Politik

Schottland will die Scheidung Cameron kämpft wie ein König

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Cameron geht es um die Einheit des Königreiches.

(Foto: REUTERS)

Nach 300 Jahren als Teil der Krone sieht die schottische Nationalpartei die Chance einer Abspaltung gekommen. Der britische Premier Cameron kämpft vehement dagegen an und verspricht den Schotten weitere Befugnisse. Die beißen nicht recht an und schielen stattdessen auf die Steuereinnahmen aus dem Nordseeöl.

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Cameron (r.) wird von Salmond empfangen. Gebracht hat das Treffen nur wenig.

(Foto: REUTERS)

Großbritanniens Premierminister David Cameron hat den scheidungswilligen Schotten größere Selbstbestimmungsrechte in Aussicht gestellt. Sollten die Menschen in der nordbritischen Region auf eine Unabhängigkeit von Großbritannien verzichten, könnten der Regionalregierung weitere Befugnisse übertragen werden. Das versprach Cameron nach einem Treffen mit dem schottischen Ministerpräsidenten Alex Salmond, ohne dabei ins Detail zu gehen. Bei den Gesprächen hatte es nach Darstellung Camerons "wenig Fortschritte" gegeben.

In Umfragen sprechen sich derzeit knapp 40 Prozent der Schotten für eine vollständige Unabhängigkeit aus, eine deutliche Mehrheit ist für ein Mehr an Selbstbestimmung. Nach dem Willen der Regionalregierung in Edinburgh soll es im Jahr 2014 zum Volksentscheid kommen. Es war das erste Zusammentreffen von Salmond und Cameron, seit der Streit um die Unabhängigkeit Schottlands nach der Regionalwahl im vergangenen Mai ausgebrochen war.

Cameron kämpft für die Einheit

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Proteste der Trennungsgegner vor dem St. Andrews House in Edinburgh.

(Foto: REUTERS)

Cameron wandte sich mit einem glühenden Appell für die Einheit Großbritanniens an die Schotten. "Ich hoffe und wünsche, dass die Menschen in Schottland sich für den Verbleib im Vereinigten Königreich aussprechen", sagte Cameron. Er werde für das "Überleben Großbritanniens" kämpfen. Schottland sei als Teil Großbritanniens "stärker, reicher, fairer und besser geschützt", sagte er. Wie Schottland profitierten auch die anderen Landesteile England, Nordirland und Wales von der Kraft des Vereinigten Königreichs, sagte der Premier. Schottland wurde mit dem "Act of Union" aus dem Jahr 1707 Teil von Großbritannien.

Die schottische Nationalpartei SNP hatte mit einem auf die Unabhängigkeit von London ausgerichteten Wahlkampf im vergangenen Mai gesiegt und führt im Regionalparlament in Edinburgh mit absoluter Mehrheit die Geschäfte.

Schotten wollen ihr Steuergeld behalten

Mit der Zentralregierung in Westminster liegt der schottische Ministerpräsident Salmond über Details des Referendums im Streit, etwa über den Zeitpunkt und die Formulierung der Frage auf dem Wahlzettel. Der Volksentscheid an sich wird von Westminster inzwischen nicht mehr infrage gestellt.

Die Befürworter der Unabhängigkeit glauben, dass Schottland ohne den Rest Großbritanniens bessergestellt wäre. Vor allem die Steuermilliarden aus dem Nordseeöl – die britischen Vorkommen lagern fast ausschließlich vor der schottischen Küste – müssten dann nicht mehr nach London abgeführt werden. Cameron entgegnete, Schottland profitiere etwa davon, dass es über Großbritannien eine Stimme im Weltsicherheitsrat habe und von einer der stärksten Armeen der Welt geschützt werde.

Quelle: n-tv.de, dpa