Politik

Vergeltungsmaßnahmen Russlands EU befürchtet russische Auftragsmorde in Europa

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Der EU-Antiterrorbeauftragte Ilkka Salmi.

(Foto: imago images/SEPA.Media)

Sollte sich der Westen aktiv in den Ukraine-Krieg einmischen, droht Russland mit Vergeltung. Die könnte es Experten zufolge auch in verdeckter Form geben: Die Rede ist von gezielten Auftragsmorden. Der rege Waffenhandel mit der Ukraine könnte zudem ein Nährboden für Kriminelle und Terroristen werden.

Der Ukraine-Krieg könnte auch die Sicherheit innerhalb der Europäischen Union bedrohen. Der EU-Antiterrorbeauftragte Ilkka Salmi warnt vor möglichen Vergeltungsmaßnahmen Russlands durch Cyberangriffe. Auch von Russland angestiftete politische Morde in der EU könnten nicht ausgeschlossen werden, sagte Salmi dem "Spiegel".

Bedenklich sei auch, so berichtete er demnach in Brüssel, dass Rechtsextremisten aus der EU zum Kämpfen in die Ukraine gereist seien. Für die russische Seite kämpfen dort laut Salmi Ultranationalisten aus Serbien und Bosnien.

Auch die vielen Waffen, die nun in der Ukraine im Umlauf seien, könnten zum Problem werden, warnte Salmi. "Die große Verbreitung von Schusswaffen kann auf lange Sicht zu einem erheblichen Risiko für die EU werden", sagte der Finne dem Magazin auf Nachfrage. "Terroristen und Kriminelle könnten das Kriegschaos ausnutzen, um Waffen zu stehlen oder weiterzuverkaufen." Er sei auch besorgt über ein zwar unwahrscheinliches, aber folgenschweres Szenario, wonach "chemische und nukleare Stoffe in den falschen Händen landen" könnten.

"Tiergartenmord" als mahnendes Beispiel

Abwegig sind die Auftragsmorde in Europa keineswegs. Wegen der Vorbereitung eines Mordes im Auftrag der tschetschenischen Führung um Machthaber Ramsan Kadyrow hat die Bundesanwaltschaft erst Anfang März Anklage gegen einen in Deutschland lebenden russischen Staatsbürger erhoben. Walid D. soll in der ersten Jahreshälfte 2020 von einem Angehörigen des tschetschenischen Sicherheitsapparats "mit der logistischen Organisation der Tötung eines in Deutschland lebenden Exiloppositionellen" beauftragt worden sein.

Erst im Dezember wurde ein russischer Staatsbürger vom Berliner Kammergericht für einen Mord im Auftrag staatlicher russischer Stellen an einem tschetschenischstämmigen Georgier zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Laut Urteil hatte der Mann sein von den russischen Sicherheitskräften als "Staatsfeind" eingestuftes Opfer im Kleinen Tiergarten mitten in der Hauptstadt erschossen.

Quelle: ntv.de, mba/AFP

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