Politik

Liveticker: Bürgerkrieg in Syrien +++ 23:20 Biden beschuldigt Assad-Regime +++

Syrien wird zum außenpolitischen Kriegsgebiet. Für die US-Regierung steht fest: Das Assad-Regime hat Giftgas gegen Zivilisten eingesetzt. Präsident Obama plant offenbar einen gezielten, zwei- oder dreitägigen Raketenangriff auf syrische Armee-Einrichtungen. Die militärischen Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Verfolgen Sie das Geschehen im n-tv.de Liveticker.

+++ 23:20 Biden beschuldigt Assad-Regime +++
Der Gebrauch von Chemiewaffen in Syrien darf nach Ansicht von US-Vizepräsident Joe Biden nicht ohne Folgen bleiben. "Diejenigen, die chemische Waffen gegen wehrlose Männer, Frauen und Kinder einsetzen, sollten und müssen zur Rechenschaft gezogen werden", sagte Biden vor der Veteranenvereinigung American Legion in Houston/Texas. Das sei auch die Haltung von Präsident Barack Obama. Es gebe keinen Zweifel daran, dass das Regime für den "ruchlosen" Gebrauch chemischer Waffen in Syrien verantwortlich sei.

+++ 21:45 Hollande empfängt syrischen Oppositionschef +++
Frankreichs Staatspräsident François Hollande empfängt am Donnerstag den Chef der syrischen Opposition zu Gesprächen in Paris. Das Treffen zwischen Hollande und Ahmad al-Assi al-Dscharba, dem Präsidenten der Syrischen Nationalen Koalition, kündigte die französische Präsidentschaft an.

+++ 21:15 Trittin warnt vor Militärintervention ohne Uno-Mandat +++
Grünen-Spitzenkandidat Jürgen Trittin warnt vor einer Militärintervention in Syrien ohne Uno-Mandat. "Es ist notwendig, die Ergebnisse der Untersuchung abzuwarten", sagt er mit Blick auf die laufende Arbeit der Uno-Inspektoren "Spiegel Online". "Anschließend müssen die Vereinten Nationen mögliche Konsequenzen ziehen."

+++ 20:32 US-Regierung will bald Geheimdiensterkenntnisse zu Syrien vorlegen +++
Die US-Regierung hat nach eigenen Angaben keine echten Zweifel an der Verantwortung des syrischen Regimes für den massiven Chemiewaffenangriff. "Für jemanden, der das logisch betrachtet, sollte es keine Zweifel geben", so der Sprecher von US-Präsident Barack Obama, Jay Carney. Noch diese Woche sei mit der Veröffentlichung der Geheimdiensterkenntnisse zu dem Vorfall zu rechnen.

+++ 19:58 Syrische Kurden glauben nicht an Giftgaseinsatz durch Assad +++
Das syrische Regime ist nach Einschätzung der wichtigsten Kurdengruppe des Landes nicht für den Giftgaseinsatz in der Nähe von Damaskus verantwortlich. Saleh Muslim, Chef der Demokratischen Einheitspartei (PYD), zweifelt daran, dass die Staatsführung Chemiewaffen in der Nähe von Damaskus nur fünf Kilometer vom Aufenthaltsort einer Gruppe von UN-Chemiewaffenexperten entfernt eingesetzt hat. "So dumm sind sie natürlich nicht", sagt Muslim.

2013-08-27T180557Z_1474761010_GM1E73V011801_RTRMADP_3_SYRIA-CRISIS.JPG7711813017458795321.jpg

Ein Tomahawk-Marschflugkörper startet vom Raketenzerstörer USS Barry - nach Angaben der US-Regierung könnte der Ernstfall bereits am Donnerstag eintreten.

(Foto: REUTERS)

+++ 19:25 Cameron: Es geht allein um Chemiewaffen +++
Der britische Regierungschef David Cameron betont, dass mögliche militärische Schritte gegen Syrien nur mit dem vermuteten Einsatz von Chemiewaffe n durch das Regime von Präsident Baschar al-Assad zusammenhängen werden. Sein Stellvertreter Nick Clegg betont, es gehe nicht darum, die syrische Regierung zu stürzen oder den Syrien-Konflikt zu lösen. Es gehe darum, "legale, konkrete und verhältnismäßige Maßnahmen zu ergreifen, die ein Signal senden, dass der Einsatz von Chemiewaffen heutzutage unhaltbar ist."

