Politik

"Kriminelle Angriffe aufs Volk" Chomsky attackiert Trump

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Noam Chomsky attackiert US-Präsident Donald Trump scharf.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Der US-Intellektuelle Noam Chomsky kritisiert Donald Trump scharf: Das Verhalten des Präsidenten sei "eine großartige Strategie, um viele Menschen zu töten". Und das nicht nur in den USA, denn: "Es ist viel schlimmer." Trumps Handeln sei auch ein Akt der Vertuschung.

Der US-Intellektuelle Noam Chomsky gibt der Corona-Politik von Präsident Donald Trump die Schuld am Tod von Landsleuten. Trump habe seine Pflichten vernachlässigt, indem er die Gouverneure einzelner US-Bundesstaaten dazu gezwungen habe, die Verantwortung für die Bekämpfung des Virus zu übernehmen, sagte der 91-Jährige der britischen Zeitung "Guardian" in einem am heutigen Montag veröffentlichten Interview. "Das ist eine großartige Strategie, um viele Menschen zu töten und seine Wahlkampfpolitik zu verbessern."

Auf die Frage, ob er Trump für den Tod von US-Amerikanern verantwortlich sehe, sagte der Sprachwissenschaftler: "Ja, aber es ist viel schlimmer als das, denn international gilt dasselbe. Um seine kriminellen Angriffe auf das amerikanische Volk zu vertuschen, die sich die ganze Zeit über abgespielt haben, schlägt er wild um sich und versucht, Sündenböcke zu finden." Seiner Ansicht nach werde Trumps Entscheidung, die Zahlungen an die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einzufrieren, zu Todesfällen im Jemen und auf dem gesamten afrikanischen Kontinent führen.

Im April hatte Chomsky schon erklärt,"die Vereinigten Staaten sind wegen der Bande, die Washington regiert, eine totale Katastrophe. Sie wissen, wie sie jedem in der Welt die Schuld geben können, außer sich selbst, und sie sind für die Katastrophe verantwortlich. Die USA sind jetzt das Epizentrum der Krise. Es ist das einzige Land, das so zerrüttet ist, dass es nicht einmal der WHO Daten über Todesfälle und Infektionen zur Verfügung stellen kann."

Chomsky ist emeritierter Professor für Sprachwissenschaft am MIT und einer der engagiertesten Kritiker der US-amerikanischen Innen- und Außenpolitik unter den Intellektuellen des Landes.

Quelle: ntv.de, ter/dpa