Politik

Uwe Hück bei "Klamroths Konter" "Das ist der Wahnsinn mit mir"

Nun tritt er doch für die SPD an: Uwe Hück will sich im Mai in den Pforzheimer Gemeinderat wählen lassen. Ein erster Schritt für eine große politische Karriere? Der Ex-Betriebsratschef von Porsche bestreitet das. Dabei klang er noch vor wenigen Tagen ganz anders.

Der frühere Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück hat sich für eine Rückkehr von Ex-SPD-Chef Sigmar Gabriel in die erste Reihe der Politik ausgesprochen. "Ich finde den einfach cool", sagte er in der n-tv Sendung "Klamroths Konter".

Zugleich sprach er sich deutlich für den Kurs der SPD-Vorsitzenden Andrea Nahles aus: "Das ist der richtige Weg, mehr Gerechtigkeit in dieses Land reinzubringen." Auf die Frage, ob Gabriel gegen Nahles antreten solle, sagte Hück: "Nein." Er wolle nicht für Streit in der SPD sorgen. "Ich wäre gerne der, der alle versöhnt in der SPD. Wir brauchen eine starke SPD!" Er möge sowohl Nahles als auch Gabriel - "das ist ja der Wahnsinn mit mir".

Hück, bis vor zwei Wochen Betriebsratschef und stellvertretender Aufsichtsratschef der Porsche AG, tritt bei den Kommunalwahlen am 26. Mai im baden-württembergischen Pforzheim für die SPD an, der er seit Jahren angehört. Ursprünglich hatte er angekündigt, er werde eine eigene Liste bilden. Damit drohte dem 56-Jährigen der Ausschluss aus der SPD, schließlich wäre er in direkte Konkurrenz zu seiner Partei geraten. Mit den Sozialdemokraten sah er offenbar keine Chancen auf Erfolg: "Ich liebe die SPD, da gibt's keine Diskussionen, aber ich will gerne gewinnen", sagte er der ARD am 5. Februar. Entsprechend sollte seine Liste heißen: "Pforzheim wird Gewinner". Dann kam die Versöhnung: Wenige Tage später wurde Hück von der Pforzheimer SPD auf den Listenplatz eins gewählt.

Bei "KIamroths Konter" betonte Hück, wenn er in den Gemeinderat gewählt werde, "dann werde ich das auch machen". Er bestritt, dass er schon an den Landtag denke. Die Wahlen seien 2021, "da helfe ich Andreas Stoch", dem Landesvorsitzenden der baden-württembergischen SPD, "weil ich der Auffassung bin, das ist der richtige Ministerpräsident." Als Gemeinderat wolle er Pforzheim "so geil" machen, "dass wir lauter Investoren bekommen".

Vor einer Woche klang das noch etwas anders. Da verbreitete die "Zeit" folgendes Zitat von Hück: "Eines kann ich schon versprechen. Ich werde schneller nach oben kommen, als viele denken." Der "Stuttgarter Zeitung" hatte er gesagt, er gehe in die Politik, weil er sich "Sorgen um Deutschland" mache.

Hück bestritt nachdrücklich, dass er Porsche wegen der Diesel-Affäre verlässt. "Ich bin rausgegangen, weil ich ganz unten in der Politik anfangen möchte." Er sei jetzt 56 Jahre alt, "jetzt habe ich noch die Möglichkeit, ein neues Leben zu machen". In zwei, drei Jahren gehe das nicht mehr, "dann ist das vorbei." Auf die Frage von Louis Klamroth, ob nicht alle Porsche-Kunden, "die da beschissen wurden", entschädigt werden sollten, sagte er: "Ich bin aus dem Job rausgegangen, um so was nicht mehr zu beantworten." Dennoch sei das nicht der Grund für sein Ausscheiden gewesen: "Hätten Sie mich drei Monate früher eingeladen, dann hätte ich geantwortet." Er sei überzeugt, dass Porsche mit seinen Kunden vernünftig umgehe.

Hück spricht bei Louis Klamroth auch über seine Kindheit in einem Waisenhaus, darüber, wie er als Schüler ins Klassenzimmer kam, "ohne die Tür aufzumachen", über seine Familie und über sein soziales Engagement. n-tv zeigt "Klamroths Konter" dienstags um 23.30 Uhr und mittwochs um 17.30 Uhr.

Quelle: n-tv.de, hvo

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