Politik
Der Sieger der ersten Runde, Keita, muss im August noch die Stichwahl gewinnen, um neuer Präsident Malis zu werden.
Der Sieger der ersten Runde, Keita, muss im August noch die Stichwahl gewinnen, um neuer Präsident Malis zu werden.(Foto: picture alliance / dpa)
Freitag, 02. August 2013

Präsidentschaftswahl in Mali: Ex-Regierungschef Keita gewinnt erste Runde

Der frühere Regierungschef Keita bekommt die meisten Stimmen in der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen in Mali. Trotzdem wird er sich Mitte August in einer Stichwahl dem ehemaligen Finanzminister des Landes, Cissé, stellen müssen. Doch der zweifelt das Ergebnis der Abstimmung ohnehin an.

Bei der Präsidentenwahl in Mali hat die erste Runde keinen offiziellen Sieger hervorgebracht. Obwohl der ehemalige Ministerpräsident Ibrahim Boubacar Keita mit 39,2 Prozent der Stimmen klar vorne lag, konnte er die notwendige 50-Prozent-Hürde nicht nehmen. Nun muss eine Stichwahl am 11. August die Entscheidung bringen. Keitas Gegner ist dabei der Zweitplatzierte Soumaila Cissé, der 19,4 Prozent der Stimmen auf sich vereinte.

Der 68-jährige Keita kam den Angaben zufolge auf 39,2 Prozent der Stimmen, der 63-jährige Cissé erhielt 19,4 Prozent. Der Kandidat der größten malischen Partei Adema, Dramane Dembélé, landete mit knapp 9,6 Prozent auf Platz drei.

Im Wahlkampf hatte IBK, wie Keita in Mali schlicht genannt wird, dem tief gespaltenen Land vor allem versprochen, für "Aussöhnung" zwischen den verfeindeten Lagern zu sorgen. Den durch Krieg und Armut ausgezehrten Menschen versprach Keita landauf landab, er werde "Frieden und Sicherheit" zurückbringen. Als erster der 27 Präsidentschaftskandidaten reiste er in die Stadt Kidal im Nordosten des Landes, einer Hochburg der Tuareg, deren Beziehungen zu den Schwarzen Malis äußerst gespannt und von Gewalt geprägt sind.

"Wir sind bereit für die zweite Runde des Kampfes und werden dabei den Todesstoß versetzen", sagte Abdoulaye Magassouba von Keitas Partei "Rally für Mali". Cisses Anhänger sprachen hingegen von Unregelmäßigkeiten bei der Abstimmung vom vergangenen Sonntag. Seine Partei URD wolle Beschwerde beim Verfassungsgericht einlegen, erklärte Madou Diallo, der die Jugendbewegung von Cissés Partei URD (Union für die Republik und die Demokratie) leitet.

Vergleichsweise hohe Wahlbeteiligung

Bei der Wahl gab es nach Angaben des Ministeriums für Territoriale Verwaltung eine Rekordbeteiligung von 51,5 Prozent. In dem westafrikanischen Land gehen traditionell nur wenige Menschen zu den Urnen. Zudem ist die Sicherheitslage vor allem im Norden, der zeitweise von Islamisten und Separatisten besetzt war, weiter prekär. Die Wahlbeteiligung fiel dort niedriger aus als in der Hauptstadt Bamako und im Süden.

Trotz der Drohungen von Dschihadisten und Tuareg-Rebellen war die Abstimmung friedlich verlaufen. Beobachter sprachen von einem "historischen" Tag. Tausende französische und afrikanische Soldaten waren im Einsatz, um die Sicherheit der Wähler zu gewährleisten. Die Abstimmung gilt als wichtiger Schritt für eine Rückkehr des westafrikanischen Staates zur Stabilität. Vor sechs Monaten hatte Frankreich militärisch eingegriffen, um nach dem Sturz von Präsident Amadou Toumani Touré einen Vormarsch von Islamisten aus dem Norden zu stoppen.

Die Stichwahl am 11. August ist angesichts des fortgeschrittenen Alters Keitas dessen letzte Chance, sein politisches Lebensziel doch noch zu erreichen und Präsident von Mali zu werden. Entscheidend wird sein, zu wessen Unterstützung die in der ersten Runde unterlegenen Kandidaten aufrufen.

Quelle: n-tv.de