Politik

Für eine Million Dollar"Gold Card": Trump verkauft jetzt Aufenthaltsrecht für USA

11.12.2025, 04:16 Uhr
ARCHIV-19-09-2025-USA-Washington-Ein-Poster-mit-der-Trump-Gold-Card-ist-abgebildet-waehrend-US-Praesident-Donald-Trump-im-Oval-Office-des-Weissen-Hauses-spricht
Das Layout lässt keinen Zweifel daran aufkommen, wer das Programm aufgelegt hat. (Foto: dpa)

Seit Monaten fährt die Trump-Regierung einen harten Kurs gegenüber Migranten - für eine bestimmte Gruppe soll die Niederlassung in den USA jetzt aber sehr viel einfacher werden. Die wichtigste Voraussetzung: Geld.

Vermögende aus dem Ausland können sich ab sofort für den Betrag von einer Million US-Dollar (rund 855.000 Euro) ein Aufenthaltsrecht in den USA erkaufen. Präsident Donald Trump hat den Start der Bewerbungsphase für die "Trump Gold Card" bekannt gegeben. Die Pläne waren schon vor Monaten vorgestellt worden.

Mit dem Programm der US-Regierung sollen nach offizieller Darstellung besonders qualifizierte und vorab überprüfte Arbeitskräfte für Unternehmen in den USA gewonnen werden. Trump hat gewaltige Einnahmen für die Staatskasse in Aussicht gestellt. Das "Gold Card"-Programm soll den USA nach früheren Angaben des Handelsministeriums mehr als 100 Milliarden Dollar einbringen, ein noch kostspieligeres "Platinum"-Programm sogar rund eine Billion Dollar. Über welchen Zeitraum diese Summen zusammenkommen sollen, ist unklar.

Nach der Gold-Card soll Platin kommen

Das Programm ist nicht nur wegen seines Namens stark auf den US-Präsidenten zugeschnitten, auch optisch wird der Urheber sofort klar: Auf der goldfarbenen Karte ist das Konterfei Trumps neben der Freiheitsstatue zu sehen. Auf der Webseite für die Anträge ist zudem von einer Warteliste für eine "Trump Platinum Card" die Rede. Nach deren Einführung und einer Zahlung von fünf Millionen US-Dollar (4,2 Millionen Euro) können Reiche sich bis zu 270 Tage pro Jahr in den USA aufhalten, ohne dass sie dort Steuern auf ihr außerhalb der Vereinigten Staaten erzieltes Einkommen zahlen müssen.

Auf seiner Plattform Truth Social schrieb Trump: "SO AUFREGEND! Unsere großartigen amerikanischen Firmen können endlich ihre wertvollen Talente behalten." Denn für den Betrag von zwei Millionen Dollar (1,7 Millionen Euro) sollen Unternehmen mit einer "Corporate Gold Card" in "Rekordzeit" eine Aufenthaltsgenehmigung für einen Mitarbeiter erwerben können, der dann die Sicherheitsüberprüfung durchläuft. Die US-Regierung stellt zudem in Aussicht, dass Karteninhaber nach einigen Jahren eingebürgert werden können.

Das System ähnelt nach Regierungsangaben dem der bekannten "Green Card", mit der Ausländer regulär die Möglichkeit erhalten, dauerhaft in den USA zu leben und zu arbeiten. Als Beispiel für die "Trump Gold Card" nannte die US-Regierung Firmen, die Studenten nach Abschluss ihres Studiums in den USA halten könnten, statt sie in ihr Heimatland zurückkehren lassen zu müssen.

Bisherige Arbeitsvisa eingeschränkt

Während die "Trump Gold Card" nun Arbeitskräfte anlocken soll, hatte die US-Regierung im Herbst andere Visa-Regeln eingeschränkt, die ebenfalls Unternehmen betrafen. Damals wurde angekündigt, dass künftig für eine von Firmen häufig genutzte Arbeitsvisa-Kategorie - das sogenannte H-1B-Visum - eine Gebühr von 100.000 Dollar (aktuell gut 85.000 Euro) anfallen werde. Davor kostete das Visum nur eine Bearbeitungsgebühr von wenigen Tausend US-Dollar.

Das H-1B-Visum ermöglicht Unternehmen, qualifizierte Beschäftigte ins Land zu holen, und ist gerade in der US-Techbranche beliebt. Kritiker werfen der US-Regierung vor, mit den neuen Regeln die Tür für Reiche geöffnet und sie für Fachkräfte geschlossen zu haben.

Quelle: ntv.de, ino/dpa

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