Politik

Kanzlerinwahl am Mittwoch Ex-SPD-Chef Schulz will für Merkel stimmen

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Merkel und Schulz nach den Koalitionsverhandlungen. Es ist noch gar nicht so lange her, da hatte der frühere SPD-Vorsitzende eine Beteiligung an einer Regierung unter Merkel strikt abgelehnt.

(Foto: picture alliance / Kay Nietfeld/)

Einst trat er gegen sie an, nun setzt er sich für ihre Wiederwahl ein: Ex-SPD-Chef Schulz will an der Kanzlerwahl teilnehmen und für Merkel stimmen. Nachdem er in Würselen eine Grippe auskuriert hat, kehrt der Abgeordnete am Montag zurück in den Bundestag.

Der frühere SPD-Vorsitzende Martin Schulz will als Bundestagsabgeordneter bei der Kanzlerwahl für seine einstige Kontrahentin Angela Merkel stimmen. "Ich werde an der Kanzlerinwahl teilnehmen und mit meiner Partei für eine Regierung stimmen, an deren Zustandekommen ich maßgeblich beteiligt war", sagte der ehemalige SPD-Kanzlerkandidat der "Bild am Sonntag".

Schulz hatte nach seinem Verzicht auf das Außenministerium und seinem Rücktritt als SPD-Vorsitzender Mitte Februar zunächst von der Bildfläche verschwunden. In seiner Heimatstadt Würselen habe er eine verschleppte Grippe auskuriert, so die Zeitung. Zehn Tage nach seinem Rückzug hatte die "Rheinische Post" von großer Anteilnahme für Schulz in Würselen berichtet und einen Bekannten mit den Worten zitiert, es gehe Schulz nicht gut. Ab Montag will er laut "Bild am Sonntag" in Berlin seine Arbeit als Bundestagsabgeordneter wahrnehmen.

Merkels Wiederwahl soll am Mittwoch stattfinden. Unionsfraktionschef Volker Kauder hatte vergangenen Sonntag in der ARD gesagt, er habe diese Frage mit seiner SPD-Kollegin Andrea Nahles besprochen. "Wir sind uns einig, dass es der 14. März sein soll." Kauders Äußerung war die erste offizielle Bestätigung dafür, dass die Kanzlerwahl an diesem Datum erfolgt. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier schlug die CDU-Vorsitzende am Montag dem Bundestag zur Wahl als Bundeskanzlerin vor.

Zuvor hatten die SPD-Mitglieder den Weg für eine Neuauflage der großen Koalition freigemacht. Beim Mitgliederentscheid der Sozialdemokraten votierten rund 66 Prozent für ein Bündnis mit CDU und CSU. Angesichts der Widerstände innerhalb der SPD gegen eine neue "GroKo" war ein deutlich knapperer Ausgang erwartet worden.

Nach der geplanten Unterzeichnung des Koalitionsvertrags am Montag und der erneuten Wahl von Merkel im Bundestag am Mittwoch soll die CDU-Chefin noch am selben Tag von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zur Kanzlerin ernannt werden. Dann wird sie von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble vereidigt, ebenso wie die Bundesminister.

Quelle: ntv.de, asc/dpa