Politik

Polizei erschießt AlbanerEskalation in Mazedonien

30.08.2002, 17:37 Uhr

Zwei Wochen vor den Parlamentswahlen eskaliert die Lage in Mazedonien. Ethnische Albaner haben fünf slawische Mazedonier als Geiseln genommen.

Zwei Wochen vor den Parlamentswahlen haben blutige Auseinandersetzungen im Westen Mazedoniens haben zwei Menschenleben gefordert. Seit der Nacht halten bewaffnete Albaner fünf slawische Mazedonier fest, um Landsleute freizupressen. Bei Schießereien mit der Polizei wurden zwei Männer erschossen. Skopje kündigte ein hartes Durchgreifen an. Die Regierung verlegte Truppen in die Region um Tetovo, um die Straßen zu den Albanergebieten abzusperren.

Bewaffnete hatten bei der 60 Kilometer westlich von Skopje gelegenen Stadt Gostivar einen Bus angehalten und acht Personen entführt. Drei von ihnen seien wieder freigelassen worden, erklärte ein NATO-Vertreter. Die Geiselnahme sei eine Reaktion auf die Festnahmen der vergangenen Woche nach dem Mord an zwei Mazedonischen Polizisten gewesen. Die Entführer hätten angekündigt, die Geiseln zu töten, wenn nicht drei der festgenommenen ethnischen Albaner freigelassen würden.

Mit einer Straßenblockade unterstützen zahlreiche albanische Mazedonier die Forderung nach einer Freilassung der Männer. Auch der ehemalige Rebellenführer Ali Ahmeti, der bei den Parlamentswahlen kandidiert, ist unter den Verhafteten.

NATO-Generalsekretär George Robertson forderte die Geiselnehmer auf, ihre Opfer sofort und bedingslos freizulassen. "Die Provokationen müssen enden", sagte Robertson. Die Parlamentswahl sei eine historische Chance, um Mazedonien auf dem Weg nach Europa zu halten. Die NATO hatte die mazedonischen Behörden vor einer Festnahme Ahmetis gewarnt.