+++ 18:50 SPD-Fraktionsvize Poß ist gegen eine Militärintervention +++
Joachim Poß, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD im Bundestag, warnt in "Das Duell bei n-tv" vor einer Intervention des Westens: "Man braucht auch eine Strategie, wie es weitergeht in dem Land. Weder die Assad-Seite ist vertretbar – ich finde die russische Unterstützung für dieses Regime unerträglich – noch können wir wollen, dass islamistische Fundamentalisten und Al-Kaida-Kämpfer da ihren Glaubenskampf weiterführen können, bei denen Menschenleben keine Rolle spielen, ebenso wenig wie bei Assad."

+++ 18:16 Netanjahu droht bei syrischem Angriff mit "heftigem Gegenschlag" +++
Israel droht der syrischen Regierung, im Falle eines Angriffs "heftig zurückzuschlagen". Ministerpräsident Benjamin Netanjahu nach einer Lagebesprechung zur aktuellen Situation in Syrien: "Wir ergreifen im syrischen Bürgerkrieg nicht Partei. Aber wenn wir feindliche Attacken auf uns feststellen, werden wir reagieren und heftig zurückschlagen."

+++ 17:52 Hollande: Bürgerkrieg in Syrien bedroht Weltfrieden +++
Frankreichs Präsident François Hollande warnt vor den Auswirkungen des Konfliktes in Syrien. Der Bürgerkrieg "bedroht jetzt den Weltfrieden", sagt Hollande während einer Tagung französischer Botschafter. Es deute alles darauf hin, dass das Regime in Damaskus "diese verabscheuungswürdige Tat" begangen habe. Frankreich sei bereit, die Verantwortlichen zu bestrafen.

+++ 17:34 Raketenangriffe laut NBC-Informationen ab Donnerstag denkbar +++
Die USA könnten nach Informationen von NBC bereits ab Donnerstag mit Raketenangriffen auf Syrien beginnen – der US-Sender bezieht sich dabei auf ranghohe Regierungsbeamte in Washington. Die Angriffe würden sich über drei Tage erstrecken und seien in ihrem Umfang begrenzt. Sie sollten eher als Warnung an das R egime von Machthaber Baschar al-Assad dienen und nicht seine militärischen Kapazitäten dezimieren. Der Donnerstag käme als frühestmöglicher Zeitpunkt in Betracht, nachdem Präsident Barack Obama mit Führern anderer Nationen telefoniert habe.

+++ 17:15 Syrische Opposition: Wurden über geplanten Angriff informiert +++
Die syrische Exil-Opposition ist nach eigenen Angaben über einen bevorstehenden Militärschlag gegen das Regime informiert worden. "Man hat uns mitgeteilt, dass die Großmächte einen Angriff vorbereiten, um das Regime zu bestrafen, aber wir haben keine konkreten Informationen über die Angriffsziele", so Munser Machus, ein Mitglied der Nationalen Syrischen Koalition.

+++ 16:54 Jordanien steht nicht als Basis für Angriffe gegen Syrien bereit +++
"Jordanisches Gebiet wird nicht als Ausgangsbasis für Militäreinsätze gegen Syrien dienen", so ein jordanischer Regierungsvertreter, der die bisherige Haltung des Landes in der Syrien-Frage damit untermauert. Amman hatte wiederholt eine politische Lösung des Konflikts angemahnt.

+++ 16:29 Linkspartei fordert Abzug der "Patriot"-Raketen aus der Türkei +++
Die Linkspartei verlangt den Abzug der deutschen "Patriot"-Einheiten aus der Türkei. "Es ist glasklar, dass die "Patriots" abgezogen werden müssen. Sonst wird Deutschland Kriegspartei", so die Parteivorsitzende Katja Kipping. Sobald der Militärschlag beginne, sei das "defensive Mandat" des "Patriot"-Einsatzes an der Grenze zwischen der Türkei und Syrien beendet. Derzeit sind auf türkischem Boden annähernd 300 Bundeswehr-Soldaten im Einsatz. Gemeinsam mit Einheiten aus den USA und den Niederlanden überwachen sie den Luftraum.

+++ 15:58 Arabische Liga: Assad-Regime für Giftgasangriff verantwortlich +++
Für den mutmaßlichen Giftgasangriff nahe Damaskus mit Hunderten Toten ist nach Einschätzung der Arabischen Liga die syrische Regierung verantwortlich.

