Politik

100.000 Drohnen und "Iron Dome"CSU will Bundeswehr zur "stärksten konventionellen Armee Europas" aufrüsten

03.01.2026, 01:24 Uhr
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Geht es nach der CSU, bekommt die Bundeswehr bald deutlich mehr Drohnen. (Foto: picture alliance/dpa)

Deutschland müsse Lehren aus dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine ziehen, mahnt die CSU-Landesgruppe im Bundestag. Daher solle die Bundeswehr "zu einer echten Drohnenarmee" werden. Europa müsse "den Gegner bis tief ins Hinterland treffen können".

Die CSU-Landesgruppe im Bundestag will die Bundeswehr einem Medienbericht zufolge zur stärksten konventionellen Armee Europas machen. Auf ihrer Klausur in der kommenden Woche im bayerischen Kloster Seeon wollen die Christsozialen einem Bericht der "Welt am Sonntag" zufolge eine sicherheitspolitische Agenda beschließen, die eine umfassende militärische Aufrüstung vorsieht.

"Deutschland muss Verantwortung übernehmen und die stärkste konventionelle Armee Europas stellen, um gemeinsam mit unseren Bündnispartnern verteidigungsbereit und abschreckungsfähig zu sein", sagte CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann.

Das Papier mit dem Titel "Seeon26", aus dem die Sonntagszeitung zitiert, sieht demnach die Ausrüstung der Bundeswehr unter anderem mit Marschflugkörpern, Drohnen mit hohen Reichweiten sowie kleinen, günstigen Lenkflugkörpern vor. Außerdem sei die die Entwicklung eigener Hyperschallraketen vorgesehen. Ergebnis müsse sein, "ein europäisches Arsenal mit weitreichenden konventionellen Präzisionswaffen" aufzubauen, "die den Gegner bis tief ins Hinterland treffen können", heißt es der Zeitung zufolge in dem Entwurf.

Auch aufgrund der Erfahrungen des Krieges in der Ukraine solle die Bundeswehr "zu einer echten Drohnenarmee" werden. Sie solle mit mindestens 100.000 Drohnen ausgestattet werden, deren Schlagkraft durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz und "weltraumgestützten Fähigkeiten" gesteigert werden solle.

Unterwasserdrohnen sollen Ostsee schützen

Auch die Defensiv-, und Aufklärungsfähigkeiten sollen dem Bericht zufolge ausgebaut werden. Zum Schutz Deutschlands sei ein Luftverteidigungssystem nach Art des israelischen Raketenabwehrsystems "Iron Dome" mit mindestens 2000 Abfangraketen geplant.

Die Ostsee soll laut den Plänen durch Echtzeit-Überwachung "lückenlos einsehbar" gemacht werden. Konkret sollen dazu "kostengünstig skalierbare, unbemannte Unterwasserdrohnen großflächig entlang Kritischer Infrastrukturen patrouillieren und dort komplette Sensornetze aufspannen", wie es weiter heißt.

Quelle: ntv.de, bho/rts