Politik

Seit 2012 von Assads Armee belagert Erste Nahrungslieferung erreicht Daraja

Nahrung, Wasser, Medizin: In mehreren belagerten Städten in Syrien fehlt es am Nötigsten. Nun gelingt es einem Hilfskonvoi, erstmals Lebensmittel nach Daraja zu bringen - die Stadt ist seit 2012 eingekesselt.

Nach jahrelanger Belagerung hat erstmals ein Konvoi mit Nahrungsmittelhilfen die syrische Rebellenhochburg Daraja erreicht. Neun Lastwagen mit Essen und Medikamenten seien in der südöstlich von Damaskus gelegenen Stadt angekommen und würden noch in der Nacht entladen, sagte der Einsatzleiter des syrischen Roten Halbmonds, Tamam Mehres. Die Hilfsgüter sollten die Versorgung für rund einen Monat sicherstellen.

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Daraja wird seit 2012 von Regierungstruppen belagert. Es war das erste Mal, dass ein Hilfskonvoi mit Nahrungsmitteln die Stadt mit ihren rund 8000 Einwohnern erreichen konnte. Andere Güter wie Medikamente waren bereits in früheren Lieferungen in die Stadt gelangt. Die Stadt war eine der ersten, die sich nach Beginn des Aufstands in Syrien gegen die Regierung in Damaskus 2011 erhoben hatte.

Zuvor hatte die UNO am Donnerstag bekannt gegeben, dass die syrische Führung die Erlaubnis erteilt habe, bis Monatsende humanitäre Hilfskonvois in alle 19 belagerten Regionen des Landes fahren zu lassen. Der UN-Sondergesandte Staffan de Mistura hatte dabei allerdings zu bedenken gegeben, dass es derartige Zusicherungen aus Damaskus früher schon gegeben habe, dass sie dann aber nicht eingehalten wurden. So wurde im Mai ein Hilfskonvoi nach Daraja von Regierungstruppen gestoppt.

600.000 Menschen betroffen

Hilfslieferungen für die syrische Zivilbevölkerung sind weitgehend vom Einverständnis der Regierung in Damaskus abhängig. Der Landweg ist die effizienteste Variante, Hilfsgüter in belagerte Städte zu bringen, doch hatte Damaskus bisher vielfach den Zugang verweigert. In den 19 belagerten Städten und Regionen leben nach UN-Angaben knapp 600.000 Menschen ohne ausreichend Zugang zu Nahrung, Trinkwasser und Medikamenten. Die meisten Gebiete werden von den Regierungstruppen belagert.

Die UNO hatte die syrische Regierung schon mehrfach gebeten, Hilfslieferungen auf dem Landweg zuzulassen. Zuletzt war auch über eine Luftbrücke diskutiert worden. Die Versorgung aus der Luft ist aber vergleichsweise teuer und gefährlich.

Quelle: n-tv.de, mli/AFP

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