Blitz-Aufenthalte möglichEin Visum verkauft - Trumps Gold Card ist ein Ladenhüter

Die USA seien das "heißeste Land" auf der Welt, behauptet US-Präsident Trump. Die von der US-Regierung aufgelegte Gold Card für eine Blitzaufenthaltsgenehmigung müsste ihr demnach aus der Hand gerissen werden. Wird sie aber nicht, wie Handelsminister Lutnick nun zugeben muss.
Das von der US-Regierung aufgelegte Antragsprogramm für Aufenthaltsgenehmigungen ist sehr schwach gestartet. Die US Gold Card, auch Trump Card genannt, wurde im August des Vorjahres angekündigt und sie konnte ab Mitte Dezember gekauft werden - für eine Million US-Dollar. Bisher ist allerdings lediglich eine Karte verkauft worden, teilte Handelsminister Howard Lutnick mit, wie CBS berichtet.
Lutnick erklärte vor einem Ausschuss des Repräsentantenhauses, dass das Verfahren zur Beantragung kürzlich mit dem US-Heimatschutzministerium endgültig festgelegt worden sei. "Sie haben kürzlich eine Person genehmigt", so Lutnick. Hunderte Interessenten stünden aber in der Warteschlange. Dass der Prüfungsvorgang so lange dauere, liege daran, dass das Heimatschutzministerium alles perfekt machen wolle, so der Handelsminister. Dessen Prüfung sei die "strengste in der Geschichte der Regierung".
Im Dezember hatte Lutnick laut "Handelsblatt" dagegen noch behauptet, die Regierung habe innerhalb weniger Tage Visa im Wert von 1,3 Milliarden US-Dollar verkauft. Das würde bedeuten, dass zu diesem Zeitpunkt bereits 1300 Gold Cards verkauft gewesen seien. Auf diese massive Diskrepanz ging Lutnick vor dem Ausschuss nun jedoch nicht ein.
Dabei hatte die US-Regierung noch deutlich größere Pläne. Lutnick hatte behauptet, die US-Regierung könnte mit dem Verkauf der Gold Card gar Einnahmen von bis zu einer Billion US-Dollar generieren. Dies könne dabei helfen, den Haushalt auszugleichen, hatte auch Trump seinerzeit erklärt.
Wer der Käufer oder die Käuferin der bisher einzigen Gold Card ist, sagte Lutnick laut CBS nicht. Auf die Frage der demokratischen Abgeordneten Grace Meng, wofür die Million Dollar verwendet werden sollen, erklärte Lutnick, das Geld werde für das "Wohl" der USA eingesetzt. Wie genau, "das wird von der Regierung entschieden", ergänzte er.