+++ 15:51 Syrischer Oppositionschef plant Berlin-Besuch +++
Während sich mehrere westliche Staaten auf einen möglichen Angriff auf Syrien vorbereiten, bereist die Exil-Opposition die Regierungen wichtiger EU-Staaten. Nach Angaben aus Oppositionskreisen flog eine Delegation unter Leitung des Vorsitzenden der Nationalen Syrischen Allianz, Ahmed al-Dscharba, am Dienstag nach Frankreich. In den kommenden Tagen seien auch Gespräche mit Regierungsvertretern in Berlin und London geplant. In Berlin soll es unter anderem um Hilfsgelder gehen, die von Staaten der Kontaktgruppe der Freunde Syriens zugesagt worden waren.

+++ 15:45 Experte schließt dauerhafte Syrien-Intervention aus +++
In Syrien steht nach Ansicht des Experten Carlo Masala kein langanhaltender Militäreinsatz für den Westen und seine Verbündeten bevor. "Es verspürt keiner ein Interesse daran, in Syrien aktiv zu werden", sagt Masala von der Universität der Bundeswehr in München. Syrien sei ein großes Flächenland mit einer relativ starken Armee. Die Risiken einer militärischen Intervention seien daher höher als in vergleichbaren Fällen. Der Militärschlag, auf den sich die USA und andere Länder vorbereiteten, habe kein klares politisches Ziel, sondern werde als Bestrafungsaktion für den möglichen Einsatz von Giftgas diskutiert, sagte der Experte für internationale Politik.

+++ 15:05 Israelis ordern vermehrt Gasmasken +++
Viele Israelis rechnen mit einem US-Militärschlag gegen Syrien. Sie haben Angst, dass sie dann in den Konflikt hereingezogen werden und rüsten sich deshalb mit Gasmasken aus. Seit Wochenbeginn habe sich die Zahl der Anrufe bei unserer Servicenummer vervierfacht, berichtet eine Sprecherin der staatlichen Postdienste Israels, die für die Verteilung der Masken zuständig sind.

+++ 14:55 Ex-Chefwaffeninspektor Blix: Der Westen soll nicht Weltpolizei spielen +++
Der ehemalige UN-Chefwaffeninspekteur Hans Blix warnt den Westen, im Syrienkonflikt eine Art Weltpolizei spielen zu wollen. Stattdessen sollte der UN-Sicherheitsrat eingeschaltet werden. "Eine einmütige Verurteilung durch den  UN-Sicherheitsrat und eine verstärkte Anstrengung, auf dem Weg über Friedensgespräche zu einer Übergangsregierung in Syrien zu kommen, wäre besser", so Blix.

+++ 14:48 TV: US-Militär steht zum Angriff bereit +++
US-Militärs sind nach Angaben des TV-Senders CNN zu einem Angriff auf Syrien bereit. Dies berichtet der Sender unter Berufung auf Militärs. Einzelheiten werden nicht genannt. Noch habe Präsident Barack Obama keine Entscheidung getroffen. Zugleich wolle die Regierung bereits in Kürze Beweise vorlegen, dass das Regime in Damaskus hinter dem Giftgasangriff vergangene Woche steckt, bei dem Hunderte Menschen ums Leben kamen. Entsprechende Beweise hatte Außenminister John Kerry bereits angekündigt.

2013-08-26T170552Z_1993714360_GM1E98R02ZQ01_RTRMADP_3_SYRIA-CRISIS.JPG7691815682968447686.jpg

UN-Inspektoren begannen am Montag, die Orte des Geschehens zu untersuchen, mussten die weitere Arbeit vorrübergehend ruhen lassen.

(Foto: REUTERS)

+++ 14:32 Nouripour warnt vor vorschnellen Festlegungen +++
Der Einsatz von Massenvernichtungswaffen in Syrien könne nicht hingenommen werden, wichtig sei jetzt aber, die Ergebnisse der UN-Inspekteu re abzuwarten und keine vorschnellen Vorfestlegungen zu treffen, sagt der verteidigungspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Omid Nouripour, n-tv.de. Je nach Ergebnis der Untersuchungen bestehe dann vielleicht die Chance auf neue diplomatische Initiativen. "Es ist bedauerlich, dass jetzt das Vorbereitungstreffen zur Syrien-Konferenz abgesagt wurde. Es ist zentral, dass die USA und Russland miteinander sprechen und nach Lösungen des Konfliktes suchen."

