Politik

Klima-Kampf wird länger dauern De Boer gibt Cancún auf

Die Aussichten für ein rasches neues globales Klima-Abkommen sind gering. Es sei "höchst unwahrscheinlich", dass ein verbindliches Abkommen auf dem nächsten Weltklimagipfel in Cancún (Mexiko) erreicht werde, sagte der scheidende Chef des UN-Klimasekretariats, de Boer.

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Der Kampf gegen den Klimawandel wird noch länger dauern: De Boer.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die anstehenden Klimaverhandlungen in Bonn sollen laut dem scheidenden Leiter des UN-Klimasekretariats (UNFCCC), Yvo de Boer, den Weg für ein "konkretes und realistisches Ziel" beim nächsten UN-Klimagipfel im mexikanischen Cancún ebnen. Zwar sei es "sehr unwahrscheinlich", dass im Dezember in Cancún bereits ein "rechtlich bindendes Abkommen" zum Klimaschutz stehe, das das auslaufende Kyoto-Protokoll ersetze, sage de Boer vor Journalisten in Bonn. Die Gespräche in Bonn, die vom 31. Mai bis zum 11. Juni geplant sind, sollten den Gipfel in Mexiko jedoch vorbereiten.

Dafür solle in Bonn etwa ein Text ausgearbeitet werden, der Teile der auf dem UN-Gipfel in Kopenhagen im Dezember getroffenen Vereinbarung enthalte und die Rahmenbedingungen für diese Ziele festlege, sagte de Boer. Auf dem Klimagipfel in Kopenhagen, der eigentlich ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll erarbeiten sollte, hatten sich die Staats- und Regierungschefs im Dezember nur auf das Ziel einigen können, die Erderwärmung auf zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. In dem Text enthalten ist auch eine Verpflichtung der Industriestaaten, den Entwicklungsländern für die Jahre 2010 bis 2012 insgesamt 30 Milliarden Dollar (25 Milliarden Euro) zur Verfügung zu stellen.

Mit einem neuen rechtlich bindenden Abkommen, das das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll ersetzt, rechne er erst beim übernächsten UN-Klimagipfel, Ende 2011 in Südafrika, sagte de Boer. Er hatte im Februar angekündigt, sein Amt am 1. Juli niederzulegen. Seine Nachfolgerin wird die Diplomatin Christiana Figueres aus Costa Rica.

Quelle: n-tv.de, AFP/dpa

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