Politik

Insel-Basar gegen Staatspleite Deutsche Politiker ärgern Athen

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Na gut, Samos ist noch bewohnt und dürfte deshalb etwas teurer werden.

(Foto: picture-alliance / dpa)

Wenn es nach dem Willen von CDU- und FDP-Politikern geht, sollten die Griechen zunächst ihre Inseln verkaufen, bevor sie sich von ihren Nachbarn finanziell sanieren lassen. Die Opposition reagiert mit Häme. Schwarz-Gelb könnten doch Helgoland verhökern, um ihre Schulden zu deckeln.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) macht gerne Insel-Urlaub: In den vergangenen Jahren wurde sie auf der Kanareninsel La Gomera und auf Ischia in Italien gesehen. Wenn der griechische Regierungschef Giorgos Papandreou am Freitag zum Antrittsbesuch nach Berlin kommt, könnte er der Kanzlerin möglicherweise eine Freude mit dem Angebot einer griechischen Insel zum Freundschaftspreis machen. Entsprechende Anregungen, Athen solle mit dem Verkauf einiger seiner unbewohnten Inseln einen Teil seiner Schulden tilgen, kamen aus Merkels eigener Partei und vom Koalitionspartner FDP. Immerhin zählt Griechenland insgesamt mehr als 3000 Inseln.

Der Vorsitzende der Jungen Gruppe der Unionsfraktion, Marco Wanderwitz, sagte der "Bild"-Zeitung, wenn die EU und damit auch Deutschland den Griechen Geld geben sollte, müsse Athen auch Sicherheiten geben. "Dabei kommen zum Beispiel auch einige griechische Inseln in Frage". Ähnlich äußerte sich der Vorsitzende der CDU-Mittelstandsvereinigung MIT, Josef Schlarmann. "Ein Bankrotteur muss alles, was er hat, zu Geld machen, um seine Gläubiger zu bedienen", sagte der CDU-Politiker. Auch der FDP-Finanzexperte Frank Schäffler forderte Athen zum Verkauf von Staatseigentum auf: "Der griechische Staat muss sich radikal von Beteiligungen an Firmen trennen und auch Grundbesitz, zum Beispiel unbewohnte Inseln, verkaufen."

Und Helgoland?

Die Opposition reagierte mit Häme: Während der mittelstandspolitische Sprecher der Linken, Diether Dehm, riet, doch gleich die Akropolis zu Geld zu machen, schlug die wirtschaftspolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Kerstin Andreae, Schwarz-Gelb vor, Helgoland zu verkaufen. So ließen sich die von der Berliner Koalition geplanten Rekordsschulden in Höhe von 80 Milliarden Euro begrenzen.

Quelle: n-tv.de, ppo/dpa/AFP

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