+++ 14:06 Briten stimmen am Donnerstag ab +++
Der britische Premierminister David Cameron setzt eine Sondersitzung des Parlaments an. Das Unterhaus werde am Donnerstag über die Antwort Großbritanniens auf den Chemiewaffeneinsatz abstimmen, erklärte Cameron über den Kurznachrichtendienst Twitter.

+++ 13:58 Britische Abgeordnete müssen Urlaub beenden +++
Die britische Regierung ruft die Abgeordneten des Unterhauses aus der Sommerpause zurück. Das teilt die Downing Street mit. Die Parlamentarier werden an diesem Donnerstag zu einer Dringlichkeitssitzung zusammenkommen, um über eine britische Beteiligung an einem möglichen Militärschlag gegen Syriens Machthaber Baschar al-Assad zu diskutieren. Die parlamentarische Sommerpause wäre normalerweise am nächsten Montag zu Ende gegangen.

+++ 13:40 Steinbrück fordert mehr Druck auf Assad-Regime +++
"Bei einem solchen Menschheitsverbrechen wird dem Assad-Regime sehr klar gemacht werden müssen, dass es eine sehr starke internationale Reaktion gibt", sagt Peer Steinbrück. Der SPD-Kanzlerkandidat fordert deutlich mehr Druck auf das Assad-Regime. Ein militärisches Eingreifen lehne er derzeit jedoch ab. Vielmehr hoffe er, dass es in Russland und China "eine Meinungsänderung in der sehr Pro-Assad-Haltung geben könnte nach diesem schrecklichen (...) Giftgasangriff". Er fordert die Bundesregierung auf, ihren Einfluss auf die beiden Länder geltend zu machen.

+++ 13:18 Al-Muallim: Wir werden die anderen überraschen  +++
Die syrische Regierung in Damaskus stellt sich auf einen Angriff ein. Dies bedeute aber nicht den Untergang der syrischen Armee, so Außenminister Walid al-Muallim. "Wenn sie uns angreifen, dann gibt es zwei Möglichkeiten - entweder wir kapitulieren oder wir verteidigen uns. Ich würde sagen, wir werden uns verteidigen mit den Mitteln, die uns zur Verfügung stehen. Das ist die bessere Lösung." Auf die Frage, welche Mittel das seien, antwortete er: "Wir sind kein Häppchen, das man so einfach verspeisen kann. Wir werden die anderen überraschen."

+++ 13:00 UN-Inspekteure dürfen frühestens am Mittwoch weiterarbeiten +++
Die Fortsetzung der Untersuchung des mutmaßlichen Giftgaseinsatzes durch UN-Inspektoren wird auf Mittwoch verschoben. Die syrische Regierung gibt den Rebellen die Schuld an der Verzögerung. Die Inspektoren hätten sich nicht vor Ort begeben können, "weil die Rebellen sich nicht auf Garantien für die Sicherheit der Mission einigen konnten", heißt es aus Damaskus.

+++ 12:45 Damaskus gibt sich kampfbereit +++
Syrien will sich im Fall eines US-Militärschlags mit "allen zur Verfügung stehenden Mitteln" verteidigen. Das teilt der syrische Außenminister Walid al-Muallim in Damaskus mit.

+++ 12:41 Deutsche Aktien unter Druck +++
Die drohende militärische Intervention belastet den deutschen Aktienmarkt stark. Unerwartet positive Konjunkturdaten aus Deutschland konnten den Rücksetzer nicht ausbremsen. Der Dax fällt gegen Mittag um 1,52 Prozent auf 8307 Punkte. Für den MDax ging es um 1,33 Prozent auf 14 612 Punkte nach unten, und der TecDax gab um 1,49 Prozent auf 1030 Punkte nach.

+++ 12:30 Italien sagt Nein zum Militäreinsatz +++
Italien wird bei einem möglichen militärischen Eingreifen in Syrien ohne Mandat des Weltsicherheitsrates nicht mitmachen. Das sagt Außenministerin Emma Bonino in Rom. Sie hatte bereits am Montag vor einer übereilten Intervention gewarnt. Eine Alternative sieht Bonino darin, den syrischen Präsidenten Assad vor den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag zu bringen.

