Politik

Durchsuchungen nach Verbot Bremen verbietet Neonazi-Kampftruppe

Polizei im Einsatz in Bremen (Symbolbild).

Polizei im Einsatz in Bremen (Symbolbild).

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Kampfbereitschaft tragen sie bereits im Namen: "Phalanx 18", im Neonazi-Jargon heißt das so viel wie "Schlachtenreihe Adolf Hitler". Im Oktober fallen sie durch Gewalt in der Innenstadt auf. Nun greift Bremens Innensenator durch.

Bremens Innensenator Ulrich Mäurer hat den rechtsextremistischen Verein "Phalanx 18" verboten und aufgelöst. Der Verein sei der nationalsozialistischen Ideologie verhaftet und habe versucht, seine verfassungsfeindliche Ideologie mit aggressiv-kämpferischen Mitteln durchzusetzen, teilte der SPD-Politiker zur Begründung mit. In Bremen wurden im Zuge des Verbots drei Wohnungen und in Niedersachsen eine weitere Wohnung durchsucht.

Bereits vor zwei Wochen hatte die Innenbehörde sogenannte Liederabende der Gruppierung mit Konzerten zweier Bands aus der rechten Szene verboten, die für den 9. November, den Jahrestag der Pogromnacht von 1938, geplant waren. "Angesichts der rechtsextremistischen Weltanschauung dieser Gruppierung ist davon auszugehen, dass die Veranstaltung nicht dem Gedenken, sondern vielmehr einer Verhöhnung der jüdischen Opfer des Nationalsozialismus dienen soll", hatte Mäurer damals erklärt.

Mitglieder randalierten in der Stadt

Innensenator Ulrich Mäurer entscheidet sich für ein Verbot der Gruppe.

Innensenator Ulrich Mäurer entscheidet sich für ein Verbot der Gruppe.

(Foto: picture alliance/dpa)

"Phalanx 18" war den Angaben zufolge unter anderem an gezielten Provokationen und Gewalt-Aktionen beteiligt. Zudem habe der Verein umfangreich für rechtsextremistische Musik sowie für verbotene Veranstaltungen geworben. Mitglieder des Vereins waren vor einigen Wochen in Bremen aufgefallen, als sie in einem Szeneviertel randalierten und aus einer Kneipe flogen. Anschließend kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen an einer anderen beliebten Kneipen- und Restaurantmeile.

Schon der Name "Phalanx 18" weist deutlich auf die generelle Absicht der Gruppe hin. "Phalanx" bezieht sich auf eine vorantike Militärformation und kann frei als "Schlachtenreihe" übersetzt werden. Die 18 steht in der Neo-Nazi-Szene für die Buchstaben eins und acht im Alphabet, also A und H - Adolf Hitler.

Nach Erkenntnissen der taz sollen der Gruppe etwa zehn Personen angehören, die mit der rechten Hooligan- und Rechtsrock-Szene in Bremen verbunden sind. In der Diskussion um Rechtsextremismus waren in diesem Jahr auch Forderungen laut geworden, das gewaltbereite rechtsextreme Netzwerk "Combat 18" zu verbieten. Es gilt als bewaffneter Arm von "Blood and Honour" und ist in mehreren europäischen Ländern aktiv. Das Neonazi-Netzwerk "Blood & Honour", auf Deutsch "Blut und Ehre", ist in Deutschland verboten. Das Bundesinnenministerium hatte nach Angaben von Ressortchef Horst Seehofer Mitte Oktober Verbote von sechs rechtsextremen Gruppierungen geprüft.

Quelle: pbu/dpa