Plätzen auszuweiten. "Auf Bahnhöfen ist dies flächendeckend erforderlich." Die Kameras müssten technisch grundsätzlich auch mit einer Aufzeichnungsmöglichkeit ausgestattet sein. "Ohne eine solche Möglichkeit ist eine nachträgliche Aufklärung von Straftaten nur selten möglich", sagte er der Zeitung.

Quelle: ntv.de, dpa