RTR34QRJ.jpg

Die syrische Armee will sich gegen einen Militärschlag verteidigen.

(Foto: REUTERS)

+++ 12:20 Bericht: Washington bittet Athen um Hilfe +++
Die USA beantragen offenbar die Nutzung von zwei Stützpunkten in Südgriechenland und auf Kreta. Dies berichtet die regierungsnahe Athener Zeitung "Kathimerini" unter Berufung auf Kreise des Verteidigungs- und Außenministeriums. Demnach geht es um den Stützpunkt Souda auf Westkreta und den Flughafen von Kalamata auf der Halbinsel Peloponnes. Außerdem sei bereits eine erhöhte Aktivität von Militärflügen durch den griechischen Luftraum in Richtung Ostmittelmeer registriert worden. Eine offizielle Bestätigung gibt es dafür nicht.

+++ 12:13 Grünen-Chef Özdemir verlangt "Konsequenzen" +++
Falls der Einsatz von Chemiewaffen beweisen wird, muss das "Konsequenzen" nach sich ziehen, fordert Grünen-Chef Cem Özdemir. Die Welt könne nicht tatenlos zusehen, wenn auf abscheuliche Art und Weise Menschenrechte massiv verletzt werden. Bevor über konkrete Schritte spekuliert werde, müssten die Vereinten Nationen (UN) die Hintergründe aufklären. Dazu gehöre auch die Frage, wer das Giftgas hergestellt habe.

+++ 11:55 Peking warnt vor Militäreinsatz +++
China spricht sich gegen einen Militäreinsatz westlicher Länder in Syrien aus. Ein  solcher Angriff wäre gefährlich und unverantwortlich, heißt es in einem Kommentar der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua. Die Welt sollte sich daran erinnern, dass der Irak-Krieg von den USA damit begründet worden sei, dass es Massenvernichtungswaffen in dem Land gebe. Das habe sich später bekanntermaßen als falsch herausgestellt. Der Westen ziehe seine Schlüsse, wer für den Giftgasangriff bei Damaskus verantwortlich sei, schon vor den Ergebnissen der UN-Untersuchung.

+++ 11:41 Syrische Presse: Das wird kein Sonntagsspaziergang +++
Syriens Führung hält eine Militärintervention von Nato-Staaten offensichtlich für wahrscheinlich. In einem Kommentar der halbamtlichen syrischen Tageszeitung "Al-Thawra" heißt es, die Regierungen mehrerer Staaten hätten die Absicht, Syrien anzugreifen und seien nun dabei, einen Vorwand für diesen Angriff zu konstruieren. Das Blatt warnt die Staaten vor einer möglichen Kriegsallianz: "Das wird kein Sonntagsspaziergang." Ein Angriff würde in eine Katastrophe münden. Dies würden am Ende dann auch alle Beteiligten feststellen.

3286360098AE3136.jpg2997577047529480004.jpg

Soll sich Deutschland aus dem Syrien-Konflikt heraushalten?

+++ 11:30 Berlin lässt Vorgehen weiter offen +++
Wie eine deutsche Beteiligung an einem Kriegseinsatz in Syrien aussehen könnte, ist offen.  Die Bundesregierung befindet sich laut Außenminister Westerwelle in enger Abstimmung mit den Verbündeten. Der Einsatz von Giftgas sei ein "zivilisatorisches Verbrechen". "Wenn sich der Einsatz bestätigen sollte, dann muss die Weltgemeinschaft handeln. Deutschland wird dann zu denen gehören, die Konsequenzen für richtig halten.

n-tv möchte Ihre Meinung wissen: Soll sich Deutschland aus dem Syrien-Konflikt heraushalten? Stimmen Sie in unserer Umfrage ab!

+++ 11:20 Experten warnen vor wirtschaftlichen Auswirkungen +++
Ein militärisches Einschreiten in Syrien hätte nach Ansicht von Experten Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft. Sollte es dazu kommen, dürfte die Unsicherheit im Unternehmerlager wieder wachsen, sagt Thomas Gitzel von der VP Bank. Im neuen Ifo-Index seien die Konsequenzen der sich zuspitzenden Lage in Syrien noch nicht enthalten. Der Stratege Chris Weston vom Broker IG sagt, Risiken wie vor allem die Entwicklung in Syrien lasteten auf Aktien.

