Unweit der Straße von HormusBrand auf Öltanker nach Treffer durch "unbekanntes Projektil"

Seit dem Grundsatzabkommen zwischen Washington und Teheran nimmt der Schiffsverkehr durch die wichtige Meerenge in Nahost wieder an Fahrt auf. Doch die britische Seeschifffahrtsbehörde warnt vor "verdächtigen Aktivitäten".
Trotz der derzeit geltenden Waffenruhe im Iran-Krieg hat ein "unbekanntes Projektil" einen Öltanker unweit der Straße von Hormus getroffen. Auf dem Schiff sei ein Feuer ausgebrochen, teilte die britische Behörde für maritime Sicherheit (UKMTO) bei X mit. Es gebe keine Berichte über Verletzte oder Gefahren für die Umwelt.
Der Vorfall ereignete sich den Angaben zufolge vor der Küste Omans, rund acht Seemeilen östlich von Limah. "Ein Tanker meldete, dass er während der Fahrt in Richtung Süden auf der Backbordseite von einem unbekannten Projektil getroffen wurde, was einen Brand verursachte", teilte die UKMTO mit. "Schiffen wird geraten, mit Vorsicht zu fahren und verdächtige Aktivitäten zu melden."
Wer hinter dem Angriff steckt, blieb zunächst unklar. Das Portal "Axios" berichtete unter Berufung auf zwei US-Beamte, die iranischen Revolutionsgarden hätten mindestens zwei Raketen auf Frachter abgefeuert. Einer der Beamten sagte demnach, zwei Schiffe seien durch den Beschuss stark beschädigt worden. Eine offizielle Reaktion der US-Regierung blieb zunächst aus.
Vor rund einer Woche hatte ein ähnlicher Vorfall zu militärischen Angriffen der USA gegen den Iran geführt. Dabei seien unter anderem Luftabwehrstellungen, Drohnenlager und Überwachungsinfrastruktur angegriffen worden, teilte das zuständige Regionalkommando Centcom mit.
USA fordern freie Durchfahrt ohne Gebühren
Die Wiederöffnung der für den globalen Handel mit Öl, Gas und Dünger wichtigen Straße von Hormus ist ein zentrales Element des Rahmenabkommens, auf das sich Vertreter aus Washington und Teheran vor knapp drei Wochen verständigt hatten. Die USA fordern freie Durchfahrt für alle Schiffe ohne Gebühren. Nach Beginn der israelischen und amerikanischen Angriffe auf den Iran im Februar brachte die iranische Seite mit Drohungen und Attacken den Schiffsverkehr in der Meerenge faktisch zum Erliegen.
Erst am Donnerstag bekräftigte das iranische Militär erneut den Anspruch, dass die alleinige Kontrolle über die Straße von Hormus allein dem Iran gebühre. Alle Öltanker und Handelsschiffe seien verpflichtet, ausschließlich die von der Islamischen Republik festgelegte Route zu benutzen, hieß es in einer Erklärung der Militärführung, die iranische Medien verbreiteten. "Jede Missachtung dieser Vorgabe (...) wird mit einer unverzüglichen und entschlossenen Reaktion der Streitkräfte beantwortet", hieß es weiter.