Politik
Hat mit ihren 31 Jahren schon einiges auf dem Kerbholz: Gabriela Zapata
Hat mit ihren 31 Jahren schon einiges auf dem Kerbholz: Gabriela Zapata(Foto: AP)
Mittwoch, 24. Mai 2017

Bereicherung und Unterschlagung: Ex von Boliviens Präsident verurteilt

Gabriela Zapata ist gerade einmal 19 Jahre alt, als sie 2005 mit Staatschef Evo Morales zusammenkommt. Eine Unschuld vom Lande war die Dame aber wohl schon damals nicht: Erst wollte sie ihrem Freund ein Kind unterjubeln, dann nahm sie den Staat aus.

Ein Gericht in La Paz hat die ehemalige Freundin des bolivianischen Staatschefs Evo Morales, Gabriela Zapata, am Dienstag wegen illegaler Bereicherung und Unterschlagung öffentlichen Eigentums zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Die 31-jährige Zapata, die seit Februar 2016 in Untersuchungshaft saß, gehörte zur Führungsriege des chinesischen Unternehmens CAMC. Dieses schloss mit Boliviens Regierung Verträge in einem Wert von umgerechnet mehr als einer halben Milliarde Euro ab.

Der Staatsanwalt von La Paz, Edwin Blanco, führte vor dem Gericht aus, dass Zapata illegale Einnahmen gewaschen habe. Von ihren umfassenden Kontoeinlagen und Barzahlungen habe sie unter anderem Immobilien, Autos und Unternehmen erstanden. Zapata erhielt mit zehn Jahren Haft die Höchststrafe für diese Vergehen.

Sohn oder nicht Sohn, das ist hier die Frage

Vier mit ihr angeklagte Regierungsmitarbeiter wurden zu geringeren Strafen verurteilt. Das bolivianische Parlament hatte Morales im Mai 2016 vom Vorwurf der Begünstigung freigesprochen und ihm bescheinigt, dass bei der Vergabe von Aufträgen an CAMC alles mit rechten Dingen zuging.

Zapata war mit Morales seit 2005 zusammen. Der heute 57-jährige Präsident sagte, die Affäre sei nach zwei Jahren zu Ende gewesen. Zapata hatte behauptet, sie habe einen gemeinsamen Sohn mit Morales. Dieser hatte sich daraufhin einem Vaterschaftstest unterzogen. Dagegen verweigerte Zapata den DNA-Test und lehnte diesen auch für ihren vermeintlichen Sohn ab. Ein Gericht entschied, dass es für Morales' Vaterschaft und für die Existenz des Jungen keine Beweise gebe. Später erklärte Zapata, der 2007 geborene gemeinsame Sohn sei 2009 gestorben.

Der Fall des Kindes kam just zu dem Zeitpunkt auf, als Morales in einem Volksentscheid eine Mehrheit für eine vierte Amtszeit bekommen wollte. Der linksgerichtete Staatschef verlor die Abstimmung im Februar 2016 und muss nun 2020 aus dem Amt scheiden. Zapata muss sich wegen des Skandals demnächst in einem weiteren Prozess verantworten.

Quelle: n-tv.de