+++ 11:09 London bereitet Militäreinsatz vor +++
Als Antwort auf den Chemiewaffeneinsatz des Assad-Regimes bereiten britische Streitkräfte Notfallpläne für einen Militäreinsatz vor. Das gibt die britische Regierung bekannt.

3286360042AD05F0.jpg1178497198280530568.jpg

Der Giftgaseinsatz verstoße gegen jede Vorstellung von Moral, sagte US-Außenminister Kerry."Er ist unentschuldbar. Und entgegen der Ausrede, all dies sei ein Schauspiel, ist der Giftgaseinsatz unbestreitbar."

(Foto: AP)

+++ 11:00 UN-Inspekteure sitzen fest +++
Die Chemiewaffenexperten der Vereinten Nationen können ihre Untersuchung der  Giftgas-Vorwürfe wegen der schlechten Sicherheitslage nicht wie geplant fortsetzen. Ein UN-Mitarbeiter sagt, das Team warte noch auf aktuelle Informationen zu Risiken auf dem Weg in das betreffende Gebiet. Es wird erwartet, dass sie Dörfer in dem Bezirk Al-Ghuta Al-Scharkija außerhalb von Damaskus besuchen. Dort und in Moadhamijat al-Scham sollen Hunderte von Menschen durch Giftgas umgekommen sein.

+++ 10:45 Militärs stimmen für Kurz-Krieg +++
Führende Militärs aus zehn westlichen und arabischen Staaten einigen sich bei einem Treffen darauf, dass ein möglicher Angriff auf Syrien nur begrenzte Ziele verfolgen sollte. Ein Angehöriger der jordanischen Armee sagt: "Es wurde entschieden, dass begrenzte Raketenangriffe die verantwortungsvollste und nachhaltigste Antwort wären, falls die internationale Gemeinschaft gezwungen werden sollte, in Syrien zu handeln." Bei der Frage, ob man zudem versuchen sollte, eine Flugverbotszone durchzusetzen und die Luftwaffe von Präsident Baschar al-Assad zu zerstören, gibt es keine Einigung.

+++ 10:40 Moskau: USA unterstützen Rebellen +++
Russland wirft den USA vor, mit der kurzfristigen Absage bilateraler Gespräche in Den Haag die Rebellen zu unterstützen. Die Entscheidung sende ein falsches Signal und bestärke die Opposition in ihrer Kompromisslosigkeit, heißt es aus dem Außenministerium in Moskau. In der "gegenwärtigen dramatischen Situation" sei ein gemeinsamer Ansatz Russlands und der USA umso wichtiger bei der Suche nach einer friedlichen Lösung der Krise. Zugleich warnt Russland erneut vor "katastrophalen Folgen für den gesamten Nahen Osten sowie Nordafrika" im Falle

Stepmap Karte Konfliktregion Syrien

(Foto: stepmap.de)

eines militärischen Vorgehens ohne UN-Mandat.

+++ 10:25 Iran warnt vor "unkontrolliertem Chaos" +++
Iran warnt den Westen im Falle eines Kriegs in Syrien vor "einem unkontrollierten Chaos in der gesamten Region". Der Nahe Osten sei kompliziert genug und brauche keine weiteren Spannungen, so der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Abbas Araghchi. Der Westen sollte daher besonnen reagieren, seine Bemühungen um eine diplomatische Lösung der Krise fortsetzen und die gravierenden Konsequenzen einer Militäroption "auch jenseits von Syrien" nicht unterschätzen.

+++ 10:12 USA erwägen Kurz-Krieg - Angriff mit Marschflugkörpern +++
Die USA erwägen eine zeitlich und räumlich eng begrenzte Militäroperation in Syrien. Diese werde wahrscheinlich nicht länger als zwei Tage dauern, berichtet die "Washington Post". Es solle verhindert werden, dass die USA stärker in den Konflikt hineingezogen würden. Die "New York Times" berichtet, denkbar sei ein Angriff auf militärische Ziele in Syrien mit Marschflugkörpern, die von US-Kriegsschiffen im Mittelmeer abgefeuert werden könnten. Beide Blätter berufen sich auf US-Regierungskreise.

Quelle: n-tv.de, dsi/dpa/rts/AFP

Mehr zum Thema