Politik

Junge ertrunken im Mittelmeer Deutsches Rettungsschiff in "Alan Kurdi" umbenannt

116773858.jpg

Alan Kurdis Vater bei der Taufe des Rettungsschiffs.

(Foto: picture alliance/dpa)

Sein Bild ging um die Welt. Es rüttelte auf: Der syrische Junge Alan Kurdi liegt tot an einem türkischen Sandstrand, ertrunken auf der Flucht durchs Mittelmeer. Ein Rettungsschiff trägt nun seinen Namen.

Das deutsche Flüchtlingsrettungsschiff "Professor Albrecht Penck" der Hilfsorganisation Sea-Eye ist auf den Namen eines ertrunkenen syrischen Flüchtlingsjungen umgetauft worden. Das Schiff erhielt im Hafen von Mallorcas Hauptstadt Palma den Namen "Alan Kurdi". Der Dreijährige war im September 2015 auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise im Mittelmeer ertrunken. An der Zeremonie nahmen auch Alans Vater Abdullah Kurdi und seine Tante Tima Kurdi teil.

"Ich bin dankbar, dass der Verein den Namen meines Jungen ausgewählt hat", äußerte sich Abdullah Kurdi in einer von Sea-Eye verbreiteten Erklärung. "So steht der Name meines Jungen für etwas Gutes und seine kleine Seele kann ihren Frieden finden." Es gebe noch tausende weitere Familien, die ihre Kinder auf solch tragische Weise verloren hätten, hob der Vater hervor.

Ein Bild, das aufrüttelt

Kurdi hatte Schlepper bezahlt, damit sie ihn und seine Familie aus der Türkei nach Griechenland bringen. Zuvor hatten die türkischen Behörden der Familie Ausreisevisa für Kanada verwehrt, wo Tima Kurdi lebt. Das Schlauchboot der Familie Kurdi sank bei rauer See. Bilder eines türkischen Soldaten, der den leblosen kleinen Körper von Alan am Strand wegträgt, gingen um die Welt. Bei dem Unglück waren auch Alans Bruder Ghalib und seine Mutter Rehanna gestorben.

Sea-Eye hat nach eigenen Angaben seit 2016 rund 60 Rettungseinsätze im Mittelmeer gefahren. Die deutsche Organisation hat wie andere Flüchtlingshelfer mit einer zunehmend restriktiven Flüchtlingspolitik von EU-Ländern zu kämpfen.

Zuletzt mussten auf der früheren "Professor Albrecht Penck" und dem Rettungsschiff "Sea Watch 3" der deutschen Organisation Sea Watch insgesamt 49 Flüchtlinge wochenlang ausharren, bis sie Anfang Januar in Malta von Bord gehen durften. Voraussetzung war eine kurzfristige Vereinbarung zwischen mehreren EU-Staaten, darunter Deutschland, über die Verteilung von insgesamt knapp 300 Migranten.

Quelle: n-tv.de, bad/AFP/dpa

Mehr zum Thema